Zeitleiste - Tirol und Innsbruck
| 1933 | 1935 | 1937 | 1939 | 1941 | 1943 | 1945 | |||||||||||||||||||||||
| 1932 | 1934 | 1936 | 1938 | 1940 | 1942 | 1944 | |||||||||||||||||||||||
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http://members.fortunecity.com/reisenge/TIROL/gesch/geschtirol5.htm | ||
| 13.Jhd. | Mit den Görzer Grafen kamen im 13. Jahrhundert die ersten Juden als Zolleinnehmer in die Grafschaft Tirol. Es wurde überliefert, dass es bereits seit dem 14. Jahrhundert jüdische Familien in Tirol gab. Diese wurden meist toleriert, doch nur wenig geachtet, oft diskriminiert und zeitweise sogar verfolgt. Wellen von Antisemitismus traten besonders in Notzeiten auf, zum Beispiel zur Zeit von Magarethe Maultasch im 14. Jahrhundert: Pest, Erdbeben und ein Kirchenbann, wegen ihrer zweiten Ehe, erschwerten das Leben der Menschen. So mussten die Juden als Sündenbock herhalten und wurden vertrieben. Dies hatte den angenehmen Nebeneffekt, dass man oft seine Schulden los wurde, denn die Juden, denen es verboten war ein Handwerk zu erlernen, mussten dadurch als Händler und Geldverleiher/Bankiers arbeiten. Zeiten der Toleranz wechselten mit Zeiten der Verfolgung. Kindermordlegenden in verschiedenen Teilen Europas, zum Beispiel der "Anderl-von-Rinn-Kult", sorgten dafür, das der Hass auf die Juden immer wieder aufflammte. | ||
| 20er | Das politische Klima in den 20er Jahren unseres Jahrhunderts veranlasste einige jüngere Familien aus Innsbruck abzuwandern; sie gingen hauptsächlich nach Wien oder ins Ausland. Die jüdische Gemeinschaft wurde immer älter. Die Nationalisten als radikalste Gruppierung führten in den Zwanzigerjahren in ihrem Blatt "Der Nationalist" einen Judenkataster; 1929 erschien in der deutsch-nationalen Zeitung "Alpenland" neuerlich ein Flugblatt mit dem Titel "Wer ist Jude". Eine weitere Liste mit jüdischen und diesmal auch sozialdemokratischen Geschäften folgte anlässlich des "Gau-Turnfestes", das Anfang der 30er Jahre in Innsbruck stattfand. | ||
| 26.10.1918 |
Zusammenbruch Österreich-Ungarns. Italien besetzt kampflos das Trentino und Südtirol. In Innsbruck konstituiert sich am 26. Oktober die Tiroler Nationalversammlung aus den Deutschtiroler Abgeordneten des Landtages und des Reichsrates; am 11. November entscheidet man sich für die republikanische Staatsform. In der Hoffnung auf eine Rettung Südtirols taucht die Idee eines selbständigen Staates Tirol auf. |
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| 10.09.1919 | Unterzeichnung des Friedensvertrags zwischen Deutsch-Österreich und den Entente-Staaten in Saint-Germain bei Paris. Österreich muss Südtirol bis zum Brenner, das Küstenland mit Görz und Triest, Istrien und Gebiete von Dalmatien an Italien abtreten. Dem Land wird ein Berufsheer mit 30.000 Mann zugestanden. Für die Lufthoheit und die Hoheit über die Wasserstraßen werden Auflagen wie im Versailler Vertrag erteilt. Gleiches gilt für Reparationszahlungen. Österreich wird ein Anschluss an das Deutsche Reich untersagt. | ||
| 12.05.1920 | Gründungsversammlung der Tiroler Heimwehr. In Tirol wurde die Heimwehr im Mai 1920 sogar mit Unterstützung der Landesregierung schwer bewaffnet. Jeder Widerstand der Arbeiterschaft war dort aussichtslos, zumal auch das Bundesheer in die Unterdrückungsplanung der Konservativen eingebaut wurde. Maßgeblich beteiligt am Aufbau der Heimwehr in Tirol waren zwei fanatische Anhänger des italienischen Faschismus unter Mussolini, nämlich der deutsche Major Waldemar Papst und der christlichsoziale Rechtsanwalt Dr. Richard Steidle, die auch von Landeshauptmann Dr. Franz Stumpf unterstützt wurden. Steidle führte aber nicht nur in der Heimwehr sondern auch im Tiroler Antisemitenbund das große Wort. „Wir sehen die Krankheit der Zeit in dem übermäßigen Einfluss des Judentums und sind entschlossen, gegen diesen Schädling unseres Volkes zu Felde zu ziehen“. | ||
| 10.10.1920 | Im Friedensvertrag von St. Germain wird das südliche Tirol dem Königreich Italien zugesprochen und von diesem am 10. Oktober 1920 annektiert. Der Friedensvertrag führt letztendlich auch zur Klärung der staatsrechtlichen Stellung Tirols als Teil der Republik Österreich. | ||
| 29.09.1920 | Der damals noch völlig unbekannte Adolf Hitler tritt am 29. September im Innsbrucker Stadtsaal auf. Ende des Jahres verlassen die letzten italienischen Besatzungstruppen Nordtirol. | ||
| 24.04.1921 | Bei einer inoffiziellen Volksabstimmung in Tirol votieren 98,8 Prozent der Wahlbeteiligten für den Anschluss an Deutschland. | ||
| 1922 |
Die Faschisten unter dem "Duce" Benito Mussulini übernehmen die Macht in Italien. Sie organisieren einen Marsch auf Bozen. Beginn der Italienisierungsmaßnahmen in Südtirol. Der Unterricht in deutscher Sprache wird unter Strafsanktionen verboten. Die deutschen Lehrer werden in italienischsprachige Provinzen versetzt, die deutschen Beamten entlassen. Italienische Ortsnamen werden eingeführt, der Name Tirol wird verboten und durch die Bezeichnung "Alto Adige" (zu deutsch "Oberetsch") ersetzt. Alle deutschen Verbände und Vereine werden aufgelöst. Alle öffentlichen Ankündigungen, Firmenschilder, Wegweiser, Aufschriften usw. müssen italienisch sein. |
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| 02.06.1927 | In Innsbruck wird ein Rundfunksender in Betrieb genommen. | ||
| 15.07.1927 |
In Tirol wurde am 15. und 16. Juli 1927 der von der Sozialdemokratischen Parteiausgerufene Verkehrsstreik abgehalten, den Landeshauptmann Dr. Franz Stumpf durch die Bereitstellung von Bundesheer, Gendarmerie und schwer bewaffneter Heimwehr niederwerfen ließ, sodass die Arbeiter keinen Widerstand mehr leisten konnten. Um größere Menschenverluste zu verhindern, wurde auch der Streik in Jenbach abgeblasen, wo sich um die 1000 Arbeiter versammelt hatten, um ihre Solidarität mit den Eisenbahnern unter Beweis zu stellen. |
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| 12.11.1928 | Bei einem großen Heimwehraufmarsch in Innsbruck kommt es zum Zusammenstoß mit sozialdemokratischen Arbeitern, mehrere Personen werden verletzt. | ||
| 1929 |
Ein Heimwehraufmarsch in Innsbruck im Jahr 1929 führte zu einem Zusammenstoß mit sozialdemokratischen Arbeitern und forderte mehrere Verletzte. Die Folge waren Repressalien gegen den Republikanischen Schutzbund, wobei Steidle bereits damals in Tirol Anhaltelager für politische Häftlinge forderte. |
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| 1932 | |||
| Mai |
In Innsbruck hielten im Mai 1932 alle Kaufleute der Stadt ihre Geschäfte als Protest gegen von der Regierung eingeführte Zwangsbewirtschaftungsmaßnahmen geschlossen. Die Lebenshaltungskosten lagen in Innsbruck um 16 Prozent über jenen in Wien. |
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| 27.05. | Saalschlacht zwischen Sozialdemokraten und Nationalsozialisten in Hötting (Innsbruck) fordert einen Toten und 60 Verletzte. | ||
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| 1933 | |||
| 30.01. | Nationalsozialistische Machtergreifung in Deutschland. Adolf Hitler wird deutscher Reichskanzler. | ||
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Machtergreifung Hitlers in Deutschland. Terror und Wahlerfolge der Nationalsozialisten in Tirol führen zum Verbot der NSDAP in Österreich. Durch die Einführung der 1000 Mark Sperre wird der Tiroler Fremdenverkehr schwer getroffen. Verheerende Arbeitslosigkeit. Das österreichische Parlament wird ausgeschaltet. |
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| 07.03. |
Aus dem Nichts kamen die Nationalsozialisten bei Gemeinderatswahlen am 7. März 1933 an die Öffentlichkeit. In Innsbruck wurden sie mit 41,2% der Stimmen stärkste Partei. Als die NSDAP 1933 und die Sozialdemokraten 1934 verboten wurden, schieden aus dem Innsbrucker Gemeinderat neun NS- und 15 sozialdemokratische Mandatare aus. Der Stadtrat und inoffizielle Gauleiter Franz Hofer wurde zwar verhaftet, konnte aber befreit werden und flüchtete nach München. |
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| 15.03. | In Tirol wurden am 15. März 1933 die Wohnungen von Schutzbundgruppenführern durchsucht und am 16. März 1933 die Landesorganisation Tirol des Republikanischen Schutzbundes aufgelöst und die „Heimwehr“ als „Notpolizei“ anerkannt. | ||
| 23.04. | Die Gemeinderatswahlen in Innsbruck bringen einen unerwarteten Rückschlag für die Regierung: Christlichsoziale und Sozialdemokraten erleiden starke Verluste, während die Nationalsozialisten mit mehr als 40 % der Stimmen stärkste Partei werden. Daraufhin verbietet Bundeskanzler Dollfuß per Notverordnungsrecht alle Landtags- und Gemeinderatswahlen bis 31.03.1934. | ||
| 27.05. |
Die deutsche Reichsregierung
verhängt über Österreich die Tausendmarksperre (deutsche Staatsbürger müssen
vor einer Reise nach Österreich die Gebühr von RM 1.000,- erlegen). Durch
die Schädigung des österreichisches Fremdenverkehrs sollte die Wirtschaft
weiter geschwächt werden und die Regierung Dollfuß gestürzt werden.
Besonders für Tirol bedeutete das einen großen Schaden für den
Fremdenverkehr. Die Übernachtungen gingen von 4 433 200 in den Jahren 1929 –
1933 auf 508 700 in den Jahren 1933 – 1937 zurück. |
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| 11.06. | Attentat auf den Tiroler Heimwehrführer Richard Steidle durch Nationalsozialisten. | ||
| 19.06. | Dollfuß verbietet die Aktivitäten
der NSDAP in Österreich nach Terroranschlag gegen christliche Turner in
Krems. Die Nazis gingen in den Untergrund. "Attentate ließen das Leben im
Lande nicht zur Ruhe kommen." Die Terrorwelle der nationalsozialistischen Sprengstoff- und Bombenanschlägen nahm immer mehr zu und erschütterten und verunsicherten ganz Österreich. Sie führte sogar am 10.11. zur Einführung der bereits 1919 abgeschafften Todesstrafe. |
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| 1934 | |||
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Als die NSDAP 1933 und die
Sozialdemokraten 1934 verboten wurden, gingen die Nazis in den Untergrund.
"Böllerattentate, Flugzettel und Schmieraktionen, wie z. B. ein großes
Hakenkreuz an den Wänden der Sattelspitze neben der Frau Hitt, ließen im
Lande keine Ruhe aufkommen." |
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| 02.02. | Der Tiroler Heimatschutz erzwingt die Umwandlung der Innsbrucker Landesregierung in einen autoritären Landesausschuss und der Heimatschutz wird zur Sicherung der Tiroler Landesgrenzen aufgeboten. | ||
| 13.02. |
Anlässlich der Februarkämpfe kommt es in der Umgebung von Wörgl zu Gefechten zwischen dem sozialdemokratischen Republikanischen Schutzbund und bewaffneten Kräften der autoritären Regierung Dollfuß. Unter Umgehung der Landesverfassung wird auch in Nord und Osttirol die autoritäre ständestaatliche Regierungsform eingeführt. |
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| 25.07. | Nationalsozialistischer Putschversuch am 25. Juli. Ermordung von Bundeskanzler Dollfuß. Sein Nachfolger wird der Tiroler Rechtsanwalt Kurt Schuschnigg <Biografie> | ||
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| 1935 | |||
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Um die Italianisierung Südtirols voranzutreiben, beginnt man in Bozen mit der Errichtung der Industriezone; gleichzeitig wird von staatlicher Seite die Zuwanderung von Italienern aus dem Süden massiv gefördert. |
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| 1936 | |||
| 11.07. | Deutsch-österreichisches Verständigungsabkommen, das so genannte Juliabkommen, definiert Österreich als zweiten deutschen Staat. Mit diesem Abkommen hoffte der österreichische Bundeskanzler Kurt Schuschnigg Zeit zu gewinnen. Das Abkommen brachte Erleichterungen für illegale Nazis und bedeutete die Voraussetzung zur Bildung der "Achse" . Im Herbst desselben Jahres schlossen Hitler und Mussolini den Pakt Berlin-Rom. Damals kam "das makabre Scherzwort" auf, "diese Achse sei der Spieß, an dem Österreich braun gebraten werde". | ||
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| 1937 | |||
| 22.04. | Benito Mussolini fordert die österreichische Regierung zu einer Regierungsbeteiligung der NSDAP auf, um den inneren Frieden wiederherzustellen. | ||
| 26.04. | Bei einem Treffen mit Mussolini zur "Österreichfrage" erklärt Göring den Verzicht auf Südtirol. | ||
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| 1938 | |||
| 09.03. | Von dieser Welle der Zustimmung
getragen, bereitete Bundeskanzler Schuschnigg seinen nächsten Coup vor. Für
9. März war in Innsbruck eine Rede vor den Amtswaltern der Vaterländischen
Front angesagt. Nur Schuschniggs engste Mitarbeiter, waren darüber
informiert, was er dort sagen würde. Doch noch bevor der Kanzler in
Innsbruck bekannt gab, dass man am 13. März eine Volksbefragung über die
Unabhängigkeit Österreichs durchführen werde, wusste man in Berlin schon
davon. Wie man in den nächsten Tagen noch mehrmals feststellen sollte, saßen
die Nazis schon in der engsten Umgebung der Männer des Ständestaatregimes. "Mander, 's ischt Zeit" rief der Kanzler mit den Worten des Tiroler Freiheitshelden Andreas Hofer seinen Zuhörern entgegen. Da wusste er bereits, dass sich sein bis dahin engster ausländischer Verbündeter Mussolini gegen die Befragung ausgesprochen hatte. Bundespräsident Miklas, der die Rede in seiner Wohnung im Kreis der Familie am Radio mitgehört hatte, meinte: "Ob Deutschland das so einfach hinnehmen wird? Wenn das gelingt, dann können wir dem Herrgott dankbar sein." Und Hitler wie auch die österreichischen Nazis waren nicht bereit, die Volksbefragung so einfach hinzunehmen. |
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| 11.03. | Tirol war das erste österreichische Bundesland überhaupt, in dem der so genannte "Anschluss" vollzogen wurde. Am 1. März hatte der Tiroler Landtag (damals: "Ständischer verfassungsgebender Landtag") noch ein Treuegelöbnis abgelegt. Schon am 11. März wurde abends gegen 21.00 Uhr die Hakenkreuzfahne am Sitz der Landesregierung gehisst. | ||
| 12.03. | Die
deutsche Wehrmacht marschiert in Österreich marschiert (über Kufstein
und Scharnitz) in Tirol ein, dessen Truppen von der
Bundesregierung den Befehl erhalten haben, keinen Widerstand zu leisten.
Hitler fährt in seine Geburtsstadt Braunau am Inn. Abends spricht er auf
einer Großkundgebung in Linz. In ganz Österreich setzt eine Verhaftungswelle
gegenüber politischen Gegnern ein. Österreich" war mit dem 12. März 1938 politisch von der Landkarte verschwunden. Es wurde zur "Ostmark" und später in "Donau- und Alpengaue" eingeteilt. Für Hitler war das die "Heimholung ins Reich". Mexiko war das einzige Land weltweit, das dagegen protestierte. Die "Machtergreifung" war in Innsbruck mit einem mächtigen Fackelzug gefeiert worden. |
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| 12.03. | Die "Innsbrucker Nachrichten" titelten am 12. März: "Innsbrucks größter Tag – Anbruch eine neuen Zeit" sowie: "Der Nationalsozialismus übernimmt die Macht im Staate! Ein vollständiger Sieg nach fünfjährigem harten Kampfe!" | ||
| 28.03. | Richtlinien des Reichspropagandaministers Joseph Goebbels für den 10. April 1938 | ||
| 05.04. | Am 5. April war Hitler zusammen mit Himmler in der Tiroler Landeshauptstadt. Dieselben Schützen, die vier Wochen vorher am Bahnhof Schuschnigg Transparente mit der Aufschrift "Tirol bleibt treu" entgegengehalten hatten, skandierten nun "Sieg Heil". | ||
| 03.05. | Hitler trifft zu einem Staatsbesuch in Rom ein, wo er von Mussolini und König Viktor Emanuel III. empfangen wird. Mussolini erklärt die Alpen zur natürlichen Grenze der beiden Interessensphären. Hitler akzeptiert den Verbleib Südtirols bei Italien. | ||
| 24.05. |
Österreichs Länder werden in Gauverwaltungen zusammengefasst. Gauleiter
Tirol wird Franz Hofer <Biografie>: Franz Hofer wurde 1902 in Hofgastein geboren, seine Mutter war eine Vorarlbergerin. Bis 1933 arbeitete er als Kaufmann in Innsbruck. Vom Dezember 1932 bis März 1933 war er Leiter des Gaues Tirol – Vorarlberg. 1933 flüchtet er aus dem Gefängnis in Innsbruck nach München und macht von dort aus Tätigkeiten in der NSDAP – Landesleitung für Österreich. Nach dem Anschluss 1938 wird er zum zweiten mal Gauleiter von Tirol und dann Tirol – Vorarlberg. Nach dreijähriger US – Internierungshaft in Deutschland verstarb Franz Hofer 1975 als Exportkaufmann. |
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| 29.06. |
Lagebericht der Staatspolizeistelle Innsbruck an den
SD-Führer des SS-Oberabschnitts Donau, 29. 6. 1938: |
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| 01.10. | Am 1. 10. 1938
wurden die Verwaltungsstrukturen der Gaueinteilung angepasst. Tirol und
Vorarlberg wurden vereinigt, Osttirol kam zu Kärnten. Die deutsche Gemeindeordnung wurde ab 1. 10. 1938 eingeführt, einige Städte wurden durch Eingemeindungen wesentlich vergrößert (Graz, Linz, Salzburg, Innsbruck, Klagenfurt, Krems, St. Pölten usw.). |
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| Herbst |
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Gauleiter Hofer war ein Fanatiker. Als im Herbst 1938 die Verhandlungen der österreichischen Bischöfe mit dem Reichskommissar Bürckel in Wien abgebrochen wurden, "steigerten sich auch in Tirol die antikirchlichen Maßnahmen zu einem wahren Kirchensturm". Sein ganzer Ehrgeiz bestand darin, Hitler zum 50. Geburtstag (1939) ein "juden- und klosterfreies Tirol" übergeben zu können. |
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Nach der Besetzung Österreichs durch Hitler-Deutschland im März 1938 erbaute die Deutsche Wehrmacht am westlichen Ortsende von Rum ein Militärlager; die Grundbesitzer wurden enteignet. Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges wurde das Lager Rum im Mai 1945 von den Amerikanern in Besitz genommen und im August der französischen Besatzung überlassen, die es als Kriegsgefangenenlager verwendete. Von 1953 bis 1955 nützten es wiederum die Amerikaner und stationierten hier eine Nachschubeinheit; nach dem Abschluss des österreichischen Staatsvertrages wehte am 20. September 1955 über dem Lager erstmals die österreichische Fahne. Es entstanden hier Reihensiedlungen und Einfamilienhäuser, die Innsbrucker Kreuzschwestern siedelten sich mit ihrem Sanatorium an. |
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Während den früheren Eingemeindungen längere Verhandlungen der betroffenen Gemeinden vorauszugehen pflegten, wurden diese Maßnahmen nach der nationalsozialistischen Machtübernahme rücksichtsloser vorangetrieben: Im Falle von Hötting, Amras und Mühlau wurde die Eingemeindung zu Innsbruck noch 1938 per Dekret vollzogen. |
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| 1939 | |||
| 14.04. | "Ostmarkgesetz" - Umwandlung der Länder in Reichsgaue | ||
| 30.08. | Ein Führererlass verbietet das Abhören ausländischer Rundfunksender. | ||
| 01.09. | Deutscher Angriff auf Polen - Beginn des Zweiten Weltkrieges. | ||
| 21.10. | Das deutsche Reich und Italien unterzeichnen ein Abkommen über Südtirol. eine "Umsiedlung der Volksdeutschen ins Deutsche Reich bis zum 31.12.1942 wird vereinbart. | ||
| 09-10.11. |
In
der Nacht vom 9. auf den 10. November 1938 - "Reichskristallnacht" -
verübten in Zivil gekleidete SS-Männer mehrere Anschläge auf in Innsbruck
lebende Juden. Richard BERGER, Wilhelm BAUER und Richard
GRAUBART wurden in dieser Nacht ermordet. Josef ADLER erlag
seinen Verletzungen zwei Monate später. Zahlreiche Wohnungen und Geschäfte
und die Synagoge wurde beschädigt oder zerstört. |
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| 06.12. |
Lagebericht (des SD-Unterabschnittes Tirol an den SD-Führer
des SS-Oberabschnittes Donau in Wien), 6. 12. 1939. |
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| 31.12. |
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Die Mitglieder der ladinisch und deutsprachigen
Sprachgemeinschaften in Südtirol mussten bis zum 31. Dezember 1939 für einen
Verbleib in Italien (mit dem Verzicht auf die eigenen Rechte) oder für die
Auswanderung ins Dritte Reich optieren. |
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| 1940 | |||
| Adolf Hitler besucht Innsbruck und trifft sich am Brenner mit Benito Mussolini. | |||
| 01.01. |
In Südtirol beginnt die Umsiedlung der Optanten. 75000 Südtiroler wandern aus, durch die Kriegsereignisse wird die Umsiedlung gestoppt. Nach dem Kriegsende kehren rund 25000 Südtiroler in ihre Heimat zurück. |
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| 27.03. |
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... Mit der Verordnung vom 27. März 1940 hat der Landeshauptmann von Tirol und Vorarlberg die ab 1. April 1940 rechtswirksame Vereinigung der Gemeinde Arzl mit der Stadt Innsbruck ausgesprochen. Die Gemeinde Arzl hört demnach auf, selbständig zu sein... |
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| 01.04. |
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Der Elektro- und Radiohändler Franz Hofer (1902-1975) wurde von Hitler am 23. Mai 1938 (als Nachfolger von Edmund Christoph) zum Gauleiter und mit Wirkung vom 1. April 1940 zum "Reichsstatthalter" ernannt. Unweit von hier, am Rennweg, neben dem Haus der Begegnung, steht heute noch die Villa (heute eine Depandance der Österreichischen Akademie der Wissenschaften), die er sich 1938/39 von einem jüdischen Mitbürger namens Schindler angeeignet hatte. Für Hofer war es natürlich unerträglich, dass sein Domizil in unmittelbarer Nähe zum Kloster der Ewigen Anbetung lag. Deshalb ließ er es am 5. März 1940 aufheben. |
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| 1941 | |||
| 16.12. | Erste interalliierte Konferenz erklärt Wiederherstellung Österreichs zu einem der Kriegsziele. | ||
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| 1942 | |||
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Vill und Igls werden zu Innsbruck eingemeindet |
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Infolge der vor Bombardements relativ sicheren Lage Tirols verlegen immer mehr Rüstungsbetriebe ihre Produktion in die Alpen; eine große Anzahl von Zwangsarbeitern kommt damit nach Tirol. |
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| 18.02. | Im Berliner Sportpalast erklärt Dr. Joseph Goebbels den "Totalen Krieg". An der "Heimatfront" erfolgen daraufhin zahlreiche Maßnahmen, die das gesellschaftliche, kulturelle und wirtschaftliche Leben noch mehr einschränken. | ||
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| 1943 | |||
| Sturz Mussolinis und Besetzung Italiens durch die Deutsche Wehrmacht. Südtirol wird ein Teil der deutschen "Operationszone Alpenvorland" (Provinzen Bozen, Trient und Belluno) unter Gauleiter Hofer. Erste Luftangriffe der Alliierten auf Tirol. | |||
| 18.02. | Im Berliner Sportpalast erklärt Dr. Joseph Goebbels den "Totalen Krieg". An der "Heimatfront" erfolgen daraufhin zahlreiche Maßnahmen, die das gesellschaftliche, kulturelle und wirtschaftliche Leben noch mehr einschränken. | ||
| 19.02. | Christoph Probst - Mitglied der Widerstandsgruppe der Weißen Rose" wird in Innsbruck verhaftet. Der Volksgerichtshof verurteilt am 22.02. in München Hans und Sophie Scholl sowie Christoph Probst zum Tode. Am selben Tag Hinrichtung durch das Fallbeil | ||
| 13.09. | Nach der Kapitulation Italiens vom 13. September 1943 wird Oberitalien von den deutschen Truppen besetzt, und Südtirol, Trentino und Belluno kommen unter deutsche Verwaltung. | ||
| 01.11. |
Moskauer Deklaration über die Wiedererrichtung eines unabhängigen Staates Österreich. Zwar erfolgte die Befreiung Österreichs vom NS-Regime ausschließlich durch die Streitkräfte der Alliierten im Zweiten Weltkrieg, doch diente der Widerstandskampf der politisch und moralischen Rehabilitierung Österreichs und war im Hinblick auf den in der Moskauer Deklaration der Alliierten (1. 11. 1943) von den Österreichern geforderten eigenen Beitrag zu ihrer Befreiung von eminentem politischen Wert. |
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| 15.12. |
Innsbruck war bis zu diesem
15. Dezember 1943 von
Luftangriffen verschont geblieben. Luftschutzübungen für die Bevölkerung gab
es allerdings schon beginnend mit dem Jahr 1938, die aber in zunehmendem
Maße von den Leuten nicht mehr so ernst genommen wurden, wie es hätte sein
sollen. Vom 15. Dezember 1943 bis zum 20. April
1945 gab es in Innsbruck 22 Fliegerangriffe. Durch Luftangriffe
werden mehr als die Hälfte aller Gebäude Innsbrucks zerstört oder beschädigt |
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| 1944 | |||
| 06.06. | Landung der Alliierten in Frankreich. | ||
| 20.06. | Attentat auf Hitler durch Oberst Stauffenberg und Putschversuch, neue Verhaftungswelle auch in Österreich. | ||
| Der Unterricht in Schulen Innsbruck wird wegen der Luftangriffe in entlegene Landgemeinden verlegt. | |||
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Die von der nationalsozialistischen Propaganda hochstilisierte Alpenfestung erweist sich als Illusion, bewirkt jedoch einen beschleunigten Vormarsch der Alliierten Richtung Tirol. |
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| Oktober |
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1944 bekam auch die Stubaitalbahn ihren Teil am Kriegsgeschehen ab: Bei den Luftangriffen im Oktober wurden die Remise Innsbruck, die Umladeanlage am Westbahnhof, sowie die Gleisanlagen, letztere sogar im Bereich von Kreith, durch Bomben schwer geschädigt. Da die Personenwagen, soweit sie sich in Innsbruck befanden, bei Fliegeralarm in den Tunnel unter der Brennnerstraße gefahren wurden, blieben alle unversehrt, nur die Güterwagen wurden zum Teil beschädigt. Nach Kriegsende, als die Stadtbevölkerung in Scharen auf das Land fuhr um bei den Bauern ihre kargen Lebensmittelrationen aufzubessern, waren die 1941 neu gewickelten Motoren wieder so zusammen gebrannt, dass nur mehr zwei betriebsfähige Triebwagen für den nötigsten Berufsfahrerverkehr zur Verfügung standen. Die Stubaitalbahn musste, statt Rekordeinnahmen zu machen, den Fahrplan einschränken. Schifahrer konnten nur nach Maßgabe des vorhandenen Platzes in den Zügen befördert werden, außerdem mussten die für den Wintersport unentbehrliche Haltestelle Nockhofweg bergwärts aufgelassen werden, um den schadhaften Motoren das schädliche Anfahren in der Steigung zu ersparen. |
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| 16.12. |
Am 16.12.1944 erfolgte der 13. Bombenangriff von insgesamt 22 auf Innsbruck. Die Angriffe der feindlichen Flieger erfolgten meist zur Mittagszeit und dauerten kaum eine Stunde. Auf den Alarm hin eilten die Leute aus den Häusern in die Schutzräume (die Keller boten keinen wirklichen Schutz sondern nur die in den Abhängen bei Hötting, Mühlau, Amras und Wilten hinein gegrabenen Stollen und Kammern) und verließen sie dann nach der Entwarnung. |
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| 18.12. | In Wien wird das "Provisorische Österreichische Nationalkomitee" unter Einschluss der wichtigsten Widerstandsgruppen gegründet. | ||
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| 1945 | |||
| Jänner | Durch die wiederholten Angriffe ist die Brennerbahn oft längere Zeit, gegen Ende Jänner sogar 5 bis 6 Tage blockiert. Folge war ein starker Rückstau von Zügen zur Süd- und Südostfront. | ||
| 22.02. |
Am 22. Februar 1945 wird Reutte von den Amerikanern bombardiert. Acht Opfer unter der Zivilbevölkerung sind zu beklagen. |
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| 22.02. |
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Die Wörgler Bombentage vom 22./23. Februar 1945 werden in der Geschichte des Ortes als blutrote Erinnerungsdaten eingraviert bleiben. Doch Wörgl hat guten Grund, alljährlich am 23. Februar in der Kirche der Bombenopfer des Jahres 1945 zu gedenken, denn es fielen 46 in Wörgl wohnhafte Menschen und 23 Fremde, insgesamt 69 Personen, den Bomben zum Opfer. In Wörgl wurden 43 Häuser gänzlich zerstört, 105 Häuser wurden erheblich beschädigt. |
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| März | Die 12. US.Luftflotte nahm mit hunderten Flugzeugen mehrmals die Brennerbahn ins Visier, die Strecke wurde mehrmals und an vielen Stellen unterbrochen. | ||
| 14.03. | Karl Gruber trifft aus der Rüstungsindustrie des Deutschen Reiches kommend als "Ing. Brandt" in Innsbruck ein. | ||
| 19.03. |
Am 19.03.1945 fiel die Franziskanerkirche in Innsbrucksamt den Klostergebäuden einem schweren amerikanischen Luftangriff zum Opfer. |
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| 10.04. | Für die Aufräumungsarbeiten nach dem Nachtangriff auf Innsbruck am 10. April 1945 wurden wieder 174 Häftlinge des KZ Reichenau herangezogen. (Text zum KZ-Reichenau) | ||
| 28.04. | Am 28. April überschreiten amerikanische Soldaten die Grenze bei Vils. Am 29. April sprengen deutsche Truppen die Lechbrücke bei Lechaschau und die Gemstobelbrücke (Gemstalbrücke) am Gaichtpaß. | ||
| 12.05. | In Bozen wird am 12. Mai die Südtiroler Volkspartei durch Erich Amonn und eine Gruppe gleich gesinnter Freunde gegründet. Die Forderung nach der Selbstbestimmung für Südtirol und die Wiedervereinigung mit Österreich wird erhoben. | ||
| 28.04. |
Nach stürmischem Vormarsch durch Süddeutschland erreichte die 7. US-Armee am 28. 4. 1945 die Grenze Tirols im Außerfern. Der geringe deutsche Widerstand (Reste der Heeresgruppe G) ermöglichte den US-Truppen am 3. Mai die Einnahme von Innsbruck, das von einer Widerstandsorganisation befreit worden war, und die Besetzung Tirols innerhalb von 4 Tagen. |
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| 02.05. |
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Am 2. und 3. Mai wurde Zirl von den über den Zirlerberg vorgehenden amerikanischen Truppen beschossen. Von zurückgehenden deutschen Truppen wurde die Zirler Innbrücke gesprengt. Einige Zirler Feuerwehrmänner versuchten die Brücke zu löschen, mussten aber aufgeben, da sie von beiden Seiten beschossen wurden. |
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| 02.05. |
In Westösterreich, Oberitalien und Berlin kapitulieren die deutschen Truppen. In Innsbruck übernimmt die Widerstandsbewegung O5 die Macht in der Stadt. |
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| 03.05. |
Einheiten der 103. US-Infanterie-Division erreichen zwischen 19 und 20 Uhr Innsbruck (7. Armee); die Widerstandsbewegung besetzt das von den Nationalsozialisten geräumte Landhaus; die einrückenden US-Truppen werden von Reut-Nicolussi auf Englisch begrüßt. Am Ende des Zweiten Weltkrieges wird Tirol von alliierten Truppen besetzt. Die Widerstandsbewegung verhindert viele sinnlose Zerstörungen. Nordtirol wird später Teil der französischen, Osttirol der britischen Besatzungszone in Österreich. |
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| 04.05. |
Der Exekutiv- bzw. Ordnungsausschuss der "Österreichischen Widerstandsbewegung" tritt zur ersten Sitzung in Innsbruck zusammen, Gruber leitet den Vorsitz. |
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| 05.05. | Kapitulation der 19. deutschen Armee in Innsbruck. Mit der Kapitulationsurkunde vom 5. Mai 1945 war auch in Tirol der Krieg zu Ende. | ||
| Kriegsende | In den Kriegsjahren diente das Fluggelände in der Reichenau nur zur Ausbildung des fliegerischen Nachwuchses im Rahmen des NS-Fliegerkorps. Daher bestimmten vor allen Dingen die Segelflieger das heimische Fluggeschehen. Zwar hatte die NS-Regierung kurz nach dem Anschluss die in den dreißiger Jahren aus Geldmangel zurückgestellten Pläne der Tiroler Flugverkehrs-Gesellschaft zur Flugplatzverlegung wieder aufgegriffen, doch zogen sich die Grundablösen auf dem geplanten Flugareal auf der Ulfiswiese (im Westen der Stadt) derart in sie Länge, dass es auf dem neuen Gelände lediglich zur Errichtung eines Notflugplatzes mit einer Graspiste kam. Neben den Segelfliegern war dort nur selten ein Motorengeräusch zu vernehmen. Erst gegen Kriegsende wurde es kurzfristig laut, als dort einige Düsenjäger der Type Me 262 sowie einige Ju-87 landeten und danach gesprengt wurden, um nicht in die Hände der Alliierten zu fallen. | ||
| 12.05. | In Bozen wird am 12. Mai die Südtiroler Volkspartei durch Erich Amonn und eine Gruppe gleich gesinnter Freunde gegründet. Die Forderung nach der Selbstbestimmung für Südtirol und die Wiedervereinigung mit Österreich wird erhoben. | ||
| 23.05. |
Karl Gruber wird nach Aufgabe seiner Agenden als Chef der Widerstandsbewegung von der US-Besatzungsmacht als Landeshauptmann von Tirol bestätigt und offiziell anerkannt. |
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| Karl Gruber |
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| Juli | Lebensmittelkarten: In Innsbruck erhielt ein Normalverbraucher für den Monat Juli 1945 folgende Nahrungsmittel zugeteilt: 80 dag Fleisch, 20 dag Fett, 4 kg Brot, 25 dag Nährmittel, 25 dag Käse, 10 dag Kaffeeersatz, 25 dag Salz. Der Schwarzmarkt boomte, bei den Bauern wurden Schmuck und Perserteppiche gegen Lebensmittel eingetauscht. | ||
| 05.07. | Gruber beruft die provisorische Landesversammlung ein. | ||
| 06.07. | US-Truppen verlassen Tirol, französische Verbände rücken nach. | ||
| 09.07. | War die Arbeit der
Parteien von der amerikanischen Militärbehörde grundsätzlich untersagt
worden, waren die aufgrund des Zonenabkommens vom 9. Juli 1945 nachrückenden
Franzosen toleranter und erlaubten öffentliche Aktivitäten. Bald konnten
alle Parteien ihre Infrastrukturen schaffen und mit der politischen Werbung
beginnen, vorab die Kommunisten und Sozialisten. Gemäß Zonenabkommen vom 9. Juli 1945 waren am seIben Tag die ersten marokkanischen Einheiten in Innsbruck einmarschiert. Zehn Tage später folgte der Oberkommandierende der französischen Truppen in Österreich, General Emile Béthouard. General Béthouard war ein Glücksfall für Tirol. Er begann dieses Land rasch zu lieben und gewährte stillschweigend vieles, was er als Chef der Besatzungsmacht gar nicht hätte tun dürfen. Es waren auch oder vor allem solche Zugeständnisse an die Tiroler, wie das Waffentragen der Schützen oder das Segel- und Sportfliegen am Innsbrucker Flughafen, die – vielleicht rudimentär – doch aber wesentlich eine positive Stimmung in der Bevölkerung hervorriefen. |
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| 10.07. | Inzwischen hatten in größeren Gemeinden Vertreter der Widerstandsbewegung und unbelastete Parteipolitiker der Zwischenkriegszeit die Verwaltung übernommen, wie auch in Innsbruck, wo sich ein zehn- bis sechzehnköpfiger Ordnungsausschuss bildete, um eine halbwegs reibungslose Weiterführung der Amtsgeschäfte zu gewährleisten. Daraus entstand eine achtköpfige provisorische Landesregierung unter Landeshauptmann Dr. Karl Gruber. Sie berief zum 10. Juli eine provisorische Landesversammlung ein, eine Art ernannten Landtag mit 26 Mitgliedern (13 VP, 7 SP, 3 KP und 3 ÖWB -Österreichische Widerstandsbewegung), die sich zwar zu einem freien, demokratischen Österreich bekannte, aber mangels Kompetenzen kaum Aktivitäten entfalten konnte. | ||
| 16.07. |
In einer Rundfunkansprache erklärt Gruber den Hunger zum "Staatsfeind Nr.1". |
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| September | Es kann der gesamtösterreichische Postverkehr wieder aufgenommen werden. Allerdings unterliegt die gesamte Post der Zensur der Besatzungsmächte. Poststücke, die in eine andere Besatzungszone gehen, unterliegen der Zensur aller beteiligten Besatzungsmächte, also ein Brief von Innsbruck nach Wien der französischen, amerikanischen (oder britischen) und sowjetischen Zensur. Das bedeutet, dass so ein Brief mindestens eine Woche, oft aber auch zwei oder sogar drei Wochen unterwegs ist. | ||
| 22.08. |
Mit einstimmigem Beschluss des UNRRA-Rates wird Österreich in die Hilfsaktion der UNO miteinbezogen |
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| 04.09. |
Entschließung und Reden von Karl Gruber, Karl Kunst, Josef Ronczay, Alphons Marincovich und Eduard Reut-Nicolussi bei der Großkundgebung für Südtirol in Innsbruck vor über 30.000 Zuhörern; die französische Besatzungsmacht sorgt für ein Maximum an Publizität und spricht sich für eine Rückgliederung aus. Der Vorsitzende des Tiroler Bauernbundes Muigg ruft auf: "Mehr als ein Vierteljahrhundert lang hat ein erheblicher Teil unserer Heimat unter dem Joch der Faschisten aus dem Süden schmachten müssen, um später von den Faschisten aus dem Norden verraten und verkauft zu werden. Eine bessere, glücklichere Zeit ist angebrochen! Unsere Heimat Tirol fordert ihr Recht! Das Tiroler Volk ruft der ganzen Welt zu: Das Südtirol gehört zu Tirol, das Südtirol gehört zu Österreich!" Gruber übermittelt den Staatschefs und Außenministern der USA, der Sowjetunion, Großbritanniens und Frankreichs telegraphisch die Bitte, den Südtirolern die Möglichkeit einer Wiedervereinigung mit Österreich zu bieten; der Bischof von Brixen und alle Geistlichen Südtirols haben laut Tiroler Tageszeitung den Alliierten eine Bittschrift überreicht, in der die Wiederangliederung der deutschsprachigen und ladinischen Bevölkerung Südtirols an Österreich erbeten wird. |
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| 04.09. | Nach einer Vereinbarung zwischen Frankreich, der Schweiz und den französischen Besatzungsbehörden in Vorarlberg und Tirol nimmt der Arlberg-Express den Betrieb wieder auf; er verkehrt dreimal wöchentlich zwischen Paris und Innsbruck. | ||
| 05.09. | Die Renner-Regierung in Wien fordert die Rückgliederung Südtirols (das österreichische Memorandum erreicht London erst am 22. September). | ||
| 14.09. | Die Außenminister entscheiden für die Beibehaltung der Brennergrenze. Byrnes legt nun eine Zusatzformel im Hinblick auf territoriale Regelungen vor, in der es heißt: "Die Grenze mit Österreich wird unverändert bleiben, mit der Ausnahme, jeden Fall zu hören, den Österreich für kleinere Grenzberichtigungen zu seinen Gunsten vorbringt". "Minor rectifications" werden damit als zulässig bezeichnet. Diese Bestimmung, "die für alle späteren Überlegungen im Hinblick auf die Brennergrenze präjudizierend werden sollte" (Rolf Steininger) datiert vom 14. 09. | ||
| 23.09. | Die tägliche Nahrungsmittelration wird in Österreich von 800 auf 1500 Kalorien erhöht. | ||
| 01.10. | Weitere nüchterne Zahlen für viel Leid und Elend: Ungefähr 15.000 Tiroler waren während der NS-Zeit an der Front, in Gefängnissen, Konzentrationslagern und durch Bomben ums Leben gekommen. Zehn Jahre nach Kriegsende meldete die offizielle Statistik des Landesinvalidenamtes noch fast 10.000 von der Fürsorge betreute Kriegsversehrte, 4.054 Witwen, 5.103 Waisen und 2.564 Eltern von Gefallenen. Im August 1945 hatten die ersten Heimkehrertransporte begonnen, aus Italien und Norwegen, dann aus Frankreich. Am 1. Oktober 1945 waren 26.985 Tiroler Soldaten, davon 8.000 aus Russland noch nicht heimgekehrt. | ||
| 08.10. | Eine viersprachige Identitätskarte wird für alle Österreicher eingeführt. | ||
| 12.11. | Aus Washington wird gemeldet, dass der italienische Außenminister De Gasperi einen "erniedrigenden Frieden" für sein Land ablehnt. Unter anderem dürfe weder Triest noch Südtirol preisgegeben werden. Staatskanzler Renner trifft in Innsbruck ein. Nach Beratungen mit der Tiroler Landesregierung erklärt er in einer öffentlichen Veranstaltung, sein "Herzenswunsch" sei die Rückkehr Südtirols zu Österreich. | ||
| 25.11. | Die Landtagswahlen am 25. November, gekoppelt mit den Nationalratswahlen, brachten keine große Überraschung. Eigentlich nicht wirklich repräsentativ – alle ehemaligen Mitglieder der NSDAP waren zur Wahl nicht zugelassen, viele Soldaten waren noch in Kriegsgefangenschaft, die Zahl der Wahlberechtigten betrug somit nur etwas über 40 Prozent der Wohnbevölkerung – erhielten bei dieser ersten Wahl die VP (Volkspartei) 71,3 Prozent der Stimmen und 26 Mandate, die Sozialisten 26 Prozent und zehn Mandate, die Kommunisten gingen entgegen ihren Erwartungen mit 2,2 Prozent der Stimmen leer aus. Die Osttiroler, die schon im Sommer die Rückkehr zu Tirol gewünscht hatten, wählten zwar für den Tiroler Landtag, ihre Abgeordneten saßen aber noch – wenig akzeptiert – im Klagenfurter Landtag. | ||
| Dezember | Im Dezember übergeben die Alliierten die Verwaltung Südtirols an die Italiener. | ||
| 18.12. |
Die aufgrund der Nationalratswahlen vom 25. 11 gebildete Regierung unter Bundeskanzler Figl wird vom Alliierten Rat anerkannt; Ernennung Grubers zum Bundesminister für Äußeres. |
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| 27.12. |
De Gasperi erklärt laut Arbeiter-Zeitung 28.12., zur Südtirolfrage, dass diese Provinz zur geographischen Einheit Italiens gehöre. Die Grenzen eines Staates mit 45 Millionen Einwohnern können nicht durch unbedeutende Minderheiten entschieden werden, die noch dazu zum Großteil Nazi-Anhänger waren und vor und nach dem Kriege Hitler halfen. |
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| nach 1945 | |||
| 1946 |
in der zweiten Jahreshälfte 1946 demonstrierten – vor allem Frauen – vor dem
Landhaus gegen die Hungersnot. Im April 1948 lief für Österreich endlich
auch die amerikanische Marshall-Plan-Hilfe an, aber erst 1953 konnte die
Bewirtschaftung, die auch für Textilien, Hausrat, Schuhe und Brennstoffe
galt, aufgehoben werden. Mit beispielloser Energie, ohne tatenlos auf fremde Hilfe zu warten oder einfach das Land zu verlassen, hatte die Bevölkerung aber inzwischen den Wiederaufbau selbst in die Hand genommen. Die Bombenangriffe hatten in Innsbruck die Hälfte aller Gebäude zerstört oder beschädigt. Matrei a. Br., Reith bei Seefeld und Wörgl waren ebenfalls am meisten zerbombt, 11.500 Wohnungen waren in Tirol ganz oder teilweise zerstört, 3.000 Innsbrucker suchten eine Wohnung. Dann kam die rigorose Beschlagnahmung durch die französische Besatzungsmacht, für die anfangs Unterkünfte für 8.000 Personen bereitgestellt werden mussten. |
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| 04.01.1946 |
Als Gegenäußerung zur österreichischen Note an den Alliierten Rat richtet De Gasperi an die Botschafter der Alliierten in Rom eine Note, in der er am Verbleib Südtirols bei Italien festhält; die deutschsprachige Bevölkerung habe in diesen Territorien seit 1919 abgenommen, die italienische sei ständig gewachsen, Bozen sei heute eine größere Stadt mit italienischer Mehrheit, Südtirol zum "unentbehrlichen Hinterland für die Industrie der Poebene" geworden. |
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| 07.01.1946 |
Das Foreign Office lässt seinen Vertreter in Österreich, William B. Mack, wissen, dass keine Einwände bestünden, die Bundesregierung über die "provisorische Entscheidung" zu informieren, dass Südtirol mit Ausnahme allfälliger "kleinerer Grenzänderungen" nicht an Österreich abgetreten werde. |
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| 11.01.1946 |
Unterredung des Außenministers Gruber mit dem italienischen Handelsdelegierten in Wien, Maurillo Coppini, bei dem der Außenminister unmissverständlich klar macht, dass eine Autonomie für Südtirol keine Lösung des Problems sei, sondern nur Ausgangspunkt für neue anhaltende Konflikte; die Leiter der Mitteleuropa- und Südeuropa-Abteilungen im State Department vertreten den Standpunkt, dass eine Volksabstimmung in Südtirol in Betracht gezogen werden sollte. |
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| 21.01.1946 |
Gruber übergibt dem Alliierten Rat ein Memorandum, in dem Österreich im Falle der Rückkehr Südtirols anbietet: 1. Verbleib der Wasserkräfte bei Italien, 2. zukünftige Nutzung der Wasserkraft durch österreichisch-italienische Gesellschaften, 3. freie Wahl der Staatsbürgerschaft für die Italiener mit einem privilegierten Sonderstatus, Kultur- und Sprachautonomie, 4. Unterstellung Südtirols unter den Schutz der Vereinten Nationen, 5. Italien erhält eine Freihafenzone an der Donau; nach Auffassung des britischen Vertreters Mack "ein großzügiger und staatsmännischer Beitrag zur Lösung" des Problems; De Gasperi erklärt in der Consulta, dass die geplante lokale Autonomie nicht nur den deutschen Teil der Provinz Bozen betreffen, sondern sich "auf das ganze trientinische Venetien beziehen" müsse. |
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| 03.02.1946 |
Ministerpräsident De Gasperi erklärte laut NZZ einem Vertreter des Giornale del Mattino, eine Volksabstimmung in Südtirol wäre "ein Hohn und eine Dummheit". Es bestehe kein Grund, die Grenze von 1919 zu ändern. Bozen sei eine hauptsächlich von Italienern bewohnte Stadt. De Gasperi sagte u. a.: "Wir sind glücklich, dass sich Österreich von Deutschland loslöst und wir wünschen ihm ein Gedeihen, zu dem wir beitragen möchten, indem wir die besten kommerziellen und kulturellen Beziehungen mit Österreich wiederaufnehmen. Aber wer bietet eine Garantie dafür, dass die österreichische Republik, die sich bereits 1920 auf den Anschluss hin orientierte und bis zum Kriegsschluss an der Aggression Deutschlands teilnahm, nicht von neuem in den Bereich des Pangermanismus gerät? Zu glauben, dass die Deutschen in Südtirol eine Verstärkung für die Unabhängigkeit Österreichs bedeuten würden, ist eine Illusion, zunächst deshalb, weil es nur wenige sind, und dann, weil sie während des Krieges und vorher dem Hitlerischen Mythos zu sehr zugänglich waren." |
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| 20.02.1946 |
Höhenfeuer in ganz Tirol, Sprengung des Sockels des Andreas-Hofer-Denkmals in Meran, organisiert von Nordtiroler Südtirolaktivisten. Der Anschlag wurde von allen Parteien und der gesamten Presse Südtirols verurteilt. Die Dolomiten hierzu: "Die Wirkung des Anschlages dürfte allerdings eine ganz andere sein, als seine Urheber in ihrem kurzsichtigen nationalistischen Wahn sich erwarten mögen: Die Detonation von Meran hört man voraussichtlich auch in London!" |
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| 26.02.1946 |
Im britischen Oberhaus treten Lord Vansittart und Lord Perth in einer Debatte über Südtirol dafür ein, dass dieses mit Österreich vereinigt werde, das Trentino jedoch bei Italien verbleiben solle, da der nördliche Teil Südtirols deutschsprachig sei und seine Vereinigung mit Österreich wünsche. Sie sprechen sich gegen eine Volksabstimmung aus. Lordkanzler Jowitt erklärt, die Alliierten hätten die italienische Regierung wissen lassen, sie würden Südtirol unter italienischer Verwaltung belassen, ohne das künftige Schicksal des Landes, über das sie sich freie Hand behielten, zu präjudizieren. |
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| 11.03.1946 |
Rede Grubers in Innsbruck: "Südtirol muss zu Österreich zurückkehren". |
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| April 1946 | Massenwallfahrten, um für Südtirols Anliegen zu beten, setzen in der Diözese Brixen ein, so um Säben zum Fest Mariens Kreuzgänge. Großkundgebung in Innichen für das Selbstbestimmungsrecht Südtirols. | ||
| 22.04.1946 |
Südtirol-Großkundgebung in Innsbruck für die Wiedervereinigung mit dem südlichen Landesteil, die von der französischen Besatzungsmacht erneut genehmigt wird: 155.000 in Südtirol und unter den Südtirol-Optanten in Österreich gesammelte Unterschriften werden Figl unter dem Jubel der Bevölkerung überreicht. Er führt u. a. aus: "Am 9. 03 1938 hielt der letzte Bundeskanzler (Schuschnigg), der selbst ein Südtiroler war, seine letzte große politische Rede in Tirol. Niemals seit 1918 hat irgendeine Regierung Österreichs unseren Anspruch auf unser Südtirol aufgegeben. Es war dem barbarischen Usurpator Hitler vorbehalten, diesen schwersten Verrat an unserem Land zu begehen und durch die gewaltsame Deportation Tausender von Südtiroler Familien unendliches Leid über unsere Südtiroler Landsleute zu bringen. Ganz Österreich steht heute hinter uns, wenn ich als der erste Kanzler, der nach acht Jahren wieder vor euch steht, wiederhole: Wir wollen unser Südtirol wieder! (...) Das neue Europa, das sich die Gerechtigkeit gegenüber allen Völkern und Nationen als oberstes Programm gesetzt hat, kann dieses Programm nur verwirklichen, wenn es das erste und schwerste Unrecht, das auf diesem Gebiet gesetzt wurde, wieder gutmacht, denn gerade in der Südtiroler Frage handelt es sich darum, dass ein seit Jahrhunderten ungeteiltes Land, das stets ein Bollwerk freier demokratischer Entwicklung war, willkürlich, ohne jede Berechtigung, es sei denn aus strategischen oder imperialistischen Plänen eines Nachbarlandes zerstückelt wurde." Angesichts der ihm überreichten Unterschriften "von Österreichern aus Südtirol" betont Figl, dass dies "eine eindeutige Sprache der Zahlen" sei. Landeshauptmann Weißgatterer führt aus: "Man bleibe uns mit Autonomieversprechungen für Südtirol vom Leibe. Wir glauben an die Atlantikcharta, die Selbstbestimmung vorsieht. Lasst Südtirol sprechen, es wird für Österreich sprechen. Hitler wollte die Brennergrenze. Wir können nicht glauben, dass die Alliierten die Hitler-Grenze wollen. Die Welt höre uns." An die Kundgebung schließt sich ein Festzug, an dem über 20.000 Personen in Trachten und 102 Musikkapellen teilnehmen. Der ausländischen Presse wird auf der Seegrube ein Empfang gegeben, bei dem Reut-Nicolussi um Unterstützung bittet. |
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| 26.04.1946 | Die Beamten des State Departments legen sich fest, dass die Grenze zwischen Österreich und Italien unverändert bleiben soll. | ||
| 04.08.1946 |
Den 21 Delegationen der Pariser Friedenskonferenz werden vier Memoranden vorgelegt, in denen eine Volksabstimmung verlangt wird. Das erste Memorandum stammt von der Bundesregierung, das zweite von der SVP und der Sozialdemokratischen Partei Südtirols, das dritte von den Ladinern und das vierte vom Weihbischof von Brixen Geisler. |
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| 05.09.1946 |
Die Pariser Friedenskonferenz verweigert den Südtirolern das Selbstbestimmungsrecht. Gruber ist bereit, die Frage der Nennung des territorialen Geltungsbereichs der Autonomie offen zulassen und keine Formel zu verlangen, die das autonome Gebiet unbedingt auf die Provinz Bozen beschränkt. Er bittet Carandini, das Gleiche zu tun, und nicht direkt auf die Vereinigung der beiden Provinzen hinzuweisen: Damit ist der Weg für die Unterzeichnung der Vereinbarung zwischen Alcide De Gasperi und Karl Gruber in der italienischen Gesandtschaft geebnet, die als "Pariser Abkommen" im Artikel 10 Bestandteil des italienischen Friedensvertrags werden und Rechte der Südtiroler sichern soll: Mit diesem als "Pariser Vertrag" (bzw. "Gruber-De Gasperi-Abkommen) in die Geschichte eingehenden Abkommen wird den deutschsprachigen Südtirolern Gleichberechtigung mit den Italienern und ein bestimmtes Maß an Autonomie zugesprochen. Die mangelhafte Ausführung des Abkommens in der Folgezeit führt wiederholt zu Spannungen zwischen Österreich und Italien. |
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| 03.11.1946 | Die Konferenz der Außenminister (Marshall, Molotow, Bevin, Bidault) in New York tagt vom 3.11. bis 12.12., um aufgrund der Empfehlungen der Pariser Friedenskonferenz die Friedensverträge mit Italien, Rumänien, Ungarn und Finnland endgültig auszuarbeiten, beziehungsweise um die Punkte, die anlässlich der Friedenskonferenz unentschieden geblieben waren, zu klären. An der New Yorker Konferenz nehmen Byrnes, Bevin, Molotow und Couve de Murville (in Vertretung Bidaults) teil. Außer den Friedensverträgen mit den Satellitenstaaten der "Achse" wird auch das Problem der freien Donauschifffahrt, die Frage des Vetorechtes im Sicherheitsrat und das Deutschlandproblem behandelt; der Vertrag mit Österreich über den Minderheitenschutz in Südtirol und über den Durchgangsverkehr zwischen Nord- und Osttirol wird auf Wunsch Molotows mit geringfügigen Änderungen am 3.12. in den Vertrag aufgenommen (die Konzession des sowjetischen Außenministers an die Westmächte erfolgte am 2.12.); die Sowjetunion erhält das Recht, in Ungarn und Rumänien ihre Streitkräfte zum Schutze der Verbindungslinien nach Österreich zu belassen; Verhandlungen über den österreichischen Staatsvertrag sollen bei der nächsten Konferenz in Moskau stattfinden. | ||
| 1947 | Osttirol ist Teil der britischen Besatzungszone, wird jedoch verwaltungstechnisch wieder mit Nordtirol vereinigt. | ||
| 10.02.1947 | Der Friedensvertrag der Alliierten mit Italien wird unterzeichnet. Das später als "europäische Lösung" bezeichnete Gruber-De Gasperi-Abkommen wird im Annex IV des italienischen Friedensvertrages verankert. Artikel 85 des Vertrages bestimmt, dass die Annexe als integrierender Bestandteil des Vertrages anzusehen sind und dieselbe Bedeutung und dieselben Auswirkungen haben wie der Vertrag selbst. Das Abkommen lässt sich in der Folgezeit nur eingeschränkt realisieren. | ||
| 27.06.1947 | Die italienische Verfassung gebende Versammlung beschließt ohne Anhörung der Südtiroler die Errichtung einer "Region Trentino-Tiroler Etschland". Proteste der Südtiroler gegen den Zusammenschluss mit Trient bleiben wirkungslos. | ||
| 01.04.1948 | Mit dem Anlaufen der Marschall-Plan-Hilfe ab April 1948 setzte ein merkbarer wirtschaftlicher Aufschwung ein. | ||
| 01.10.1948 |
Ein Autonomiestatut wird für die gesamte Region "Trentino - Tiroler
Etschland" erlassen, wodurch von italienischer Seite die den Südtirolern
zugesicherte Autonomie unterlaufen wird. Das von den Faschisten abgetrennte
Südtiroler Unterland kommt wieder an die Provinz Bozen. Italien stellt mit der Inkraftsetzung der Verfassung die Südtiroler vor eine vollendete Tatsache, nachdem im Artikel 116 die Bildung einer Regionalautonomie Trentino-Alto Adige vorgesehen ist. Damit wird das Pariser Abkommens zumindest aus der Sicht der Südtiroler Interessen in einem seiner wesentlichen Punkte nicht erfüllt. |
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| 08.11.1948 | Gruber bei De Gasperi in Rom. Im Vorfeld dieses Besuches haben die Italiener klargemacht, dass Südtirol als "politisches Thema" nicht angesprochen werden darf. Gruber hat das akzeptiert. | ||
| 12.05.1949 |
Abkommen zwischen Österreich und Italien über die Regelung des erleichterten Warenaustausches zwischen Tirol, Vorarlberg und Trentino-Tiroler Etschland ("Accordino"). |
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| 1950 | Enttäuschende Umsetzung der Autonomie in Südtirol; Unterwanderung hält an. | ||
| 1950 |
Die laufende Reduzierung der Besatzungstruppen und die Liberalisierung der
Landesverwaltung und lokalen Behörden ergaben ein zunehmend gutes Verhältnis
zur Besatzungsmacht. Zugleich gewannen föderalistische Bestrebungen auch in
Tirol an Boden und mit dem "Inneren Rückzug" der französischen Besatzung aus
Verwaltung und Politik wurde die Wiener Zentrale spürbar. Genehmigungen
aller Art, die bisher bei der Militärregierung vor Ort eingeholt worden
waren, mussten jetzt umständlich und bürokratisch in Wien besorgt werden. Entscheidende Bedeutung beim ökonomischen Aufschwung des Landes kommt dem Fremdenverkehr zu. Nach Verbesserung der Ernährungslage erreichten die Nächtigungszahlen 1950 mit 1,9 Millionen bereits Vorkriegsniveau. 1981 war die 40 Millionengrenze überschritten. |
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| 21.06.1950 | ab Sommer: Jene Südtiroler, die um die italienische Staatsbürgerschaft angesucht haben, können nun um die österreichische ansuchen. | ||
| 21.09.1951 | Wegen fehlender Wiener Unterstützung seiner Südtirolpolitik bietet der österreichische Botschafter in Rom seinen Rücktritt an. | ||
| 06.12.1951 | Verbalnote Grubers an die italienische Regierung, in der er auf die autonomiefeindlichen Durchführungsbestimmungen zum Autonomiestatut und die Nichterfüllung des Pariser Abkommens verweist. Italienische Antwort vom 24.12.: Dies sei eine inneritalienische Angelegenheit; eine Einmischung Österreichs verbitte man sich. | ||
| 01.07.1952 | Der gesamte innere Amtsverkehr in Südtirol muss in italienischer Sprache geführt werden. | ||
| 1953 | Ende 1950 gab es nur noch diverse Kommando- und Versorgungseinheiten dieser Besatzung, drei Panzerkompagnien, zwei Pionierkompanien und zwei Alpenjägerbataillone, in Innsbruck, Rum, Hall, Schwaz, Kufstein, Kitzbühel, Seefeld und Imst stationiert. Bis Ende 1953 waren sie, wie die britische Besatzung in Osttirol, fast vollständig abgezogen, das militärische Oberkommando in Innsbruck wurde aufgelöst, nur in Wien verblieb bis zum Staatsvertrag ein bescheidenes Truppenkontingent. | ||
| 09.06.1953 | Der "Südtiroler Arbeitskreis" in Innsbruck: "Nordtirol hat das Recht, von sich aus für die Südtiroler einzutreten." | ||
| 08.10.1953 | Geheime Noten der Wiener Regierung an die Westalliierten, Forderung nach Volksabstimmung auch für Südtirol. | ||
| 24.11.1953 | Südtirol-Kundgebung in Innsbruck. | ||
| 01.05.1955 | Die SVP schwenkt mit Unterstützung Nordtirols und mit Blick auf die "Schutzmacht" Österreich auf eine härtere Linie ein. Diese beginnt mit dem Rücktritt Hans Dietls aus dem Regionalausschuß. Die SVP verweigert die Zustimmung zum Regionalhaushalt, die Sprengstoffattentate beginnen. | ||
| 15.05.1955 |
Nach Stalins Tod 1953 kamen in der Sowjetunion gemäßigtere Politiker an die Macht. Schließlich gelang es der österreichischen Regierung unter den Politikern Raab, Schärf, Figl und Kreisky im Jahr 1955 einen Staatsvertrag mit den Besatzern auszuhandeln. Am 15. Mai verkündete unser Außenminister vom Balkon des Prinz-Eugen-Schlosses Belvedere: „Österreich ist frei!“ Die letzten französischen und britischen Besatzungstruppen verlassen Nord und Osttirol. Österreich ist nunmehr außenpolitisch voll handlungsfähig. |
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| 08.10.1956 | Außenminister Figl übergibt Botschafter Corrias das Memorandum der
Bundesregierung betreffend Südtirol, in dem alle offenen Punkte des Pariser
Abkommens behandelt werden. Beginn von Verhandlungen über die Erfüllung des
Pariser Abkommens. Zwischen Österreich und Italien werden Verhandlungen über eine befriedigende Südtirol-Autonomie aufgenommen. Europarat und UNO werden in den folgenden Jahren mit dem Problem befasst. |
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| 17.11.1957 | Die größte Demonstration in der Geschichte Südtirols auf Schloss Sigmundskron. 35.000 Südtiroler protestieren gegen die bisherige Südtirolpolitik der italienischen Regierung. Die zentrale Forderung lautet: "Los von Trient!" und nach einer echten Autonomie. | ||
| 15.04.1959 | Mitte April: Als erste Regierung eines NATO-Staates auf dem europäischen Festland beschließt Rom die Stationierung amerikanischer Atomraketen. Gleichzeitig wird der Beschluß gefasst, die Abschussbasen in Südtirol zu errichten. Damit erhält Südtirol strategische Bedeutung - auch und vor allem für die USA, das von nun an in der Südtirolfrage hundertprozentig hinter Italien steht. | ||
| 13.09.1959 | In Innsbruck findet der größte Festzug in der Geschichte Tirols statt. 10.000 Schützen und 300.000 Zuschauer. | ||
| 23.12.1959 | Einreiseverbote für Nordtiroler Politiker nach Südtirol. | ||
| 60er |
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Waren die ersten Nachkriegsjahre noch geprägt von Ernährungssorgen, BrennstoffmangeI und Beseitigung der Kriegsschäden, begann mit dem Anlaufen der Marschall-Plan-Hilfe ab April 1948 und der Währungsreform ein merkbarer wirtschaftlicher Aufschwung. Zugleich wandelte sich Tirol von einer agrarischen in eine Industriegesellschaft mit hohem Dienstleistungssektor. Genährt durch Umfahrungsängste wegen großzügiger Schweizer Straßenbaupläne setzte Ende der Fünfzigerjahre ein wahrer Straßenbauboom ein. 1959 wurde die Timmelsjochstraße eröffnet und mit dem Bau der Brennerautobahn begonnen (1971 vollendet), 1967 die Felbertauernstraße fertig gestellt, von 1965 bis 1972 dauerte der Bau der Unterinntalautobahn, |
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| 1960 | Silvius Magnago, Landeshauptmann von Südtirol (1960-1987. | ||
| 28.06.1960 | Der österreichische Ministerrat beschließt einstimmig, die Südtirolfrage vor die UNO zu bringen. | ||
| 31.10.1960 |
Einstimmiger Entschließungsantrag der UNO-Vollversammlung (Resolution 1497): Wien und Rom werden aufgefordert, ihre Verhandlungen wieder aufzunehmen, um die Meinungsverschiedenheiten über das Pariser Abkommen zu bereinigen und den Streit darüber beizulegen. Damit anerkennt die UNO Österreich als Schutzmacht Südtirols. |
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| 11.06.1961 | "Feuernacht": zahlreiche Sprengstoffanschläge auf Hochspannungsmasten in Südtirol. Weitere Bombenanschläge in Südtirol folgen. Es folgt ein hartes Durchgreifen der italienischen Behörden, mehrere Südtiroler sterben an den Folgen von Folterungen. | ||
| 01.10.1961 |
Anschlag auf das Andreas Hofer-Denkmal auf dem Bergisel. Bombenanschläge und Attentate in Südtirol 1961 bis 1967.. Viele politische Verhandlungen und Treffen wegen der Südtirolfrage in den folgenden Jahren. |
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| 1961 | 1961 -1969 Österreichisch - italienische Verhandlungen über die Südtiroler Autonomie. | ||
| 1962 | In Mailand beginnt ein Prozess gegen 87 Südtiroler, sechs Österreicher und einen Deutschen, denen Sprengstoffanschläge in Südtirol zur Last gelegt werden. | ||
| 13.07.1963 | Eduard Wallnöfer wird Landeshauptmann von Tirol (nach dem Tod von Hans Tschiggfrey) bis 1987. | ||
| 28.09.1963 | In Innsbruck finden Feiern zum Gedenken an die 600jährige Zugehörigkeit Tirols zu Österreich statt. | ||
| 1964 | Errichtung der Diözesen lnnsbruck und Bozen-Brixen. | ||
| 25.05.1064 | Treffen zwischen Kreisky und Saragat in Genf. Die Begegnung wird zur grundlegenden Wende in den bilateralen Beziehungen. Kreisky und Saragat einigen sich auf die Einsetzung einer österreichisch-italienischen Kommission, die Maßnahmen zur verbesserten Autonomie erarbeiten soll. | ||
| 25.05.1966 | "Radio Freies Tirol" stellt ein Ultimatum: Abzug der italienischen Truppen aus Südtirol oder entsprechende Aktionen. | ||
| 11.07.1967 | Vortrag von Toncic im Ministerrat: Die Beziehungen Österreich-Italien haben den "tiefsten Punkt seit 1945 erreicht." Der Ministerrat beschließt, das Bundesheer zur Sicherung der Grenze einzusetzen. | ||
| 22.11.1969 |
Nach langwierigen Verhandlungen einigt man sich schließlich
auf das sogenannte "Paket", das in den folgenden Jahren umgesetzt wird und
einen wirksamen Minderheitenschutz für die Südtiroler darstellt. |
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| 1970 | Erste gemeinsame Sitzung der Landtage von Nord- und Südtirol. | ||
| 20.01.1972 |
In Südtirol tritt das neue Autonomiestatut in Kraft, de facto Auflösung der Region; deren Kompetenzen werden von den Landtagen in Trient und Bozen übernommen. |
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| 18.11.1977 | Kurt Schuschnigg stirbt in Mutters bei Innsbruck. | ||
| 1981 |
1981 wurde öffentlich eine Gedenktafel an die Schrecken der „Reichskristallnacht“ in der Sillgasse, dem Ort der 1938 verwüsteten Synagoge, im Beisein von Bürgermeister Alois Lugger, Landeshauptmann Eduard Wallnöfer sowie dem Botschafter Israels angebracht. |
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| 1989 | In Südtirol tritt die Bestimmung über die Gleichstellung der deutschen mit der italienischen Sprache in den Ämtern und über den Gebrauch der ladinischen Sprache in den ladinischen Gebieten in Kraft. | ||
| 1992 | Mit der "Streitbeilegungserklärung" Österreichs gegenüber Italien wird der formelle Abschluss der Südtirol - Verhandlungen vollzogen. | ||
| März 1993 |
Im März 1993 konnte die neue Synagoge in der Sillgasse feierlich eingeweiht und ihrer Bestimmung übergeben werden. |
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| Juni 1997 | Feierliche Eröffnung des Denkmals zur Erinnerung an die Opfer des Judenpogroms in Innsbruck am Landhausplatz. | ||
| 28.04.2004 | Enthüllung der Gedenktafel für Ilse Brüll - Schülerin in Innsbruck-Wilten - stellvertretend für alle Kinder die in der Zeit des Dritten Reichs getötet wurden. | ||
Quellen:
1.) www.airpower.at,
2.) www.judenpogrom.at,
3.) www.tibs.at/projekte/turteltaub
4.) www.canisianum.at/vortrag-batlog.html
5.) www.tirol.gv.at/themen/kultur/landesarchiv/downloads/geschichte_tirols.doc
6.) http://zis.uibk.ac.at/stirol_doku/welcome_chronik.phtml