Zeitleiste - Jugend, Erziehung und Schule
| 1933 | 1935 | 1937 | 1939 | 1941 | 1943 | 1945 | |||||||||||||||||||||||
| 1932 | 1934 | 1936 | 1938 | 1940 | 1942 | 1944 | |||||||||||||||||||||||
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| März 1922 | Im März 1922 wurde der Jugendbund der NSDAP gegründet. Die Ziele und die Ausrichtungen des Jugendbundes waren stets die gleichen wie die der Partei. Die Leitung dieses Bundes übernahm die Führung der SA.1923 erfolgte ein Verbot der Partei und somit auch des Jugendbundes. | |
| 07.07.1926 |
Der "Bund deutscher Arbeiterjugend" (später:
Hitler-Jugend) wird als Jugendorganisation der nationalsozialistischen
Kampfverbände gegründet. Das Ziel der Nationalsozialisten war es, die Jugendlichen im Sinne ihrer Ziele zu erziehen. Schulungsthemen waren daher: Gesunde Familie, Gesundes Volk, Erbkranker Nachwuchs, Germanentum, Versailles und seine Überwindung sowie Von der alten zur neuen Armee. Durch die Eingliederung in die Massenorganisation der Hitlerjugend sollte es gewährleistet werden, dass die Jugendlichen zu parteitreuen Erwachsenen heranwüchsen, die Hitlers Regime unterstützen. |
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| 03.12.1926 | Der Reichstag nimmt mit 248 gegen 158 Stimmen das Gesetz zur Bewahrung der Jugend vor Schund- und Schmutzschriften an, das Jugendliche vor pornographischen Schriften schützen soll. Die Gegner lehnen das Gesetz als Eingriff in die Freiheit der Kunst ab. | |
| 31.08.1927 | 31.08.-03.09.1927: Erste Weltbevölkerungskonferenz in Genf. Wichtigste Themen sind der Geburtenrückgang in den Industrieländern und das Problem der Auswanderung. | |
| 01.10.1927 | In Südtirol tritt eine Verordnung in Kraft, die italienischsprachigen Unterricht in allen Volksschulen vorschreibt. Offizielle Schriftstücke dürfen nicht mehr auf deutsch veröffentlicht werden. Ebenso untersagt sind deutschsprachige Texte auf öffentlichen Straßen-, Orts- und sonstigen amtlichen Hinweisschildern. | |
| 30.03.1928 | Die italienische Regierung unter Benito Mussolini verbietet alle nichtfaschistischen Jugendorganisationen. Die Maßnahme richtet sich vor allem gegen Verbände der Katholischen Kirche. | |
| 26.05.1930 | Reichsinnenminister Joseph Wirth (Zentrum) erhebt vor dem Staatsgerichtshof Anklage gegen das Land Thüringen wegen der Schulpolitik unter dem Minister für Inneres und Volksbildung Frick (NSDAP). Frick hat nationalsozialistische Schulgebete eingeführt. | |
| 09.07.1931 | Der Unterrichtsausschuss des Preußischen Landtags ordnet die Entfernung des Antikriegsromans "Im Westen nichts Neues" aus allen Schulbüchereien an. | |
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| 1932 | ||
| 01.10. | Die NSDAP veranstaltet in Potsdam einen "Reichsjugendtag", an dem rund 110.000 Menschen teilnehmen. | |
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| 1933 | ||
| Die erste Phase der NS-Schulpolitik von 1933 bis 1936 galt vorrangig der Machtkonsolidierung und der "Gleichschaltung" des Lehrkörpers. | ||
| 04.02. | Per Notverordnung wird die Versammlungs- und Pressefreiheit weiter eingeschränkt. | |
| 07.04. | Mit dem "Gesetz zur Wiederherstellung des Berufsbeamtentums" vom 7. April 1933 schufen sich die Nationalsozialisten eine formale Rechtsgrundlage zur Entlassung von jüdischen, sozialistischen und pazifistischen Lehrern und Schulleitern. | |
| 25.04. | Wenig später wurde mit dem am 25. April 1933 erlassenen "Gesetz gegen die Überfüllung deutscher Schulen und Hochschulen” die "Rassenzugehörigkeit" als Kriterium für den Zugang zu höheren Schulen und zum Hochschulstudium eingeführt. Der Anteil jüdischer Schüler und Studenten an der gesamten Schüler- bzw. Studentenschaft durfte nun nicht mehr den jüdischen Anteil an der Gesamtbevölkerung von knapp 1 Prozent überschreiten. Daraufhin halbierte sich die Zahl jüdischer Schüler an den öffentlichen Schulen bis 1935 | |
| 17.06. | Alle Jugendverbände werden dem neu ernannten Reichsjugendführer Baldur von Schirach unterstellt. | |
| 19.09. | Die italienische Regierung richtet Jugendorganisationen für die militärische Vorausbildung vom achten bis zum 18. Lebensjahr ein. | |
| 16.10. | Mit neuen Steuergesetzen werden kinderreiche Familien begünstigt. | |
| 27.11. | Die am
27. November 1933 gegründete NS-Gemeinschaft "Kraft durch Freude" (KdF) war
die populärste Organisation im NS-Regime. Das Volkswagen-Projekt sowie Nah-
und Fernreisen gehörten zu den wichtigsten Aktivitäten der
Freizeitorganisation KdF, einer Unterorganisation der Deutschen Arbeitsfront
(DAF). Die am 27. November 1933 gegründete Organisation „Kraft durch Freude“ war der Deutschen Arbeitsfront (DAF) untergeordnet und zuständig für die Freizeitgestaltung der deutschen Bevölkerung. Die KdF-Gemeinschaft galt als die massenwirksamste und populärste Organisation des NS-Regimes, da sie ein breites Erholungs- und Unterhaltungsprogramm anbot, das vor allem für die Arbeiterschaft bis dahin unerschwinglich gewesen war. Vorbild für ihre Gründung war die faschistische italienische Freizeitorganisation „Dopolavoro“, nach der die deutsche Vereinigung zunächst auch benannt worden war. Da die Nationalsozialisten jedoch den italienischen Ursprung verbergen wollten, wurde aus dem Namen „Nach der Arbeit“ sehr bald „Kraft durch Freude“. |
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| 12.12. | Für Studenten werden sportliche Prüfungen Pflichtbestandteil des Studiums. | |
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| 1934 | ||
| 05.02. | Jüdische Medizinstudenten werden nicht mehr zur Staatsprüfung zugelassen. | |
| 01.05. | Bernhard Rust (1883-1945) wird Leiter des neu geschaffenen Ministeriums für Wissenschaft, Erziehung und Volksbildung. | |
| 02.05. | Ankündigung eines obligatorischen Haushaltsjahrs für Schulabgängerinnen. Sie sollen ein Jahr unbezahlt bei einer Familie die Hauswirtschaft erlernen. | |
| 01.08. | Für Mitglieder der Hitler-Jugend (HJ) wird der Samstag als schulfreier Tag eingeführt. | |
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| 1935 | ||
| 15.01. | Für alle Schulen wird die NS-Erziehungspolitik als verbindlich festgelegt, die "Rasse- und Vererbungslehre" soll fester Bestandteil des Unterrichts werden. | |
| 13.02. | Das Erziehungsministerium richtet ein "Amt für Körperliche Erziehung" (Amt K) mit dem Ziel einer Wehrhaftmachung von Schülern und Studenten ein. | |
| 23.03. | In Berlin wird die groß angelegte Ausstellung "Das Wunder des Lebens" eröffnet, in der die NS-Rassentheorie dargestellt wird. | |
| 26.06. | Das "Reichsarbeitsdienstgesetz"
tritt in Kraft, mit dem für alle Frauen und Männer zwischen 18 und 25 Jahren
ein halbjähriger Arbeitsdienst zur Pflicht wird. Seit 1935 war daher der Reichsarbeitsdienst (RAD) für männliche Jugendliche obligatorisch; wenige Tage nach Kriegsbeginn 1939 wurde die Arbeitsdienstpflicht für weibliche Jugendliche eingeführt. Unter dem Motto "Mit Spaten und Ähre" zogen diese Arbeitskolonnen durch Deutschland, die, meist tatsächlich nur mit Spaten ausgerüstet, Moore trockenlegten oder neues Ackerland kultivierten. Alle Männer und Frauen zwischen 18 und 25 Jahren mussten den sechsmonatigen Pflichteinsatz beim Reichsarbeitsdienst leisten; eine Maßnahme, die ursprünglich der Bewältigung der Arbeitslosigkeit gedient hatte. Die kaum über dem Arbeitslosengeld liegende Bezahlung des Dienstes machte deutlich, dass es sich bei diesen Einsätzen im wesentlichen um "nationalsozialistische Erziehungsarbeit" handelte. |
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| 22.07. | Den katholischen Jugendorganisationen werden öffentliche Auftritte untersagt. | |
| 30.09. | Im Deutschen Reich kommt es zu Versorgungsengpässen bei Butter und Margarine. | |
| 08.10. | Auf Druck der NSDAP löst sich die "Deutsche Burschenschaft" auf. Die einzelnen Verbindungen werden in den Nationalsozialistischen Deutschen Studentenbund (NSDStB) eingegliedert. | |
| 12.10. | Reichssendeleiter Hadamovsky untersagt das Spielen von "Nigger-Jazz" im gesamten Rundfunk. Das kommt dem Verbot sämtlicher ausländischer Unterhaltungsmusik gleich. | |
| 18.10. | Mit dem "Gesetz zum Schutz der Erbgesundheit" werden Eheschließungen von Personen mit so genannten oder vermeintlichen Erb- oder Ansteckungskrankheiten untersagt. Für jede Heirat ist ein Gesundheitszeugnis erforderlich. | |
| 08.12. | Der Dachverband der amerikanischen Leichtathleten beschließt nach kontroverser Diskussion die Teilnahme an den Olympischen Spielen in Berlin. Damit wird die internationale Boykottbewegung entscheidend geschwächt. | |
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| 1936 | ||
| 25.02. | Der Reichsarbeitsdienst beruft alle im ersten Quartal 1915 geborenen Männer zur sechsmonatigen "Landarbeit" ein. | |
| 28.08. | Das Unterrichtsministerium in Österreich kündigt die Gründung des "Österreichischen Jungvolks" zur "vaterländischen Erziehung der Jugend außerhalb der Schule" an. | |
| 15.10. | Jüdische Lehrer dürfen keinen Privatunterricht mehr erteilen. | |
| 01.12. | Die Mitgliedschaft in der Hitler-Jugend (HJ) ab dem zehnten Lebensjahr wird für Jungen Pflicht. | |
| 01.12. | Gesetz über die Hitlerjugend von
1936
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| 04.12. | Die Schulzeit wird wegen der Verlängerung der Wehrpflicht und des Nachwuchsbedarfs in der Wirtschaft auf zwölf Jahre verkürzt. | |
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| 1937 | ||
| Ab 1936/37 verstärkte das NS-Regime die ideologische Umgestaltung des Schulunterrichts. Zeitgleich zum "Kirchenkampf" waren in erster Linie die "gesinnungsbildenden” Fächer wie Deutsch und Geschichte Ziel der nationalsozialistischen Einflussnahme, der es um die Vermittlung von "vaterländischer Größe" und von Heroismus ging. Der Geschichtsunterricht sollte sich auf die deutsche Geschichte und die der "nordischen Rasse” beschränken. Im Biologieunterricht wurden "Vererbungslehre” und "Rassenkunde” eingeführt. Um das nationalsozialistische Ideal "körperlicher Ertüchtigung” gegenüber einer geistig-intellektuellen Erziehung umzusetzen, erhielt der Sportunterricht eine erhöhte Stundenzahl. Die früheren Ideale klassisch-humanistischer Bildung wurden als "undeutsch" abgelehnt. Neben den neuen ideologischen Inhalten prägten Rituale und NS-Symbole wie Hakenkreuze, Fahnen, Fahnenappelle, Hitlerporträts und Hitlergruß immer deutlicher den Schulalltag. | ||
| 13.01. | Für Frauen wird in Deutschland zur Aufnahme eines Studiums die Ableistung eines Arbeitsdienstes zur Pflicht. | |
| 15.01. | Zur weiteren "Eliteförderung" wird die Einrichtung einer Adolf-Hitler-Schule in jedem deutschen Reichsgau beschlossen. | |
| 02.07. | Die Zahl jüdischer Schüler an Schulen wird begrenzt. | |
| 19.04. | Reichsjugendführer Baldur von Schirach verkündet bei einer Kundgebung in Westpreußen, dass nach einem siebenwöchigen Propagandafeldzug über 1 Million Jungen und Mädchen in die Hitler-Jugend aufgenommen worden seien. | |
| 03.09. | Nach Angaben der Buchhändler hat in der Belletristik der Roman "Die Biene Maja und ihre Abenteuer" die höchste Auflage in diesem Jahr erreicht. | |
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| 1938 | ||
| Nationalsozialismus in Österreich bedeutete auch eine entscheidende Veränderung des Schulsystems, das sich widerstandslos und durchaus bereitwillig an die neuen Gegebenheiten anpasste. Ausgerichtet auf die Erfassung des "ganzen" Menschen, sollte dem Einzelnen möglichst wenig individueller Spielraum gegeben werden. Persönliche Entscheidungen über Sinnbezüge des eigenen Lebens und Einsicht in gesamtgesellschaftlich-politische Zusammenhänge durften gar nicht aufkommen. Trotz der scheinbaren Zuwendung zu den Kindern war diese staatlich verordnete Pädagogik durch eine menschenverachtende Erniedrigungsideologie bestimmt, die im Rassenantisemitismus, der Doktrin vom "lebensunwerten" Leben und der Abwertung von allem Fremden zum Ausdruck kam. Kameradschaftliches Handeln im Sinne der Solidarität mit den Schwächeren hatte in diesem Erziehungssystem keinen Platz. An seine Stelle traten gegenseitige Überwachung und Disziplinierung zur bedenkenlosen Ausführung von "oben" gegebener Befehle. | ||
| so genannte Notdienstverordnung von 1938, die eine Heranziehung jedes Reichsbewohners für zeitliche begrenzte "Notdienstleistungen" ermöglichte | ||
| Wehrleistungsgesetz/Reichsleistungsgesetz von 1938/1939 führte, auf Grund dessen u. a. auch Jugendliche ab vollendetem 15. Lebensjahr zu "körperlichen Dienstleistungen" verpflichtete werden konnten. | ||
| 29.01. | Die Schulzeit für höhere Schulen in Deutschland wird von neun auf acht Jahre verkürzt. | |
| 15.02. | Für alle Frauen, die einen Beruf außerhalb von Haus- oder Landwirtschaft anstreben, wird ein Pflichtarbeitsjahr in diesen beiden Bereichen vorgeschrieben. Damit soll auch der Vierjahresplan gesichert werden. | |
| 12.06. | Mit Reichsjugendführer Baldur von Schirach und Innenminister Wilhelm Frick wird in Schlochau (Westpreußen) die Grundsteinlegung für das erste von über 550 neuen Heimen für die Hitler-Jugend (HJ) gefeiert. | |
| 01.08. | Mit einem neuen Eherecht wird die Ehe an bevölkerungspolitische Ziele gekoppelt. Demnach ist Kinderlosigkeit ein Scheidungsgrund. | |
| 17.08. | Für Juden mit "nichtjüdischen" Vornamen wurde es Pflicht, die jüdischen Vornamen Israel und Sara zum eigenen Namen zuzufügen | |
| 15.11. | Jüdische Kinder dürfen keine öffentlichen Schulen mehr besuchen. | |
| 16.12. | Für
die Geburt von vier Kindern erhalten Frauen ab sofort das Mutterkreuz. Das "Ehrenkreuz der Deutschen Mutter" (Mutterkreuz) wurde 1938 als Auszeichnung in Form eines Ordens von der Nationalsozialistischen Deutschen Arbeiterpartei (NSDAP) gestiftet. Es sollte eine ähnliche Funktion für die Mütter erfüllen wie das Eiserne Kreuz für die Soldaten, indem es einen Ehrenplatz in der Volksgemeinschaft symbolisierte. Die kinderreiche Mutter wurde für ihren Einsatz von "Leib und Leben" bei der Geburt und Kinderaufzucht ausgezeichnet. Adolf Hitler, in dessen Namen die Ehrung verliehen wurde, bezeichnete die Mutterschaft demgemäß als das "Schlachtfeld" der Frau. Nur wenige Mütter lehnten die Verleihung ab. Wie bei einem militärischen Orden gab es das Mutterkreuz in verschiedenen Stufen. Die Wertigkeit war jeweils nach Anzahl der Kinder gegliedert: Ab vier Kindern erhielten die Mütter das bronzene, ab sechs Kindern das silberne und ab acht Kindern das goldene Mutterkreuz. Bereits 1939 wurden 3 Millionen Frauen mit dem Mutterkreuz ausgezeichnet. Zu diesem Zeitpunkt lebten in knapp einem Viertel aller Familien vier Kinder und mehr. Damit galten die Familien als kinderreich und konnten finanzielle Vergünstigungen bei den Behörden beantragen. Der Wunsch nach möglichst vielen Kindern sollte durch wirtschaftliche Anreize ebenso gesteigert werden wie durch die ideologische Überhöhung der Mutterrolle. Das Mutterkreuz wurde nur an reichsdeutsche Mütter verliehen, die einen "Ariernachweis" vorlegen konnten und deren Kinder als "erbgesund" galten. |
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| 1939 | ||
| Seit
Kriegsbeginn entstanden in den Großstädten Gruppierungen von Jugendlichen,
die mit dem Nationalsozialismus nichts mehr zu tun haben wollten weniger
aus politischen Gründen, als aus Trotz und Überdruss an der Gleichförmigkeit
und den Zwängen des Regimes. Sie verweigerten den Dienst in der
"Hitlerjugend", hörten die im "Dritten Reich" verpönte Jazzmusik, tanzten
Swing, trugen "lässige" Kleider und pflegten freie Vorstellungen von Liebe
und Sexualität. So bildete sich im Münchner studentischen Milieu ein Freundeskreis, der sich in geistreichen Gedichten und Karikaturen über die Nationalsozialisten lustig machte und während der Bombennächte unbekümmert Partys feierte. Ganz anders ausgeprägt waren die Jugendgruppen im Arbeitermilieu: Die so genannten Blasen umfassten insgesamt mehrere Hundert 15 bis 20jährige. Sie lieferten sich Prügeleien mit Angehörigen der "Hitlerjugend", galten als "arbeitsscheu" und rutschten nicht selten in die Kleinkriminalität ab. Das nationalsozialistische Regime reagierte mit drakonischen Strafen: Die Jugendlichen kamen in Arrest und wurden manchmal jahrelang in JugendKZs festgehalten. |
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| 25.03. |
Dienstpflichtgesetz über die Hitlerjugend: Kollektiv organisiert war die deutsche Jugend im Alter von 10 bis 18 Jahren endgültig seit dem Erlass der Durchführungsbestimmungen vom 25. März 1939 zum Gesetz über die Hitler-Jugend. Die freiwillige Mitgliedschaft wurde durch die "Zweite Durchführungsverordnung zum Gesetz über die Hitlerjugend zur Pflichtmitgliedschaft. Die Anfänge der so genannten "wilden Jugendgruppen", zu denen auch die
Edelweißpiraten gehörten, entstanden in den Jahren 1938/39, als die HJ durch
die "Jugenddienstpflicht" vom 25.2.1939 die Freiheiten der Jugendlichen
immer mehr einschränkte. Diese Einschränkung hatte zur Folge, dass viele
Jugendliche den Wunsch nach jugendlicher Selbstbestimmung hegten und
dementsprechend die Disziplin und den Massencharakter der
nationalsozialistischen Jugendorganisationen ablehnten. |
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| 18.08. | Entsprechend dem Befehl vom 18. August 1939 verfügten die Nazis die zwangsweise Registrierung aller Geburten von physisch und psychisch behinderten Kindern. Bis zum Alter von drei Jahren sollten diese Kinder den Gesundheitsämtern gemeldet werden. Die selektierten Kinder wurden nach verschiedenen psychiatrischen Anstalten geschickt, wo sie durch tödliche Medikamente oder Nahrungsentzug umgebracht wurden. Im Zuge dieser Kinder-Euthanasie verloren bis zu 8000 Kinder ihr Leben. Auf der Grundlage von Hitlers Euthanasie-Befehl vom Oktober 1939 wurde das Tötungsprogramm auch auf Erwachsene ausgedehnt. Der Befehl wurde zurück datiert auf den 1. September 1939, den Tag des deutschen Angriffs auf Polen. Der Beginn des 2.Weltkrieges lenkte die Bevölkerung vom Euthanasie-Programm ab. So konnten die Nazis "unnütze Esser" los werden, sparten Geld und Personal, und machten Krankenhausbetten "frei". s | |
| 01.09. | Fett, Fleisch, Butter, Milch, Käse, Zucker und Marmelade waren ab dem 1. September 1939 nur noch gegen Lebensmittelkarten erhältlich. | |
| 08.09. | Schulen stellten das am 8. September 1939 eingeführte Notabitur aus, ein Abgangszeugnis, das bei Einberufung zum Militär als Reifezeugnis diente. | |
| 25.09. | In
Deutschland treten neue Lebensmittelverordnungen in Kraft. Sie sehen die
Zuteilung von Nahrungsmitteln auf Lebensmittelkarten vor. Brot und
Eier folgten ab dem 25. September. Ein "Normalverbraucher" erhielt in den ersten beiden Kriegsjahren pro Woche u.a. 2.250 Gramm Brot, 500 Gramm Fleisch und rund 270 Gramm Fett. Schwerarbeiter erhielten im Bezugssystem ebenso Sonderzulagen wie werdende Mütter oder Kinder. Nur sie kamen in den Genuss von Vollmilch, die übrigen Verbraucher erhielten Magermilch. |
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| Oktober. | Der Kauf von Kleidung wird im Deutschen Reich durch Bezugskarten geregelt. Mitte Oktober 1939 wurde für die nicht Uniform tragende Bevölkerung die Rationierung von Textilien mittels einer ein Jahr gültigen "Reichskleiderkarte" eingeführt. Der Bezugsschein bestand aus 100 Punkten, die beim Kauf von Textilien abgerechnet wurden. Ein Paar Strümpfe "kostete" 4 Punkte, ein Pullover 25 Punkte, ein Damenkostüm 45 Punkte. | |
| 28.12. | In Großbritannien wird der Lebensmittelverkauf rationiert. | |
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| 1940 | ||
| 01.01. | Für Studenten wird ein kriegswirtschaftlicher Zwangsdienst während der ersten drei Semester eingeführt. | |
| 09.03. | Neue Jugendschutzgesetze verbieten Jugendlichen den Aufenthalt an öffentlichen Orten nach Tagesende. | |
| 14.03. | Göring ruft zu einer Metallspendensammlung für die Kriegswirtschaft auf. | |
| Juni | Unter
der Bezeichnung "polizeiliches Jugendschutzlager" wurde in Moringen im Juni
1940 ein Konzentrationslager für männliche Jugendliche eingerichtet. Die
Inhaftierten waren im Alter von etwa 12 bis 22 Jahren und kamen aus dem
deutschen Reichsgebiet und aus den von deutschen Truppen besetzten Ländern
Europas. Sozial, 'rassisch', religiös oder politisch verfolgte junge
Menschen waren hier unter SS-Terror, Zwangsarbeit, Hunger und drakonischen
"Erziehungsmethoden" extrem lebensfeindlichen Bedingungen ausgesetzt. Viele
Jugendliche starben aufgrund dieser Lebensumstände. Viele wurden auf der
Grundlage von "erb- und kriminalbiologischen Gutachten" zwangssterilisiert
oder in andere Konzentrationslager deportiert.
Ein Blocksystem selektierte die Jugendlichen nach vermeintlichen charakterlichen und biologischen Merkmalen und Eigenschaften: “Beobachtungsblock (B-Block), Block der Untauglichen (U-Block), Block der Störer (S-Block), Block der Dauerversager (D-Block), Block der Gelegenheitsversager (G-Block), Block der fraglich Erziehungsfähigen (F-Block), Block der Erziehungsfähigen (E-Block)” und ein Stapo-Block (ST-Block), in dem politisch-oppositionell eingestufte Jugendliche, hierzu gehörte z.B. die sog. “Swing-Jugend”, eingewiesen wurden. Die Jugendlichen waren brachialer Gewalt ausgesetzt. Beschimpfungen, peinigende Strafen und sadistische Quälereien gehörten zum täglichen Leben der Häftlinge. Besonders gefürchtet waren das “Strafstehen” und der “Strafsport” auf dem “Blutacker”. Die Arbeitskraft der Jugendlichen wurde bis zur völligen körperlichen Auszehrung ausgenutzt. Ab 1941 war das Jugend-KZ Experimentierfeld innerhalb der NS-Rassenpolitik. So genannte Kriminalbiologen - unter der Führung von Dr. Dr. Robert Ritter - versuchten ihre Thesen, wonach "Kriminalität" und "Asozialität" erblich bedingt sein sollten, mit pseudowissenschaftlichen Untersuchungen an den inhaftierten Jungen zu belegen. Im Rahmen der NS-Rassenbiologie sollte auf der Basis der in Moringen geschaffenen "wissenschaftlichen" Grundlagen die rassistische Rechtfertigung für die Ausrottung oder Unfruchtbarmachung ganzer Bevölkerungsgruppen in Deutschland und den besetzten Gebieten geschaffen werden. Versuchsobjekte waren die jungen Häftlinge. |
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| 03.05. | Das Reichsluftfahrtministerium ordnet eine einheitliche und allgemeine Verdunkelung für ganz Deutschland zwischen Sonnenuntergang und -aufgang an. | |
| 11.05. | "Dem Ernst der Lage entsprechend" werden alle Tanzveranstaltungen verboten. | |
| 27.09. | Zu den seinerzeit im Deutschen
Reich ergriffenen zivilen Luftschutzmaßnahmen gehörte auch die durch einen
„Führerbefehl“ Hitlers vom 27. September 1940 angeordnete „Landverschickung“
der Kinder und Jugendlichen aus den luftkriegsgefährdeten (Groß-)Städten.
Sie erhielt die offizielle ebenso verniedlichende wie verschleiernde
Bezeichnung „Erweiterte Kinderlandverschickung“, kurz KLV genannt. Die laut
dem „Führerbefehl“ auf der Basis der Freiwilligkeit durchzuführende Aktion
sollte sich bis Kriegsende mit schätzungsweise über 2 bis zu 6 Millionen
verschickten Kindern, Jugendlichen und Müttern mit Kleinkindern - genaue
Zahlen existieren nicht - zur bisher größten Binnenwanderung der Geschichte
ausweiten. <Beitrag zur Kinderlandverschickung> |
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| 1941 | ||
| 13.01. | Martin Bormann verfügt als Stabsleiter von Rudolf Heß die Umwandlung von Klöstern in staatliche Einrichtungen, u. a. Erziehungsanstalten und Urlaubsheime. | |
| 22.02. | Der Reichsführer der SS, Heinrich Himmler, betont, dass eine höhere Geburtenrate "nationale Pflicht" der Deutschen sei. | |
| 06.04. | Himmler lässt alle Tanzveranstaltungen im Deutschen Reich verbieten. | |
| 23.04. | Die Weisung des bayerischen Kultusministers, die Kruzifixe aus Schulen zu entfernen, wird von einem beachtlichen Teil der Bevölkerung boykottiert. | |
| 04.08. | Der Reichsarbeitsdienst für Mädchen wird um sechs Monate Kriegshilfsdienst verlängert. | |
| 01.09. | An den deutschen Schulen wird die lateinische Antiqua-Schrift eingeführt. | |
| 17.09. | Im Deutschen Reich werden erstmals Todesurteile für das Hören ausländischer Rundfunksender verhängt. | |
| 04.11. | Für die Eheschließung wird in Deutschland ein "Unbedenklichkeitszeugnis" des Gesundheitsamts zur Pflicht. | |
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| 1942 | ||
| 08.01. | In einem Bericht vom 8.1.1942 an
den Reichsführer SS Himmler heißt es unter anderem: "In Hamburg hat sich in
den Oberschulen bzw. in der Jugend der Kaufmannschaft eine so genannte
Swing-Jugend gebildet, die zum Teil eine anglophile Haltung zeigt... Da die
Tätigkeit dieser Swing-Jugend in der Heimat eine Schädigung der deutschen
Volkskraft bedeutet, halte ich die sofortige Unterbringung dieser Menschen
in ein Arbeitslager für angebracht..."
Die für Himmler typische Antwort am 26.1.1942 lautete: "Meines Erachtens muss jetzt das ganze Übel radikal ausgerottet werden. Ich bin dagegen, dass wir hier nur halbe Maßnahmen treffen. Alle Rädelsführer... sind in ein Konzentrationslager einzuweisen... Der Aufenthalt im Konzentrationslager für diese Jugend muss ein längerer, 2-3 Jahre sein... Nur wenn wir brutal durchgreifen, werden wir ein gefährliches Umsichgreifen dieser anglophylen Tendenz in einer Zeit, in der Deutschland um seine Existenz kämpft, vermeiden können." |
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| 01.02. | Für eine Rationierung des Tabaks werden im Deutschen Reich Raucherkontrollkarten eingeführt. | |
| 05.02. | Reichsjugendführer Arthur Axmann fordert in einer Rede den Kriegseinsatz der Hitler-Jugend (HJ). | |
| 11.02. | Fünfzehnjährige Schüler der höheren Schulen werden in Deutschland als Luftwaffenhelfer für den Kriegsdienst rekrutiert. | |
| 06.04. | In Deutschland wird die wöchentliche Brot- und Fleischration verringert. In Großbritannien wird das Backen eines Einheitsbrots angeordnet, um Weizen zu sparen. | |
| 20.04. | Frauen werden in Deutschland zur Arbeit in Rüstungsbetrieben verpflichtet. | |
| 27.04. | Am 27. April 1942 erschien ein Erlass der "Reichsjugendführung", der besagte, dass Jugendliche zur Heimatflak herangezogen werden können, wenn sie sich freiwillig melden und wenigstens 17 Jahre alt sind. Ab Januar 1943 wurde ein teil der Schüler höherer und mittlerer Schulen, auch gegen ihren Willen, eingezogen. Durch die Offensive der RAF kam es unter den Jugendlichen zu sehr hohen Verlusten. | |
| 12.10. | In Italien wird zugunsten der Rüstungsproduktion der Verkauf von Spielzeug untersagt. | |
| 22.10. | Zur Gewinnung von Speiseöl wird die deutsche Bevölkerung zum Sammeln von Bucheckern aufgerufen. | |
| 07.12. | Die Gestapo verhaftet im Ruhrgebiet zahlreiche Jugendliche der "Edelweißpiraten", die sich bewusst den NS-Organisationen entziehen. | |
| 15.12. | Wegen Brennstoffmangels werden in Italien die Schulen bis Mitte Februar geschlossen. Der Unterricht wird bis dahin über den Rundfunk übertragen. | |
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| 1943 | ||
| 26.01. | Durch die am 26. Januar 1943 erlassene "Anordnung über den Kriegshilfseinsatz der Jugend in der Luftwaffe" wurde der Einsatz von Schülern der Ober- und Mittelschulen ab dem vollendeten 15. Lebensjahr als Luftwaffenhelfer in den Flak-Batterien verfügt. Die Luftwaffenhelfer-Tätigkeit galt jedoch als Erfüllung der "Jugenddienstpflicht" (HJ-Dienst) und begründete, wie in der Anordnung ausdrücklich bestimmt wurde, nicht den rechtlichen Status eines Soldaten. | |
| 11.02. | Im Deutschen Reich beginnt die zwangsweise Rekrutierung von Fünfzehnjährigen als Luftwaffenhelfer. | |
| 15.02. | Auf der Rechtsgrundlage dieser
„Anordnung“ sind ab dem 15. Februar 1943, dem ersten Heranziehungstermin,
bis Kriegsende Schüler der Jahrgänge 1926 bis 1928 der Ober- und
Mittelschulen sowie ab Ende 1944 auch der Berufsschulen in den
Flak-Batterien zunächst in der Nähe ihres Heimatortes, später aber auch in
weiter entfernten Gegenden eingesetzt worden. <Beitrag Schüler-Soldaten> |
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| 18.02. | Im Berliner Sportpalast erklärt Dr. Joseph Goebbels den "Totalen Krieg". An der "Heimatfront" erfolgen daraufhin zahlreiche Maßnahmen, die das gesellschaftliche, kulturelle und wirtschaftliche Leben noch mehr einschränken. | |
| 21.02. | Die Geschwister Scholl und Christoph Probst werden als Angehörige der Münchener Widerstandsbewegung "Weiße Rose" zum Tode verurteilt und hingerichtet. | |
| Juni | Schließung der Schulen in "luftgefährdeten" Städten des Rheinlands und Ruhrgebiets: Beginn der erweiterten Kinderlandverschickung (KLV) und Verlegung ganzer Schulen in als "bombensicher" geltende Regionen, z.B. Südwestdeutschland, Bayern, Ostpreußen, Sudentenland, Böhmen und Mähren. | |
| 15.06. | Ganze Schulklassen werden von nun an wegen Luftkriegsgefahr geschlossen verlegt. Die Evakuierung von Kindern wird massiv verstärkt. | |
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| 1944 | ||
| 31.03. | Alle Eltern im Deutschen Reich werden aufgefordert, in luftkriegsgefährdeten Gebieten die Kinderlandverschickung zu unterstützen. | |
| 08.04. | Der Reichsarbeitsdienst für Mädchen wird auf eineinhalb Jahre verlängert. | |
| 21.05. | Reichsfrauenführerin Gertrud Scholtz-Klink fordert zum Muttertag die deutschen Frauen zu "Geburtshöchstleistungen" auf. | |
| 04.08. | Am 4. August 1944 wird die Familie
Frank verhaftet. Anne Frank wird zunächst in die Lager Westerbork und
Auschwitz und schließlich ins Lager Bergen-Belsen verbracht. Dort stirbt
sie im März 1945. Annelies Marie Frank, wird 1929 als Kind jüdischer Eltern in Frankfurt/Main geboren. 1933 kommt in Deutschland die nationalsozialistische, antijüdische Partei Hitlers an die Macht. Anne Franks Eltern, Edith und Otto Frank, sehen in Deutschland keine Zukunft mehr für sich und ihre Kinder. Sie flüchten 1933 in die Niederlande (Amsterdam). Anne ist zu jener Zeit vier Jahre alt. Am 12. Juni 1943 beginnt Anne Frank Tagebuch zu schreiben. Es ist ihr 13. Geburtstag. In der Enge des Versteckes ist es Ersatz für eine Freundin und Gesprächspartnerin aber auch ein Ventil für Sorgen und Unmutsausbrüche. Eindringlich schildert sie hier ihr Schicksal als Verfolgte, stellvertretend für die Leiden aller von den Nationalsozialisten Verfolgten. Ihr letzter Eintrag datiert vom 1. August 1944. Nur Annes Vater überlebt. Nach dem Krieg veröffentlicht er Annes Tagebuch. Als Zeitdokument wird es in zahlreiche Sprachen übersetzt und bleibt das bewegendste und eindringlichste Dokument der Judenverfolgung im Nationalsozialismus. |
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| 10.08. | Joseph Goebbels verbietet alle "öffentlichen Veranstaltungen nicht kriegsgemäßen Charakters". | |
| 25.09. | Durch Erlass vom 25.9.1944 wurde die Bildung des „Deutschen Volkssturm“ befohlen, der alle waffenfähigen Männer im Alter von 16 bis 60 Jahren umfassen sollte. | |
| 17.10. | Im Deutschen Reich wird für Jugendliche der "soldatische Haarschnitt" obligatorisch. | |
| 25.10. | "Richtlinien zur Bekämpfung
jugendlicher Cliquen", am 25.10.1944 von Kaltenbrunner erlassen. Durch diese
Richtlinien wurde die Auseinandersetzung mit den oppositionellen
Jugendgruppen auf eine politische Ebene gestellt. Das heißt, die
Jugendlichen wurden als Staatsfeinde und Hochverräter behandelt. Die Nazis
sahen in der Jugendopposition im Grunde keine Form des Widerstandes, sondern
in erster Linie die Infragestellung ihres totalitären Erziehungsanspruches.
Im Kriege kam noch die Gefahr der so genannten "Wehrkraftzersetzung" dazu,
da sich die Jugendlichen gegen den Krieg aussprachen. Das NS-Regime bestrafte die oppositionellen Jugendlichen mit Fürsorgeerziehung, Gefängnis, Jugend-KZ und schreckten auch vor der Todesstrafe nicht zurück. |
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| 10.11. | In Köln werden 13 Mitglieder der Jugendorganisation "Edelweißpiraten" hingerichtet. Sie wurden von den Nationalsozialisten nach ihrem Merkmal, einem Edelweißanstecker benannt. | |
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| 1945 | ||
| 08.05. | Die deutsche Kapitulation verringerte die tägliche Not der Bevölkerung schließlich nur unwesentlich. Unter gewaltigen Kriegszerstörungen und Hunger hatte sie zum Teil noch Jahre zu leiden. | |
| 12.02. | Die Nationalsozialistische Deutsche Arbeiterpartei (NSDAP) ruft Frauen und Mädchen zum Hilfsarbeitsdienst beim "Volkssturm" auf. | |
| 05.03. | Die Wehrmacht beruft alle Jungen des Jahrgangs 1929 zum Kriegsdienst ein. Nach kurzer Grundausbildung werden sie an die Front geschickt. | |
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Quellen:
1.) www.bombenkrieg.historicum.net,
2. ) Gerhard E. Sollbach: "Schüler-Soldaten" Der Einsatz von
Luftwaffenhelfern, in: historicum.net [15.10.2003], URL:
<http://www.bombenkrieg.historicum.net/themen/luftwaffenhelfer.html>
3.) www.nrw2000.de/ns/edelweisspiraten.htm
4.) www.wk-2.de
5.) www.dhm.de/lemo/home.html
6) www.shoa.de