Zeitleiste - Widerstand

früher

  1933   1935   1937   1939   1941   1943   1945  

  1932   1934   1936   1938   1940   1942   1944  

später

Quellen

   
   
1932    
     
     
   
1933    
Jänner   Nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten 1933 bildeten sich bald vielerorts Widerstandsgruppen. Aktiven Widerstand leisteten in den Anfangsjahren des NS-Regimes vor allem Kommunisten, die nach dem 30. Januar 1933 besonders unter Verfolgung und Terror zu leiden hatten.
04.02.   Per Notverordnung wird die Versammlungs- und Pressefreiheit weiter eingeschränkt.
    Im Untergrund erschien von 1933 bis 1935 das Zentralorgan der Kommunistischen Partei Deutschlands (KPD), "Die Rote Fahne".
September   In der evangelischen Kirche war der Dahlemer Pfarrer Martin Niemöller einer der konsequentesten NS-Gegner. Er gründete im September 1933 den Pfarrer-Notbund, der Anfang 1934 rund 7.000 Mitglieder zählte und gegen die Einführung des "Arierparagraphen" in Kirchenämter und die Entlassung von Geistlichen "jüdischer Herkunft" protestierte. Aus dem Notbund ging wenig später die "Bekennende Kirche" hervor.
     
     
   
1934    
10.05.   Am ersten Jahrestag der Bücherverbrennung gründen deutsche Emigranten in Paris die "Freiheitsbibliothek" mit von den Nationalsozialisten verfemten Büchern.
25.11.   Der Dirigent Wilhelm Furtwängler, Direktor der Berliner Staatsoper, setzt sich in einem offenen Brief für den von den Nationalsozialisten verfemten Komponisten Paul Hindemith ein.
04.12.   Furtwängler legt seine Ämter als Leiter der Berliner Philharmoniker und Direktor der Staatsoper wegen der Auseinandersetzungen mit den NS-Kulturbehörden nieder.
     
     
   
1935    
26.09.   In Paris treffen sich 51 prominente Emigranten verschiedener politischer Richtungen zu Beratungen über eine Volksfront gegen das NS-Regime, unter ihnen Heinrich Mann, Egon Erwin Kisch und Lion Feuchtwanger.
     
     
   
1936    
24.05.   In Paris rufen emigrierte Politiker von Kommunisten, Sozialdemokraten und Bürgerlichen, unter ihnen Rudolf Breitscheid, Willy Brandt und Walter Ulbricht, zu einer Volksfront gegen das NS-Regime auf.
     
     
   
1937    
     
     
   
1938    
   

Die Rote Kapelle:
Die einzelnen Gruppen wurden 1938 als sowjetische Spionagezellen aufgebaut und dienten dem Ziel der Zerschlagung der nationalsozialistischen Herrschaft und der Errichtung einer sowjetisch ausgerichteten Republik. Die meisten der führenden Mitglieder der von der Gestapo als »Rote Kapelle« bezeichneten Organisation, u. a. der Offizier Harro Schulze-Boysen  und der Oberregierungsrat Arvid von Harnack, wurden 1942 durch ein Sonderkommando der deutschen Abwehr gefasst und als Volksverräter hingerichtet.

02.03.   Der oppositionelle Pfarrer und Führer der Bekennenden Kirche, Martin Niemöller, wird nach Verbüßung seiner Haftstrafe in ein KZ eingeliefert. Er ist Hitlers "persönlicher Gefangener". (Im Herbst 1933 ruft Niemöller zur Gründung eines "Pfarrernotbundes" auf, der sich gegen die Ausgrenzung von Christen jüdischer Herkunft aus dem kirchlichen Leben und gegen die Verfälschung biblischer Lehre durch die nationalsozialistischen Deutschen Christen wehren soll.) <Lebenslauf>
12.03.   Mit der Machtübernahme von Hitler in Österreich setzt in ganz Österreich setzt eine Verhaftungswelle gegenüber politischen Gegnern ein.
16.03.   Wegen des deutschen Einmarsches fliehen zahlreiche Künstler ins Exil, unter ihnen Carl Zuckmayer, Alfred Polgar (1873-1955) und Ödön von Horvarth. Der Schriftsteller Egon Friedell begeht Selbstmord.
31.03.   US-Präsident Franklin D. Roosevelt lehnt wegen der drohenden Kriegsgefahr eine Allianz mit den europäischen Staaten ab, die sich zum Widerstand gegen Faschismus und Nationalsozialismus erklärt haben.
03.05.   Hitler trifft zu einem Staatsbesuch in Rom ein, wo er von Mussolini und König Viktor Emanuel III. empfangen wird. Mussolini erklärt die Alpen zur natürlichen Grenze der beiden Interessensphären. Hitler akzeptiert den Verbleib Südtirols bei Italien.
06.05.   In der Carnegie Hall in New York fordert der Schriftsteller Thomas Mann den Sieg der Demokratie über den Nationalsozialismus.
10.05.   Beispiel für eine Verhaftung wegen Übertretung des Ordnungsschutzgesetzes.
11.05.   In Rom verurteilt Papst Pius XI. (1857-1939) die Rassenlehre. Während des Hitler-Besuchs hat er Rom verlassen.
29.09.   Putsch der Generäle, für den 29. September 1938 geplant, unterblieb, nachdem Hitler in diesen Tagen mit den Premierministern Frankreichs und Englands das Münchner Abkommen schloss.
     
     
   
1939    
01.09.   Hitler überfiel Polen. Der Zweite Weltkrieg hatte begonnen.
19.09.  

Als Reaktion auf die massive Propaganda der Nazis auf polnischem Boden und die totale Auslöschung der polnischen Kultur durch die Besatzungsmächte etablierte sich rasch eine "Untergrundkultur", und die Widerstandsgruppen richteten Propagandabüros ein. Besonders vielfältig war die polnische Widerstandspresse: Schon am 19. September 1939 begann der Druck der in Krakau erscheinenden Zeitung Polska żyje ("Polen lebt").

27.09.   Schon während des Septemberfeldzuges begannen sich in Polen Widerstandsgruppen zu bilden: Bereits am 27. September 1939 befahl der Oberkommandant der Verteidiger von Warschau, Juliusz Rómmel, die Gründung einer regulären Untergrundarmee, die den Kampf gegen die deutschen Besatzer weiter führen sollte.
Anker Dieses Zeichen (der "Anker") war das allgemein gültige Symbol des polnischen Widerstandes gegen die deutsche Besatzungsmacht. Es setzt sich aus den Buchstaben P und W zusammen
Oktober  

Die deutsche Besatzung ging auch mit einer totalen Auflösung der polnischen und jüdischen Bildungseinrichtungen einher: im GG ließ Hans Frank eine vierjährige Volksschule für alle Nichtdeutschen einrichten, und alle übrigen Lehranstalten außer den Berufsschulen wurden verboten. Auch den Unterricht der polnischen Sprache untersagten die Nazis.
Bereits im Oktober 1939 entstanden die ersten polnischen Geheimschulen, und die Untergrundlehrer schlossen sich zur TON (Tajna Organizacja Nauczycielska = geheime Lehrerorganisation) zusammen. Auch die geschlossenen Universitäten nahmen ihren Betrieb wieder auf. Gegen Ende der deutschen Besatzung gab es über eine Million Schüler, die im Untergrund unterrichtet wurden.

08.11.  

Am 08.11.1939 um 21:20 Uhr explodierte die durch einen Zeitzünder gesteuerte Bombe des Schreiners Johann Georg Elser (04.01.1903-09.04.1945) im Münchner Bürgerbräukeller. Hier hielt Hitler jedes Jahr um diese Zeit eine Rede zum Gedenken an den Putsch von 1923. In wochenlanger Vorbereitung hatte Elser die Bombe in eine Säule neben Hitler´s Rednerpult eingebaut. Doch Hitlers Rede dauerte diesmal nur 13 Minuten; wegen des schlechten Wetters wollte Hitler mit der Bahn nach Berlin zurückfahren. Die Bombe tötete 8 Menschen, 63 wurden verletzt. Die Gestapo vermutete zunächst den britischen Geheimdienst hinter dem Attentat. Elser wurde an der Schweizer Grenze verhaftet und nach seinem Geständnis im KZ Sachsenhausen inhaftiert. Ende 1944 nach Dachau verlegt wurde Johann Georg Elser am 09.04.1945 erschossen.. <Lebenslauf>

17.11.   Nach Studentenprotesten gegen die deutsche Besatzung werden in Prag neun Studenten erschossen. Die tschechischen Hochschulen werden geschlossen.
     
     
   
1940    
    Die "Weiße Rose" setzte sich aus Studenten zusammen, die ihr Leben mit höchsten moralischen und intellektuellen Ansprüchen führten und die Freiheit ihres Gewissens sehr ernst nahmen. Als ihnen Anfang der 40er Jahre immer deutlicher wurde, dass sie in einem verbrecherischen Staat lebten, der mit seinem Krieg ganz Europa in den Untergang stürzte, entschlossen sie sich, zum Widerstand aufzurufen.
Im Mittelpunkt des Kreises standen Hans Scholl und Alexander Schmorell. Sie verfassten, vervielfältigten und verschickten im Sommer 1942 vier Flugblätter, deren Eindringlichkeit und intellektuelle Brillanz auch von der Gestapo als sensationell empfunden wurde. Obwohl "Mädchen" eigentlich aus der Widerstandsarbeit herausgehalten werden sollten, beteiligte sich Sophie Scholl bald sehr aktiv. Auch der Philosophieprofessor Kurt Huber wurde eingeweiht. Die Gruppe, der auch Christoph Probst und Willi Graf angehörten, knüpfte vielfältige Kontakte und stellte zwei weitere Flugblätter in großer Auflage her. Als die Geschwister Scholl im Februar 1943 in einer spektakulären Aktion Flugblätter im Lichthof der Universität abwarfen, wurden sie denunziert und verhaftet. Der Volksgerichtshof verurteilte den Kern des Kreises zum Tode. Doch auch danach gab es Münchner Studenten, die Flugblätter der "Weißen Rose" weiterverbreiteten.
24.02.   Der ehemalige deutsche Botschafter Ulrich von Hassell legt für die bürgerliche Widerstandsgruppe um Carl Friedrich Goerdeler bereitet einen Plan zum Putsch gegen das NS-Regime vor.
30.05.   Am 1.10.1932 wurde Otto Neururer Pfarrer von St. Peter und Paul zu Götzens bei Innsbruck. - Dieser Ort wurde zu seinem Bekenntnisort für den christlichen Glauben. Gleich zu Beginn der Nazi-Herrschaft versuchte er ein Mädchen, das einen geschiedenen Parteigenossen heiraten sollte, davon abzuhalten. Dies gelang ihm am 9. Dezember 1938. Der enttäuschte Freier zeigt den Priester bei den weltlichen Machthabern wegen »Verhinderung einer deutschen Ehe« an. Der Staat schlug zu, N. kam zunächst in Innsbruck ins Gefängnis, von dort in die Konzentrationslager von Dachau und Buchenwald. Dort wurde er am 30. Mai 1940 erhängt. - Die Gestalt N. muss in einem größeren Zusammenhang gesehen werden. Er gehört zu den vielen Opfern des Nationalsozialismus, vor allem in der Apostolischen Administratur Innsbruck-Feldkirch. Gerade in diesem Kirchengebiet hatten sich die Verfolgungen besonders ausgewirkt, waren doch die Seelsorger von Innsbruck-Feldkirch besonders mutige Priester und stellte ihr Bischof, der Apostolische Administrator Paulus Rusch, damals der jüngste Bischof der kath. Kirche, ein wahres Bollwerk dar gegen die Lehren der Nazis.
07.10.   Aufstand des Sonderkommandos in Auschwitz (Das Sonderkommando war eine Gruppe von männlichen Häftlingen, die bereits durch die Einweisung in diese Abteilung zum Tode verurteilt waren. Die SS wollte Zeugen dieses schrecklichen Verbrechens vermeiden, daher wurden die Häftlinge des Sonderkommandos in regelmäßigen Abständen ebenfalls getötet. Das Sonderkommando hatte der SS zu "helfen", wenn sich die Menschen vor dem Betreten der Gaskammer entkleideten, es hatte die Leichen in die Krematorienöfen zu befördern oder sie zu schichten, auf Scheiterhaufen zu verbrennen und die Asche fortzuräumen. Manchmal kam es vor, dass Häftlinge des Sonderkommandos auf ihre Familienmitglieder trafen und helfen mussten, diese zu ermorden.)
Jüdische Häftlinge setzen das Krematorium IV in Auschwitz in Brand.
11.11.   Die polnische und die tschechische Exilregierung in London vereinbaren eine stärkere Kooperation ihrer Widerstandsbewegungen.
     
     
   
1941    
 

 

1941 fanden sich vier erst 16jährige Lehrlinge zu einem Widerstandskreis zusammen. Trotz ihres fast noch kindlichen Alters hatten sie durchaus politische und ethische Motive. Initiator und treibende Kraft der Gruppe war Walter Klingenbeck, ein frühreifer Junge aus einem sehr katholischen Elternhaus, der schon in den 30er Jahren die antikirchliche Politik des NS­Regimes bewusst miterlebt hatte.
Klingenbeck teilte mit seinen Freunden eine große Leidenschaft für Technik, vor allem das Radio. Gemeinsam experimentierten sie mit den verbotenen "Feindsendern" der Alliierten. Aus den abgehörten Sendungen gewannen sie die Überzeugung, dass Deutschland den Krieg niemals gewinnen könne und von Verbrechern regiert werde. So begannen sie eigene Widerstandsaktionen: Sie planten Flugblätter, malten V­Zeichen für das englische "Victory" an Hauswände und bastelten an einem Schwarzsender. Doch Klingenbeck verriet sich durch unvorsichtige Äußerungen. Im Januar 1942 wurde die Gruppe denunziert und verhaftet. Anderthalb Jahre später wurde Klingenbeck hingerichtet; seine Freunde saßen bis zum Kriegsende im Zuchthaus.

28.05.  

Der wohl berühmteste Häftling von Auschwitz war der polnische Ordensgeistliche Maximilian Maria Kolbe: Er wurde am 17. Februar 1941 von der Gestapo verhaftet und am 28. Mai nach Auschwitz verschleppt, wo er die Nummer 16670 (Auschwitz war das einzige KZ-Lager, in dem dem Häftling die Nummer auch eintätowiert wurde) bekam.  Als ein Häftling aus der Baracke, in der Kolbe wohnte, flüchtete, wurden zehn Insassen zur Ermordung aussortiert, darunter Franciszek Gajowniczek. Für diesen meldete sich Kolbe freiwillig:
"Ich war ganz erstarrt... Dann trat ein Häftling aus der Reihe vor den Lagerführer und sagte auf deutsch, dass er statt meiner in den Hungerbunker gehen will, und zeigte mit der Hand auf mich. Ich erkannte, dass dieser Häftling Pater Kolbe war. Der Lagerführer bewilligte diesen Austausch. Ich verließ die Gruppe der 10 Verurteilten,... und Vater Kolbe nahm unter ihnen meinen Platz. An demselben Abend wurden die 10 Verurteilten im Bunker eingesperrt."
Kolbe kam in den berüchtigten "Hungerbunker". Als er nach einigen Tagen noch nicht verhungert war, wurde er durch eine Phenolspritze ermordet.

04.07.   Die Kommunistische Partei Jugoslawiens unter Führung von Josip Broz Tito beschließt einen Partisanenkrieg gegen die faschistische Besatzung.
03.08.   Der Bischof von Münster (1933-1946) Clemens August Graf von Galen, als heftiger Kritiker der Nationalsozialisten seit Jahren bekannt, hielt vor allem in der Lambertikirche seine berühmten Predigten gegen das Euthanasieprogramm des Dritten Reiches und erstattete sogar Strafanzeige.
Am 03. August 1941 predigte Bischof von Galen gegen das Prinzip, dass die Tötung unproduktiver Menschen gestatte, nachdem er sich schon ab Juli gegen das Vorgehen der Gestapo und die Übergriffe des Regimes auf die Kirche gewandt hatte. Am 24. August 1941 ließ Hitler die Aktion einstellen. Die Proteste der Kirche und die Erregung der Bevölkerung hatten zu einem weitgehenden Stopp der Morde geführt.
Aufgrund seiner großen Beliebtheit in den katholischen Gemeinden aber auch in der breiten Bevölkerung entschieden die Machthaber, nicht gegen den Bischof von Münster vorzugehen, sondern bis nach Kriegsende mit seiner Bestrafung zu warten. Dazu sollte es nicht kommen.
14.08.   Pater Maximilian Kolbe stirbt in Auschwitz durch eine Giftspritze - Kurzbiografie
17.09.   Im Deutschen Reich werden erstmals Todesurteile für das Hören ausländischer Rundfunksender verhängt.
21.10.   Als Rache für Partisanenangriffe erschießen deutsche Polizeieinheiten in Jugoslawien im Oktober über 9.000 Geiseln.
15.11.   In Mexiko erscheint die erste Ausgabe der Zeitschrift "Freies Deutschland", die von Exilschriftstellern unter der Leitung von Anna Seghers herausgegeben wird.
Dezember   Im Dezember 1941 schleusten die Sowjets eine "Initiativgruppe" polnischer Kommunisten unter Marceli Nowotko, die vor 1941 in die Sowjetunion geflüchtet waren, nach Polen ein. Dies war der Beginn eines vereinigten kommunistischen Untergrunds in Polen.
24.12.   Der emigrierte Schriftsteller Thomas Mann mahnt die deutsche Bevölkerung in einer Sonderansprache des britischen Rundfunks zu einer Beendigung des Kriegs.
     
     
   
1942    
13.03.   In den Straßen der Wiener Innenstadt werden zahlreiche Streuzettel mit folgendem Text gefunden: "Hitlers Werk: Krieg, Hunger und Volksversklavung.
22.04.   Nach Anschlägen auf die deutschen Besatzungstruppen werden in Paris sämtliche Theater und Kinos für drei Tage geschlossen.
27.05.   Zwei Tschechen verüben in Prag ein Attentat auf den stellvertretenden Reichsprotektor Heydrich und verletzen ihn dabei schwer. Er stirbt am 04.06.
Als Vergeltungsakt für die Ermordung Heydrichs wird der tschechische Ort Lidice (bei Prag) am 10.06. zerstört. Alle männlichen Einwohner über 15 Jahre werden ermordet.
19.06.   Nachdem sie von kroatischen und deutschen Truppen in Montenegro eingekreist sind, weichen die Partisanengruppen unter Josip Broz Tito überraschend nach Nordwesten aus und beginnen ihren "Langen Marsch" durch Westbosnien.
August   Kommunistische aber auch sozialdemokratisch orientierte Widerstandsgruppen verbreiteten Flugschriften und Klebezettel gegen den Nationalsozialismus und unterstützten rassisch und politisch Verfolgte. Einige dieser Gruppen in Berlin, die rund 50 Frauen und über 100 Männer umfassten, wurden von der Geheimen Staatspolizei (Gestapo) mit dem Sammelbegriff "Rote Kapelle" belegt. Durch ihren Funkkontakt zur Sowjetunion wurde eine Gruppe um Arvid Harnack und Harro Schulze-Boysen im August 1942 enttarnt. Von den 130 festgenommenen Mitgliedern der "Roten Kapelle" wurden 49 umgebracht.
21.08.  

Pater Franz Reinisch wurde er am 7. Juli 1942 zum Tode verurteilt und am 21. August desselben Jahres in Berlin-Brandenburg hingerichtet.

01.09.   Das "Mitteilungsblatt der österreichischen Freiheitsbewegung" erscheint als Flugblatt.
27.09.   Thomas Mann klagt in einer BBC-Rundfunkansprache an die deutsche Bevölkerung die systematische Massenvernichtung der Juden an.
10.11.   Eine weitere Widerstandsgruppe in Vorarlberg war die Gruppe Malin. Der Name der Gruppe kommt von Johann August Malin selbst. Dieser Mann nimmt einen besonderen Stellenwert im Vorarlberger Widerstand ein. Sein Ziel war die Vereinigung der christlichen mit den marxistischen orientierten antifaschistischen Gruppen, was er auch so gut wie geschafft hatte. Malin war eine Art Armenanwalt , zu dem die Bevölkerung gekommen ist und da er sich zuvor sehr viel mit seiner und der Volksbildung auseinander gesetzt hatte, konnte er erstens den Menschen helfen und zweitens seine politische Meinung verbreiten. Aber wie auch Wilhelm Himmer wurde Johnn August Malin zum Tode verurteilt und am 10.November 1942 in München-Stadelheim hingerichtet.
19.11.   Das Kriegsministerium der USA erteilt die Bewilligung eines österreichischen Freiwilligenbataillons. 1942 dienen bereits an die 2000 Österreicher freiwillig in der britischen Armee.
06.12.   Als Mitglied des Exilvorstands der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands (SPD) fordert Erich Ollenhauer die Emigranten zur Planung der Zeit nach dem NS-Regime auf.
07.12.   Die Gestapo verhaftet im Ruhrgebiet zahlreiche Jugendliche der "Edelweißpiraten", die sich bewusst den NS-Organisationen entziehen.
     
     
   
1943    
18.02.   Als die Geschwister Scholl am 18. Februar 1943 das sechste und letzte Flugblatt in der Universität München verteilen, werden sie vom Hausmeister beobachtet. Der meldet sie umgehend bei der Gestapo. Sophie, Hans und Christoph Probst werden sofort verhaftet. Bereits vier Tage später folgt, nach einem dreitägigen Verhör, der Prozess. Hans und Sophie Scholl werden zusammen mit Christoph Probst zum Tode verurteilt und noch am selben Tag hingerichtet. Bis heute sind die Geschwister Scholl ein Symbol für den gewaltlosen Widerstand gegen die nationalsozialistischen Machthaber.
In dem letzten Flugblatt der »Weißen Rose« heißt es:
»Der Tag der Abrechnung ist gekommen, der Abrechnung der deutschen Jugend mit der verabscheuungswürdigsten Tyrannis, die unser Volk je erduldet hat. Im Namen der deutschen Jugend fordern wir vom Staat Adolf Hitlers die persönliche Freiheit, das kostbarste Gut des Deutschen, zurück, um das er uns in der erbärmlichsten Weise betrogen... Es gibt für uns nur eine Parole: Kampf gegen die Partei! Heraus aus den Parteigliederungen, in denen man uns weiter politisch mundtot halten will...«
22.02.   Die Geschwister Scholl und Christoph Probst werden als Angehörige der Münchener Widerstandsbewegung "Weiße Rose" zum Tode verurteilt und hingerichtet. <Urteil>
24.02.   Nach einer Anweisung Hitlers sind Befehlsverweigerer der Wehrmacht "auf der Stelle zu erschießen".
13.03.   Auf dem Rückflug von Winniza nach Ostpreußen besucht Hitler das Hauptquartier der Heeresgruppe Mitte in Smolensk. Oberst von Tresckow versteckt zwei englische Haftminen als Cointreau-Flaschen getarnt, in Hitlers Flugzeug. Beim Weiterflug friert jedoch der Zünder fest, das Attentat misslingt.
26.03.   In einem geheimen Schreiben an verschiedene Generale fordert Carl Friedrich Goerdeler zum Staatsstreich gegen Hitler auf.
05.04.   Die Politiker Léon Blum und Édouard Daladier werden im Deutschen Reich interniert, um die Bildung einer französischen Exilregierung zu verhindern.
05.04.   Die Gestapo verhaftet mehrere Regimegegner aus verschiedenen Widerstandskreisen, darunter auch den Theologen Dietrich Bonhoeffer.
19.04.   Im Warschauer Ghetto, aus dem bereits 300.000 Juden deportiert worden sind, beginnt ein Aufstand, der bis zur kompletten Auflösung des Ghettos am 16. Mai andauert.
30.04.   Der Reichskommissar Arthur Seyß-Inquart verhängt über die Niederlande den Ausnahmezustand. Es war nach der erneuten Internierung von Zwangsarbeitern zu einem Generalstreik gekommen.
12.07.   In Krasnogorsk bei Moskau wird das Nationalkomitee "Freies Deutschland" (NKFD) von Exilvertretern der Kommunistischen Partei Deutschlands (KPD) gebildet.
August   Ein besonders von den Alliierten beachtetes Flugblatt der "österreichischen Freiheitsfront" wird verteilt. "..Österreicher! Dieser Krieg ist verloren. Die Amerikaner und Engländer sind immer unsere Freunde gewesen. Und haben uns die Russen angegriffen? Oder wir sie? Wir kämpfen nicht für den Kommunismus, aber wir fühlen uns eins mit den russischen Arbeitern und Bauern. Nicht die Russen, sondern die nationalsozialistischen Unterdrücker sind die Feinde Österreichs. Es ist die Pflicht jedes treuen Österreichers, die Front zu sabotieren..."
09.08.   Am 9. August 1943 früh wurde Franz Jägerstätter von Berlin nach Brandenburg/Havel gebracht. Zu Mittag wurde ihm mitgeteilt, dass sein Todesurteil bestätigt sei und um 16 Uhr vollstreckt würde. (Schreiben von Franz Jägerstätter an den Pfarrer von St. Radegund vom 22.2.1943)
In der Pfarrkirche St. Radegund wurde Franz Jägerstätter getauft, hier heiratete er, hier wurden seine Kinder getauft. Hier versah er auch von 1941 bis 1943 den Mesnerdienst. Der junge Bauer und Familienvater wurde zu einer der herausragenden Gestalten des christlichen Widerstandes gegen den Nationalsozialismus. Er verweigerte nicht nur der NSDAP jegliche Unterstützung, sondern auch das Mitkämpfen in der deutschen Wehrmacht in dem von Deutschland begonnenen Krieg. Die Konsequenzen seiner Entscheidung waren ihm und seiner Familie von Anfang an klar: alle hofften, dass vor einer Einberufung der Krieg zu Ende sei.
29.08.   Wegen des stärker werdenden Widerstands verhängt die deutsche Militärregierung über Dänemark den Ausnahmezustand.
01.10.   Die deutschen Besatzungstruppen wollen die über 8.000 in Dänemark lebenden Juden für die Deportation verhaften. Die meisten Juden können sich jedoch durch eine rechtzeitig organisierte Flucht nach Schweden retten.
25.10.   "Richtlinien zur Bekämpfung jugendlicher Cliquen", am 25.10.1944 von Kaltenbrunner erlassen. Durch diese Richtlinien wurde die Auseinandersetzung mit den oppositionellen Jugendgruppen auf eine politische Ebene gestellt. Das heißt, die Jugendlichen wurden als Staatsfeinde und Hochverräter behandelt. Die Nazis sahen in der Jugendopposition im Grunde keine Form des Widerstandes, sondern in erster Linie die Infragestellung ihres totalitären Erziehungsanspruches. Im Kriege kam noch die Gefahr der so genannten "Wehrkraftzersetzung" dazu, da sich die Jugendlichen gegen den Krieg aussprachen.
Das NS-Regime bestrafte die oppositionellen Jugendlichen mit Fürsorgeerziehung, Gefängnis, Jugend-KZ und schreckten auch vor der Todesstrafe nicht zurück.
10.11.   In Köln werden 13 Mitglieder der Jugendorganisation "Edelweißpiraten" hingerichtet. Sie wurden von den Nationalsozialisten nach ihrem Merkmal, einem Edelweißanstecker benannt.
29.11.   Josip Broz Tito wird vom Partisanenrat zum Führer des "Nationalkomitees zur Befreiung Jugoslawiens" ernannt.
18.12.   In Mailand, Turin und Venedig kommt es zu großen Arbeiterstreiks und Friedenskundgebungen.
     
     
   
1944    
    Die Untergrundarmeen Polens häuften mit der Zeit große Waffenarsenale an, die ihnen die Ausführung von Attentaten erlaubten. Die bevorzugten Ziele waren Bahnlinien, auf denen Verstärkung an die Ostfront oder Häftlinge in die KZ-Lager transportiert wurden, Industrieanlagen und auch Nazis. Für solche Aktivitäten rächten sich die Nazis blutig mit Massenhinrichtungen. Trotzdem nahmen die Anschläge zu und erreichten im ersten Halbjahr 1944 mit 18.116 Aktionen ihren Höhepunkt.
11.01.   Zur Unterdrückung der norwegischen Oppositionsbewegung werden 400 norwegische Studenten in deutsche Konzentrationslager (KZ) verbracht.
19.01.   Mit der Verhaftung von Helmuth James Graf von Moltke wird die Widerstandsgruppe "Kreisauer Kreis" zerschlagen.
01.02.   General Charles de Gaulle vereinigt alle französischen Widerstandsgruppen.
14.02.   Sämtliche deutschen Spionage- und Nachrichtendienste werden im Amt "Abwehr" zusammengefasst und Heinrich Himmler unterstellt. Zwei Tage zuvor wurde Admiral Wilhelm Canaris als Chef der Abwehr im Oberkommando der Wehrmacht (OKW) entlassen. Canaris nutzte seine Position um ein Zentrum des Widerstands gegen Hitler zu formieren.
24.03.   Bei einem Bombenattentat von Widerstandskämpfern in Rom werden 33 deutsche Polizisten ermordet. Auf Befehl Hitlers werden daraufhin 335 italienische Geiseln in den Ardeatinischen Höhlen in der Nähe von Rom erschossen.
29.03.   In Moskau fordert das Nationalkomitee "Freies Deutschland" zum Kampf gegen das NS-Regime auf, um die "Katastrophe" noch abzuwenden.
25.04.   Zur Unterdrückung der Oppositionsbewegung und zur Vorbeugung gegen Sabotageakten nehmen die deutschen Truppen in Dänemark über 200 Geiseln.
05.05.   Reichsjustizminister Otto Georg Thierack erklärt das Todesurteil zur allgemeingültigen Strafe für jegliche "Gefährdung der Kriegführung und Sicherheit des Deutschen Reiches". Vorher stand auf 46 Einzeltatbestände die Todesstrafe.
10.05.   Hinrichtung der österreichischen Widerstandskämpfer Pater Karl Roman Scholz und Karl Lederer.
14.05.   Teile der militärischen Führung in Frankreich erstellen mit Generalfeldmarschall Rommel Pläne zum Putsch gegen Hitler. Die Generäle Erwin Rommel und Karl-Heinz von Stülpnagel beabsichtigen, im Westen einen Waffenstillstand zu schließen. Hitler soll verhaftet und vor Gericht gestellt werden. General von Stülpnagel wird wegen Organisierung des Widerstandes gegen Hitler am 30.08.1944 in Plötzensee hingerichtet
10.06.   Der Ort Oradour-sur-Glane wurde durch ein Massaker von SS-Truppen ausgelöscht.
Vier Tage zuvor waren die Alliierten in der Normandie gelandet, und deutsche Truppen aus dem Südwesten Frankreichs eilten an den neuen Kriegsschauplatz. Oradour-sur-Glane lag abseits ihrer Marschroute, und an diesem 10. Juni 1944, einem Samstag, wusste in dem Dorf auch noch niemand, dass die SS-Division "Das Reich" am Tag zuvor in Tulle 99 Geiseln an Balkongittern, Bäumen und Laternen erhängt hatte - als Vergeltung für Angriffe des französischen Widerstands.
19.-20.06.   Russische Partisanen zerstören an mehr als 9500 Stellen Eisenbahnanlagen im Rücken der Heeresgruppe Mitte an der Ostfront.
20.07.   Beinahe symbolhaft für den deutschen Widerstand steht das Attentat von Wehrmachtsangehörigen auf Hitler am 20. Juli 1944. Mit der Erkenntnis, dass der Krieg nicht mehr zu gewinnen sein würde, stieg auch in Militärkreisen die Bereitschaft, den Versuch zu machen, Hitler in den Weg zu treten. Nur der Tod des Diktators schien geeignet zu sein, einen Staatsstreich erfolgreich durchzuführen. Nach einigen im Vorfeld schon im Ansatz gescheiterten Versuchen wurde nun im Sommer 1944 ein weiteres Attentat geplant. Die zentrale Rolle kam dabei Oberst Claus Graf Schenk von Stauffenberg zu, der als einziger der Verschwörer direkten Zugang zu Hitler hatte. Er platzierte eine Bombe mit Zeitzünder, versteckt in einer Aktentasche, in das Besprechungszimmer des Führerhauptquartiers. Obwohl die Bombe planmäßig zur Explosion kam, wurde Hitler nur leicht verletzt, da ein Besprechungsteilnehmer die Tasche vom Platz des Führers zur Seite gestellt hatte. Die Widerständler aus bürgerlichen und militärischen Kreisen werden in den folgenden Monaten inhaftiert, in Schauprozessen vor dem Volksgerichtshof unter Roland Freisler zum Tode verurteilt und in der Regel exekutiert.
Aber auch Beamte, Diplomaten und Weimarer Politiker wurden von Freisler, dem Vorsitzenden des Volksgerichtshofes im Schnellverfahren abgeurteilt und hingerichtet. Andere prominente Opfer, wie Generalfeldmarschall Rommel, wurden zum Selbstmord gezwungen oder, wie Abwehrchef Canaris oder Dietrich Bonhoeffer, in KZ´s verschleppt und von der SS umgebracht. Keiner der Hauptbeteiligten und kaum einer der Mitwisser des Attentatversuchs vom 20. Juli 1944 überlebte.
21.07.   0.30 Uhr: Auf dem Hof des OKH werden Oberst Graf Stauffenberg, General Olbricht, Oberleutnant von Haeften und Oberst Quirnheim standrechtlich erschossen.
30.07.   Mit dem "Terror- und Sabotageerlass" werden Widerstandskämpfer nicht mehr Wehrmachtsgerichten überstellt, sondern sofort erschossen oder der Sicherheitspolizei übergeben.
01.08.  

Am 1. August 1944 begann planmäßig der Aufstand in Warschau. Die ersten schweren Kämpfe brachen im Westen Warschaus aus. Die deutschen Panzer wurden mit Brandflaschen und einfachen Panzersperren bekämpft, und bei manchen Aktionen gelang den Aufständischen sogar die Erbeutung deutscher Kampffahrzeuge. Am nächsten Tag wurde die Nachricht vom Aufstand über einen AK-Piratensender ausgestrahlt, vom BBC empfangen und sofort weiter verbreitet. Die Deutschen waren offensichtlich vom Aufstand überrascht; lediglich im Norden der Stadt fiel die geheime Mobilisierung der SS auf, und die AK konnte diesen Stadtteil erst nach vier Tagen erobern. Dennoch gelang den Aufständischen binnen einer Woche die Befreiung eines Großteils Warschaus.
SS- und Gestapo-Führer sowie andere Nazis wurden von der AK verhaftet und einem Standgericht zugeführt; doch die SS zündete Wohnhäuser an, liquidierte auch Zivilisten massenweise und vergewaltigte manchmal sogar polnische Frauen! Trotz extrem magerer Reserven behauptete sich die AK in Warschau, und obwohl die Vorräte nur für sieben Tage angelegt waren, war der Aufstand nicht zusammen gebrochen. Doch die Hoffnung der AK-Führung, die Rote Armee würde ihnen zu Hilfe kommen, erfüllte sich nicht. So waren die Aufständischen auf sich alleine gestellt, und die Revolte scheiterte. Insgesamt 63 Tage dauerten die Kämpfe. Praktisch ohne fremde Hilfe behaupteten sich 44.200 AK-Soldaten gegen mehrere SS-Divisionen. Der Warschauer Aufstand war eine der spektakulärsten Aktionen des Widerstandes gegen den Nationalsozialismus.

08.08.   Der erste Prozess gegen acht Beteiligte am Attentat vom 20. Juli endet mit der Verurteilung zum Tode. Die Todesstrafe wird auf Anordnung Hitlers sofort vollzogen.
12.08.   Aufgrund der starken Partisanenaktivitäten in Oberitalien befiehlt der deutsche Befehlshaber Kesselring scharfe Vergeltungsmaßnahmen.
07.09.   Carl Friedrich Goerdeler war von 1920 bis 1930 stellvertretender Bürgermeister von Königsberg, von 1930 bis 1937 Oberbürgermeister von Leipzig. Seine Verbindungen und sein Ansehen als bekannter Kommunalpolitiker nutzte er zum Aufbau der Widerstandsbewegung. Ein gewaltsames Vorgehen lehnte er jedoch ab. Von den Verschwörern des 20. Juli 1944 nach der geplanten Beseitigung Hitlers für das Amt des Reichskanzlers vorgesehen, wurde er am 7. September 1944 zum Tode verurteilt und nach fünfmonatigen Verhören wird er am 2. Februar 1945, auf ausdrücklichen Befehl Hitlers, mit einem Handbeil enthauptet.
07.10.   Im Krematorium von Auschwitz-Birkenau scheitert ein Aufstand der dort zur Arbeit eingesetzten Juden.
10.11.   In Köln werden 13 Mitglieder der Jugendorganisation "Edelweißpiraten" hingerichtet.
Das Terrorregime der Nazis, die Hitlerjugend und ihre paramilitärische Ausrichtung wurde nicht von allen Jugendlichen akzeptiert. Durch Kleidung, Frisur, Musik und Verweigerung des HJ-Dienstes sowie Mitarbeit in kirchlichen Organisationen versuchten einige von ihnen ihren Widerstand auszudrücken. Von den Nationalsozialisten als »wilde Jugendgruppen« oder als »jugendliche Cliquen« bezeichnet, wollten sie auf die Verbrechen und das Unrecht der Nazis aufmerksam machen. Dies geschah u. a. mit der Verteilung von Flugblättern. 1944 wurden »Richtlinien zur Bekämpfung jugendlicher Cliquen« herausgegeben, die sich vor allem gegen die so genannten Edelweißpiraten aus dem Rheinland richteten. Im November 1944 wurden 13 Mitglieder dieser Gruppe verhaftet und ohne Verfahren aufgehängt.
18.12.   In Wien wird das "Provisorische Österreichische Nationalkomitee" unter Einschluss der wichtigsten Widerstandsgruppen gegründet. Die wichtigste Gruppierung nennt sich O5, ein Zeichen für Österreich: Der Buchstabe O und der fünfte Buchstabe des Alphabets, also E. Dieses Zeichen wird an mehreren Plätzen angebracht. Der Gruppe gelingt es, von Wien aus nach Westösterreich zu wirken und vor allem im Alpenraum einen militärischen Widerstand aufzubauen. Zunehmend werden auch Österreicher bei den alliierten Truppen eingesetzt.
     
     
   
1945    
02.02.   Der Widerstandskämpfer Carl Friedrich Goerdeler wird in Berlin-Plötzensee auf Befehl Hitlers hingerichtet.
26.02.   Himmler ordnet die Einführung von Sonderstandgerichten an, um die Auflösungserscheinungen in vielen Wehrmachtseinheiten zu unterbinden.
03.04.   Himmler befiehlt die Erschießung aller männlichen Bewohner in Häusern, an denen weiße Kapitulationsflaggen gezeigt werden.
Mai   In vielen Städten Deutschlands beginnen Ermittlungen durch alliierte Militärgerichte, um die Ermordung von unzähligen Menschen, vor allem in den letzten Kriegswochen, aufzuklären und die Täter strafrechtlich zu verfolgen. Allein in Dortmund hatten Angehörige der Gestapo im März und April 1945 mindestens 300 Widerstandskämpfer und Zwangsarbeiter erschossen.
     
     
   
     
     

 

Quellen:
1.)  www.nrw2000.de/ns/attentat.htm
2.)  www.nrw2000.de/koepfe/stauffenberg.htm
3.)  www.nrw2000.de/koepfe/galen.htm
4.)  www.nrw2000.de/koepfe/rommel.htm
5.) www.geocities.com/uv_centcom/kap6/index.html