Künstlerische Begriffe und Gestaltungsweisen

Übersicht über die wichtigsten Begriffe für den BE-Unterricht (Farbenlehre, Werkzeuge, Materialien, künstlerische Techniken, Kunstrichtungen ...)

ABSTRAKT: (lat. abstractus „abgezogen“) unglücklicher, weil unklarer Kunstbegriff; vom Gegenstand wird seine äußere Erscheinung abgezogen und seine Struktur dargestellt; abstrakt bedeutet im üblich Sprachgebrauch „unanschaulich“, trifft aber in der bildenden Kunst nicht zu, weil diese immer anschaulich ist

ABSTRAKTION: (lat. abstrahere = wegziehen, trennen, abziehen) Gestaltungsprinzip der bildenden Kunst, wobei der Grad der Abstraktion in den jeweiligen Zeitstilen verschieden ist; die Verwandlung des Naturvorbildes in eine mehr oder weniger geometrisierte Form von großer Ruhe; in der Malerei: „Jede künstlerische Äußerung stellt einen Abstraktionsvorgang dar. Unter abstrakter Kunst versteht man jene Werke, die den Bereich gegenständlicher Darstellung verlassen und auf die Abbildung des Naturvorbildes verzichtet.“ (Kandinsky 1910); Abstraktionsvorgang: Schrittweise Verdeutlichung des Wesentlichen durch Vereinfachen bis zum Zeichen.

ACRYLFARBEN: Kunstharzfarben

ACTION PAINTING:  Fachausdruck für eine Form der abstrakten Malerei, in der die Tätigkeit des Malers, der Ablauf des Malprozesses - seine Spontaneität - sichtbar wird.

AKTIONSKUNST: (engl. Happening „Ereignis“) Es ist der Oberbegriff für viele andere Bezeichnungen wie Art Events, Fluxus, Performance oder als deutsche Bezeichnung Aktionskunst. Gemeint ist ein überraschendes, oft schockierendes Kunstereignis, das meisten improvisiert wird und dessen Erlebnis nicht vorhersehbar ist. Das eigentliche Kunstwerk ist die Aktion selbst. Der Künstler will mit dieser Aktion, die aus Elementen der Malerei, Bildhauerei, des Theaters, der Musik und des Tanzes bestehen kann, das Publikum einfach nur für sich interessieren, für seine Kunst und für seine künstlerischen Ideen. Vertreter: Joseph Beuys, Jim Dine, Allan Kaprow, Yves Klein, Claes Oldenburg, Robert Rauschenberg u. a.

ANTIQUA: (lat. „die alte Schrift“) Minuskelschrift der Renaissance, aus der lateinischen Schrift der Römer entwickelt.

APPPLIKATION: Textil-Collage; Aufkleben verschiedener Textil-Reste oder Aufnähen von Stoffstücken auf einem anderen Gewebe

AQUARELLFARBEN: Wasserfarben aus lichtechten, feinstgemahlenen Mineralpigmenten und Bindemitteln wie Leim oder Gelatine

AQUARELLSTIFTE: Aquarellfarben in Bleistiftform

ARCHITEKTUR: Baukunst

ASSEMBLAGE: Ausweitung des flächigen Tafelbildes durch Montage von Körpern (z. B. Fertigteilen) zu einem raumgreifenden Gebilde, reliefartige Gestaltung mit verschiedenen Materialien.

ÄSTHETIK: (griech. „durch die Sinne wahrnehmbar“) sinnliches Empfinden beim Wahrnehmen; Theorie der schönen Künste bzw. des Wahrnehmungsvorgangs beim Begegnen des Schönen; Lehre über alle durch Denken weiterverarbeiteten Sinnesempfindungen des Menschen; Lehre über das Schöne und seine Wirkungen auf den Menschen; Wissenschaft von der sinnlichen Erkenntnis; Disziplin der Philosophie  

ÄSTHETISCH: ohne alles Interesse gefallend, durch keine Zwecke getrübt, rein (s. Ästhetik)

ATELIER: Arbeitsraum eines Künstlers, Kunsthandwerkers, Modeschneiders, Fotografen  

AUSDRUCKSWERT der Farbe: das Auslösen von Empfindungen und Anmutungen durch Farbe (z. B. leuchtend, düster, kalt, warm); bei der Auseinandersetzung mit Ausdruckswerten der Farbe sind außer objektiven (bei vielen Menschen übereinstimmenden) auch subjektive Empfindungen zu berücksichtigen

BATIK: aus Südostasien stammendes, sehr altes Verfahren zur Herstellung gemusterter Stoffe

BAUKUNST (Architektur): Gesamtheit aller Bauwerke mit künstlerischer Gestaltung

BAUSTIL: wesentliche Gemeinsamkeiten der künstlerischen Mittel und Strukturen (technisch, räumlich) von zusammengehörenden Bauwerken

BILDENDE KUNST: umfasst die Sparten künstlerischen Ausdrucks, die ein Formen mit Materialien beinhalten: Zeichnung, Grafik, Malerei, Plastik, Design, Kunstgewerbe, Baukunst

BILDFORMAT: z. B. rechteckig, oval, kreisförmig usw., wobei das rechteckige Bildformat am gebräuchlichsten ist; Höhe und Breite des Formats werden mit Zahlen (meist in Zentimeter) angegeben, und zwar steht die Höhe vor der Breite; nach der Richtung des Größenausmaßes unterscheiden wir zwischen Hoch- und Querformat; das Format hat Einfluss auf die Bildordnung (Komposition).

BILDGRUND: Bildträger, z. B. Zeichenblatt (rau, glatt, saugend, ...), Karton, Stoff, Leinwand, ..

BILDORDNUNG: die Anordnung der bildnerischen Mittel auf der Bildfläche zu einem Ganzen, der Komposition; solche Ordnungsgefüge sind z. B. Streuung, Reihung, Stufung, Durchdringung

BILDZEICHEN: abstrahierte Bilder (z. B. Verkehrszeichen)

BINNENZEICHNUNG: die zeichnerische Gestaltung innerhalb des Umrisses einer dargestellten Form

BLEISTIFT: bekanntestes Zeichenwerkzeug; seit etwa 1600  eine in Holz eingebettete Graphitmine

BLOCKSCHRIFT: lateinische Großbuchstabenschrift

CARTOON: Bezeichnung für humorvolle, teilweise parodistische Witzzeichnung, mit oder ohne Textunterschriften

COLLAGE: (franz.  collé  „Leim, Kleister“) Bezeichnung für das Klebebild bzw. die künstlerische Technik; Einbeziehung vorwiegend flachen Materials (Papier, Fahrscheine, Stoffreste und Photos usw.) in den Bildzusammenhang; Collagen: Papierreißen, -schneiden, Faltschnitt, Spaltschnittbild, Klappschnittbild, Scherenschnitt, Natur-Montage, Wolleapplikation, Stoffapplikation usw.

COMICS: witzige oder abenteuerliche Bildgeschichte mit dem Text in Sprechblasen  

COMPUTERGRAFIK: mit Hilfe von Computern erstellte einfarbige oder mehrfarbige, linear flächige oder räumlich erscheinende
 grafische Blätter bzw. grafische Abbildungen auf Bildschirmen

CONCEPT ART: Konzeptkunst ist der Begriff für eine Ideenkunst. Diese Kunstrichtung entsteht um 1965 in Amerika und Europa. Der Künstler bietet eine Konzept an, einen Einfall, eine Idee, etwa in Form einer Zeichnung, eines Textes oder eines Fotos und will damit das Publikum anregen, selbst weiter schöpferisch tätig zu sein. Der Betrachter des Konzeptes soll sich in den Gedankengang des Künstlers vertiefen, sich aus seiner passiven Rolle herausführen lassen und seine eigene Denk- und Einbildungskraft aktivieren. Das Kunstwerk ist für den Künstler nicht mehr so sehr das geschaffene Bild, sondern der gedankliche Prozess, der vor der Ausführung liegt. In diesem Bemühen, den Betrachter durch Mitarbeit in den Kunstprozess mit einzubeziehen, wird die Kunst nur noch über den Veratand wahrgenommen. Hier gibt es nicht mehr das gemalte Bild, das man durch seine Sinne erfahren kann. Das ist Kunst für Intellektuelle, nicht für das breite Publikum. Vertreter: Joseph Beuys, Marcel Broodthaers, Daniel Buren, Victor Burgin, Jenny Holzer, Mario Merz u. a.

DADA(ISMUS): (franz. kindersprachlich "Pferd", angeblich Zufallsfund im Wörterbuch) Eine Bewegung der Kunst und Literatur, die sich gegen die traditionellen Wertmaßstäbe richtete. Ästhetische und inhaltliche Regeln wurden in ihren unkonventionellen künstlerischen Aussagen, die auf dem Zufall und der Beliebigkeit von Materialien basieren, absichtlich verneint (Vorstufe zum Surrealismus). Vertreter: Hans Arp, George Grosz, Max Ernst, Amedeo Modigliani, Kurt Switters u. a. 

DARSTELLUNGSMITTEL: z. B. Punkt, Linie, Fläche, Körper, Raum, Farbe

DARSTELLUNGSWEISE: linear, flächig, körperhaft, räumlich usw.; Primärfarben (Gelb, Rot, Blau) und Sekundärfarben, Farbordnung, z. B. sechsteiliger Farbkreis

DECKFARBEN: Farben, die einen hohen Anteil an Füllstoffen enthalten, den Grund nicht durchscheinen lassen und ein wasserlösliches Bindemittel besitzen sowie nach dem Trocknen wasserlöslich bleiben.

DÈCOLLAGE: eine bildnerische Gestaltungsart, bei der durch das Zerstören einer Oberfläche (Abtragen, Abschneiden, Abreißen) ein bewusstes, kritisches Sehen der Realität angebahnt werden soll

DEKORATION: Schmuck, Ausschmückung eines Bauwerks, eines Raumes oder eines Gegenstandes

DEKORATIV: schmückend, ornamental, mit Ornamenten versehen

DESIGN: (lat. designare „bezeichnen“) Entwurf, Entwurfzeichnung, Formgebung, Gestaltgebung und die so erzielte Form eines Gebrauchsgegenstandes (Grafik-, Mode-, Schmuck-, Industrie-, Textil-, Fotodesign)

DIN: Abkürzung für Deutsches Institut für Normung (festgelegte Papier- und Filmformate)

DISPERSIONSFARBEN: (lat. dispergere „zerstreuen, verbreiten“) aus zwei oder mehreren Phasen bestehendes Stoffsystem (Mischung), bei dem ein Stoff in einem anderen in feinster Form verteilt ist; die Farben sind mit Wasser verdünnbar, trocknen aber wasserunlöslich auf

DRIP PAINTING: Tröpfelmalerei, Technik des Action painting; aus tröpfelnden Farben bilden sich Linien, die den Rhythmus des Malens sichtbar machen; die Farben werden aus einem pendelnden Behälter oder unmittelbar von Hand auf die flachliegende Leinwand gespritzt 

DRUCK: in der grafischen Technik Druckvorgang, Druckverfahren, Druckerzeugnis und  Auflage (Erst-, Neu-, Nachdruck); Druckverfahren: Hochdruck (Stempeldruck, Holzschnitt, Holzstich, Linolschnitt, Materialdruck, Buchdruck, Prägedruck), Tiefdruck (Kupferstich, Radierung, Aquatinta, Schabkunst), Durchdruck (Siebdruck)

DRUCKEN: Vervielfältigung von Text- und Bilddarstellungen durch Übertragung von Druckfarben auf einen Druckträger mit Hilfe eines Druckstoffs

DRUCKGRAFIK: künstlerische grafische Einzelblätter und Folgen in limitierten Auflagen

DRUCKSCHRIFT: Bezeichnung für Schriften, die traditionell aus einzelnen Buchstabentypen (Lettern) zusammengesetzt und abgedruckt werden

DRUCKTECHNIKEN: Holzschnitt, Holzstich, Linolschnitt, Kordeldruck, Stoffdruck, Kartondruck, Materialdruck, Collagedruck, Kupferstich, Radierung, Aquatinta, Monotypie, Siebdruck, Lithografie, Fotogramm

EINGESCHRÄNKTE PALETTE: Malen unter Verwendung einiger bestimmter Farbtöne

EMAIL: glasharter, gut haftender, korrosions- und temperaturwechselbeständiger, oft farbiger Überzug, der auf metallische Oberflächen aufgeschmolzen wird

EMBLEM: (griech. „angesetztes Stück“) ursprünglich das einzelne Stück eines Mosaiks; Verzierung im allgemeinen; Kennzeichen oder Sinnbild, das erst durch den Titel oder kurze Überschrift und die Unterschrift verständlich wird (verschlüsselter Inhalt)

ENKAUSTIK: eine Maltechnik, bei der die Pigmente durch reines Wachs gebunden sind; die Wachsfarben werden hart oder flüssig aufgetragen und überarbeitet

ENTWURF: jede zeichnerische Niederschrift einer Idee vor der eigentlichen Werkausführung

ENVIRONMENT: Zusammenstellung von Objekten mit dem Ziel, die Umgebung (frz. Environ), z. B. eine Innenraum, in Verbindung mit anderen Medien zum Ausdruckträger zu machen; überraschende Kombinationen sollen Assoziationsfähigkeit und Reflexionsbereitschaft erhöhen und zum Mithandeln motivieren

ETIKETTEN: Banderolen, Aufkleber; zur Kennzeichnung von Inhalten in der Industrie; der Inhalt wird verschiedenartig gekennzeichnet und zusammen mit dem Namen, der Herkunft oder dem Firmennamen in Form eines Aufklebers angebracht

EXPERIMENTELLE VERFAHREN: sind in der Bildnerischen Erziehung nicht wissenschaftlich aufgebaute oder systematische Arbeitsverfahren

EXPRESSIONISMUS: (lat.) Bezeichnung einer Stilrichtung in der Kunst des frühen 20. Jahrhunderts, die im besonderen Malerei und Grafik beherrscht. Expressionismus ist grundsätzlich eine Ausdruckskunst, die so direkt wie möglich die innere Beteiligung des Künstlers anschaulich machen will. Als künstlerisches Mittel dienen vereinfachte und auf elementare Abkürzungen reduzierte Formen sowie eine freie, subjektive, teilweise heftige Farbgebung. Vorläufer: Vincent van Goch, Paul Gaugin, James Ensor, Edvard Munch; Vertreter: die Künstlervereinigung "Die Brücke" in Dresden und später in Berlin (Erich Heckel, Ernst Ludwig Kirchner, Otto Mueller, Karl Schmidt-Rottluff, Emil Nolde, Max Pechstein) und der "Blaue Reiter" in München (Franz Marc, August Macke, Wassily Kandinsky, Gabriele Münter, Alexej Jawlensky,  Paul Klee), Oskar Kokoschka, Alfred Kubin, Egon Schiele, Max Beckmann u. a..

FARBABSTUFUNG: Abwandlungen von reinbunten Farben (Primär- und Sekundärfarben) durch Schwarz, Weiß oder Grau oder durch Verdünnung mit Wasser, das durch ein Hervortreten des weißen Bildgrundes ein Heller-Werden des Farbtons bewirkt; Zumischungen von Weiß ergeben getrübte Aufhellungen, von Grau und Schwarz getrübte Verdunkelungen; man spricht von Abwandlungen des Tonwertes oder des Hell-Dunkelwertes

FARBAUFTRAG: mögliche Auftragsarten der Farbe wie deckend, lasierend, nass-in-nass, spachtelnd usw.

FARBE: das Wort bezeichnet sowohl einen Werkstoff (Pigment und Bindemittel) als auch eine Sinnesempfindung; in der Malerei wird die Farbe als das wichtigste Gestaltungselement verwendet (Lokalfarbe, Erscheinungsfarbe, Symbolfarbe, autonome Farbe)

FARBKREIS: Systematische Anordnung von Farben in einem Kreis

FARBMISCHUNG: Abwandeln (Modulieren) durch Mischen, z. B. der Übergang von einer Farbe zur anderen; additive Farbmischung (physikalisch-optische Mischung) wird erzielt durch Übereinanderprojektion von verschiedenfarbigen Lichtern auf einer weißen Tafel; subtraktive Farbmischung (physikalische und materielle Mischung) ergibt sich beim Durchgang von Licht durch verschiedenfarbige Filter

FARBMODULATION: ist die Mischung einer Reinbuntfarbe mit einer oder mehreren Farben; es kommt dabei zur Veränderung des Farbcharakters der Ausgangsfarbe

FARBQUALITÄT: auch als Farbton bezeichnet; Rot, Gelb, Blau, Grün u. a. Farbtöne höchster Intensität nennt man reinbunt; Itten gebraucht den Ausdruck „Farbqualität“ für den Reinheitsgrad der Farbe

FARBSTIFTE: Farbstifte gibt es in verschiedenen Härtegraden, als Holzstifte und Klemmstiftminen

FASERSCHREIBER: Zeichen- und Malstifte, gefüllt mit Farbflüssigkeiten und einer Zeichenspitze aus feinen Kunststofffasern

FAUVISMUS: Stilrichtung der französischen Malerei im frühen zwanzigsten Jahrhundert. Es handelt sich um einen lockeren Zusammenschluss von Künstlern, die die Überwindung des Impressionismus unter Betonung individuellen Ausdrucks verfolgten. Sie lehnen die Farbzerlegung der Impressionisten ab, malen mit reinen Farben und verzichten auf Licht- und Schattenmodellierung. Bei der ersten öffentlichen Ausstellung der Gruppe werden ihre reinen Farben als grell empfunden, die Presse bezeichnet sie als Fauves ("wilde Tiere").

FEDER: ein zum Schreiben und Zeichnen mit Tinte oder anderen Schreibflüssigkeiten verwendetes Gerät: z. B. Rohrfedern (Schilf, Bambus, Holunder), Kielfedern (Gänse-, Raben-Krähenfeder), Metallfedern (Redis-, Zeichen-, Schräg- oder Bandzugfeder)

FERNSEHEN: die Übertragung sichtbarer, bewegter Vorgänge oder ruhender Vorlagen mit Hilfe elektromagnetischer Wellen (drahtlos oder über Kabel)

FILM: allgemein die Gesamtheit der Verfahren zur bildnerischen Aufzeichnung und Wiedergabe von Bewegungsvorgängen und der darauf beruhenden visuellen Darbietungsformen (Kurzfilm, Spielfilm, Dokumentarfilm, wissenschaftlicher Film)

FILZSTIFTE: Zeichen- und Malstifte; gibt es mit verschiedenen Tuschen (wasserlöslich, auf Alkoholbasis, als Leuchttusche)

FLACHDRUCKVERFAHREN: hier drucken weder Erhöhungen noch Vertiefungen, sondern Teile der Oberfläche des Steines oder der Platte; diese werden chemisch so verändert, dass sie Fett (Druckfarbe) aufnehmen oder abstoßen

FORMAT (Bildformat): in Grafik und Malerei die vom Künstler häufig bewusst gewählte Größe der Bildfläche, in die ausdrucksbestimmende Richtungswerte (Hochformat, Querformat, zentriertes Format) und Begrenzungseigenheiten mit eingehen; Formatangaben erfolgen in der Reihenfolge Breite x Höhe

FOTOCOLLAGEN: steht eine Dunkelkammer zur Verfügung, so lassen sich mit verschiedenen Vergrößerungstechniken die unterschiedlichsten Collageeffekte herstellen, z. B. Panoramabild, Lichtmontage, Fotogramm, ...

FOTOGRAFIE: alle Verfahren zum dauerhaften Festhalten und Sichtbarmachen der mit fotografischen Apparaten gewonnenen Bilder auf besonders präparierten lichtempfindlichen Materialien

FORMALE GESTALTUNGSMITTEL: (im Sinne der Bauhauslehre) sind z. B. Kontrast, Rhythmus; unter bildnerischen Darstellungsmitteln werden verstanden: Punkt, Linie, Fläche, Körper, Raum, Farbe

FRAKTUR: (lat. fractura „das Brechen“) eine im 16. Jahrhundert im deutschsprachigen Raum geschaffene Form der Druckschrift

FREIPLASTIK: freistehende Plastik, ohne Bindung an eine Architektur

FRESKO: (ital. fresco „frisch“) Wandmalerei mit kalkechten Farben in nassem Kalkputz; das Malmittel ist Kalkwasser; durch Aussinterung wird die Farbe mit einer Schutzschicht überzogen und mit dem Grund verbunden

FROTTAGE: (frz. „das Reiben) eine grafische Technik, bei der Oberflächenstrukturen von Materialien mittels Durchreiben auf Papier übertragen werden

FUTURISMUS: (lat. futurum „Zukünftiges") Eine Kunstrichtung, die sich von allen Formen der Vergangenheit lösen wollte. Stattdessen sollte das Zukünftige, experimentell vorweggenommen, jede Form bestimmen. Vielfältige Bildmotive werden ineinandergeschachtelt. Dadurch sucht man das zeitliche Nacheinander in ein Miteinander zu verwandeln und so ein sichtbares Zeigmoment auszubilden. 

GALERIE: langgestreckter Verbindungsbau für Feste und Empfänge mit einer langen Fensterreihe an einer Seite (ursprünglich in Renaissance- und Barockschlössern)

GEBRAUCHSGRAFIK: Sammelbegriff für eine Vielzahl von Vervielfältigungs- und Druck-Erzeugnissen; zweckgebundene Grafik: Gestaltung von Büchern, Werbeschriften, Anschlägen, Mitteilungen u. a.

GENRE: (frz. „Gattung“) Szenen aus dem Alltagleben, auch als Sittenbild

GESTALTUNGSMITTEL: z. B. Kontrast, Rhythmus, sind Mittel, welche die Gestalt eines Werkes aufbauen helfen

GESTALTENDES NATURSTUDIUM: darunter ist nicht ein bloßes „Abzeichnen“, sondern ein Umsetzen der Komplexität der Erscheinungsform in eine bildnerische Darstellung zu verstehen

GOUACHE: Malerei mit Wasserfarben, denen Gummiarabikum oder Dextrin als Bindemittel und Deckweiß zugefügt sind

GRAFFITI: (ital. graffiare „kratzen“) Die Erfindung der Spraydose um 1969 wird zum Beginn der Graffiti-Bewegung. Sie geht von den Jugendlichen der Armenviertel New Yorks aus. die meisten jugendlichen Graffitikünstler verweisen mit ihren Bildern ganz unmittelbar auf ihre Lebenssituation. Im Mittelpunkt steht ein Wort, meistens der Name des Sprayers. Den Hintergrund bildet eine Wolke oder eine Farbfläche mit gezackten Rändern. Dazu kommen weitere Schmuckelemente wie Ornamente, Sterne, Schachbrettmuster und anderes. Beliebter Ort zum Sprayen sind Bahnhöfe und vor allem Züge. In den 80er Jahren kommt Graffiti in die Museen. Vertreter: Keith Haring (studierter Maler, für den das Graffiti die Zeichensprache der Alltagskommunikation ist)

GRAFFITO: (ital. graffiare „kratzen“) in eine Mauer oder Wand eingekratzte oder gezeichnete Texte und Bilder aller Art, heute oft mit Sprühdosen gespritzt

GRAFIK: (griech. „einritzen, schreiben“) Sammelbezeichnung für alle mittels der Linie künstlerisch gestalteten Blätter; dazu gehören sowohl Arbeiten, die mit Hilfe bestimmter Verfahren vervielfältigt sind (Druckgrafik und grafische Zwischentechniken), als auch Handzeichnungen

GRATTAGE: (franz. "kratzen") Maltechnik, bei der meist auf einer Holzplatte Farben dick aufgetragen und mit scharfen Werkzeugen teilweise wieder abgeschabt bzw. herausgekratzt werden (Erfinder: Max Ernst)

HAPPENING: szenisch dargestelltes oder bei Mitwirkung des Publikums improvisiertes Schauspiel mit Objekten, das die etablierte Gesellschaft durch Ungewohntes beunruhigen soll

HISTORIENBILD: geschichtliche Ereignisse, genrehafte Darstellung historischer Figuren, Handlungen

HOCHDRUCK: Linol- oder Holzschnitt, Materialdruck u. a. (s. Drucken)

HOHLFORM: Form, die im Sinne einer Aufbaukeramik entsteht; in der plastischen Gestaltung vorgegebenes Volumen (z. B. Luftballon); topf- oder vasenähnlicher Hohlkörper (z. B. Bronzeplastik); alle im Gussverfahren hergestellten Gebilde sind hohl

HOHLPLASTIK: Plastik mit nach innen offener Form

IKONEN: (griech. ikono „Bild“) spezielle Art des Heiligenbildes, kleinformatiges geweihtes Tafelbild der griechisch-orthodoxen Kirche

ILLUSTRATION: ganz allgemein die Bebilderung eines Druckwerkes (Zeitschrift, Buch), z. B. durch Grafiken, Diagramme, Fotografien, Fotomontagen, Bildreproduktionen; dient der Information

ILLUSTRIERTE: zeitschriftenartige Veröffentlichung, in der die Information durch Texte und Bilder erfolgt und in der Regel aktuelle Themen aller nur denkbaren Bereiche und Gebiete abgehandelt und dargestellt werden

IMPRESSIONISMUS: (lat. franz.) Stil der Malerei, der um 1860 in Paris entsteht und sich in ganz Europa durchsetzt. Der Name wurde von Claude Monets Landschaftsbild "Impression" abgeleitet. Er möchte in Überwindung der festen Körperlichkeit, der bestimmten Umrisse und der eindeutigen Lokalfarben die Erscheinung der Dinge im Licht, den flüchtigen Reiz des Augenblicks festhalten. Auch die Schatten werden in ihrer farbigen Tönung entdeckt. Nun weicht die Ateliermalerei der Freilichtmalerei; beliebte Motive sind: das Spiel des Sonnenlichtes, Nebel, Wasser, Wasserdunst, Dampf, das künstliche Licht im Theater und in Ballsälen, der Schimmer von Glas oder Spiegeln usw. Hauptvertreter:  Claude Monet, Auguste Renoir, Camille Pissarro, Alfred Sisley.

INFORMATION: (lat. informatio „Bildung, Belehrung“) eine Auskunft oder Mitteilung über einen Sachverhalt; der Informationsgehalt wird dabei nach deren inhaltlichen Aussagen und deren Neuigkeit beurteilt  

INFORMEL: (franz. informelle Kunst) in den 50er und 60er Jahren allgemein verbreitete abstrakte Kunstrichtung,  der nach
dem 2. Weltkrieg ein Anknüpfen an klassische Formprinzipien, überhaupt an Form als eine nicht mehr tragfähige Konvention erschien. Begriff für eine nichtgeometrische abstrakte Malerei, die sich im spontanen Malakt ohne kompositionelle Normen artikuliert. Vertreter: Wols, Hans Hartung, Pierre Soulages, Emil Schumacher u. a.

INITIALE: durch Verzierung und Farbe ausgezeichneter Anfangsbuchstabe

INSERAT: sachlich geformte Anzeige (mit allen Finessen auf Effekthascherei ausgerichtet, vgl. Plakat)

JUGENDSTIL: Ende 19. Jh. entstanden. Der Name leitet wich von dem Ornamentstil der seit1895 in München erschienen Zeitschrift "Die Jugend" her. Der Jugendstil richtet sich gegen die Nachahmung historischer Stile und bes. historischer Zierformen. Er erfand eine eigene unplastische und unräumliche Ornamentik von stark bewegtem, linearem Schwung. In der Baukunst und im Möbelstil bildete sich ein neuer Sinn für das Flächige aus , der der Erneuerung der Architektur und des Möbels in der Gegenwart den Weg bereitete. 

KALLIGRAPHIE: Schönschreibekunst; wird vor allem in China und Japan als selbständige Kunst gepflegt

KARIKATUR: (ital. caricatura „überladen, übertreiben, komisch darstellen“) meist lustige Darstellung, die die charakteristischen Wesensmerkmale einer Person, Gruppe oder Sache übertreibt, entlarvt, lächerlich macht und auch anprangert, meist als gesellschaftliche oder politische Kritik

KERAMIK: (griech. „Töpferkunst“) Bezeichnung für Erzeugnisse aus gebrannten ton- bzw. kaolinhaltigen Massen sowie für die Kunst bzw. Technik ihrer Herstellung

KINETIK: Sammelbezeichnung für künstlerische Produkte, die entweder als Apparate mechanisch in Bewegung gesetzt  oder bei denen Bewegungserlebnisse durch störende Bildmuster ausgelöst werden (vgl. Mobiles)

KINETISCHE OBJEKTE: nennt man teilbewegliche, teilweise motorgetriebene  Objekte

KOHLESTIFTE: Zeichenkohle,  unterschiedlich breite Stäbchen in verschiedenen Härtegraden (von 0 bis 5)

KOMMUNIKATION: Mitteilung, Verständigung, Gemeinsammachen von Information mit dem Ziel, bestimmte Handlungen und Verhaltensweisen zu bewirken

KOMPOSITION: (lat. compositio  „Zusammenstellung“) der formale Aufbau von Werken der bildenden Kunst; Kompositionsprinzipien (z. B. Reihung, Stufung, Rhythmus, Symmetrie, Spannung, Ausschnitt, vgl. Bildformat)

KONSTRUKTIVISMUS: (lat.) Eine Kunstrichtung innerhalb des 20. Jahrhunderts, deren Vertreter ihre Werke auf der Grundlage geometrisch-abstrakter Formen entwickeln. Klare, eindeutig bestimmte Formen und deren Verbindung in einem übersichtlichen, konstruktiven Aufbau sind die entscheidenden Gestaltungsprinzipien in der Malerei. Der Konstruktivismus entstand als Antwort auf den Kubismus zunächst in Russland. Vertreter: Wassily Kandinsky, Piet Mondrian u. a.

KONTRAST: (lat. contrastare „entgegenstellen“) allgemeine Bezeichnung für starken Gegensatz; zu den künstlerischen Gestaltungsmitteln gehören inhaltliche Kontraste, Formkontraste, Vorder- und Hintergrundskontraste sowie Helligkeits- und Farbkontraste (Farbe-an-sich-Kontrast, Hell-Dunkel-Kontrast, Bunt-zu-Unbunt-Kontrast, Warm-Kalt-Kontrast, Quantitätskontrast, Qualitätskontrast, Komplementärkontrast, Simultankontrast)

KONTUR: (lat.) der Umriss eines Gegenstandes vor einem Hintergrund (Silhouette) bzw. der klare Schnitt zwischen zwei Flächen oder die daraus abstrahierte gezeichnete Linie

KOPIE: (lat. copia  „Fülle, Vorrat“) durch ein Kopierverfahren hergestellte Vervielfältigung eines Schriftstücks, einer Zeichnung

KUBISMUS: (griech. kybos "Würfel") Eine Richtung der Kunst des frühen 20. Jahrhunderts, die ihren Ursprung in Paris hat. Der Kubismus basiert im Formalen auf den Gestaltungsprinzipien Paul Cezannes, der die Naturdarstellung auf geometrische Formen zurückführte. Pablo Picasso schuf mit dem Gemälde "Les Demoiselles d´Avignon" 1907 das Grundlagenbild des Kubismus. Zwar bleibt der dargestellte Gegenstand erhalten; doch wird er in eine stereometrische Ordnung umgebildet. Eine Kunst mit klassischen Tendenzen, welche Dinge keineswegs missachtet, aber sie einer reinen strengen Gesetzmäßigkeit unterwirft. In den folgenden Jahren entwickelt sich zunächst der analytische Kubismus. Die Figuren und Dinge werden formal analysiert, wobei der Darstellungsgegenstand gleichzeitig von verschiedenen Seiten gesehen und wiedergegeben wird. Ab 1912 beginnt die Phase des synthetischen Kubismus, der wesentlich auf der sogenannten Collagetechnik aufbaut. In den Collagen ergreifen die kubistischen Künstler die Möglichkeit, außerkünstlerische Bestandteile, wie etwa Zeitungsabschnitte und Taperten oder auch Holzelemente  in ihre Kompositionen zu integrieren. Vertreter: Pablo Picasso, Georges Braques, Juan Gris, Fernand Léger, Robert Delaunay u. a.

KUGELSCHREIBER: Schreib- und Zeichengerät; die Kugelschreiberzeichnung ist der Federzeichnung sehr ähnlich, obwohl mit diesem Gerät eine Modellierung der Linie nicht möglich ist

KUNST: Wissen, Verstehen; Bezeichnung für die Gesamtheit des vom Menschen Hervorgebrachten (Gegensatz: Natur), das nicht durch eine Funktion eindeutig festgelegt oder darin erschöpft ist (Gegensatz: Technik); im heutigen Verständnis ist dieser Bereich des menschlichen Wirkens in die Teilbereiche Literatur, Musik, bildende und darstellende Künste gegliedert

KUNSTGEWERBE: Kunsthandwerk; künstlerische, formschöne  Gestaltung von Gebrauchs- und Ziergegenständen

LAND ART: ("Erd-Kunst") Die Kunstrichtung beginnt in Amerika und Europa um 1968. Die Künstler streben keine direkte Auseinandersetzung mit der äußeren Wirklichkeit an. Damit meinen sie das Gestalten mit Steinen, Erde, Sand, Wasser, Bäumen und Pflanzen. Sie bringen diese Materialien in Ausstellungen und Galerien und formen sie dort zu Kunstwerken. Diese Kunst ist vergänglich, denn sie kann nur an einem Ort gezeigt werden. Ebenso verhält es sich bei den Kunstwerken, die direkt in der Natur geschaffen werden, durch Eingriffe, Veränderungen und Neuformungen der Landschaft. Deshalb stellen die Künstler ihre Arbeiten in Dokumentationen vor, die aus Zeichnungen, Landkarten, Fotos und beschreibenden Texten bestehen. Vertreter: Joseph Beuys, Christo, Jan Dibbets, Raffael Ferrer, Michael Heizer, Douglas Huebler u. a.

LASUR: ein Farbauftrag, bei dem der Malgrund oder untere Malschichten hindurchschimmern

LAYOUT: im grafischen Gewerbe die Text- und Bildgestaltung; Layout ist die Art des Bildauslegens, die ganzseitige Anordnung, die sinnfälligste Bildstellung; Anordnungsskizze sämtlicher Schriftspalten, Rubriken und der Bilder einer Drucksache

LAVIEREN: (lat. lavare „waschen“) eine Zeichnung mit Tusche bzw. Wasserfarbe kolorieren, meist in mehreren Tonstufen

LINIE: bildnerisches Element (vgl. bildnerische Mittel)

LINOLSCHNITT: Hochdruckverfahren (vgl. Drucken)

LITHOGRAFIE: Steindruck (vgl. Drucken)

MALEREI: Kunst der Fläche (im Unterschied  zu den dreidimensionalen Künsten Plastik und Architektur), die mittels Farbe und Linie gestaltet wird

MANIPULATION:  (lat. manipulus „ eine Handvoll“) geheime Beeinflussung der Rezipienten; Absicht und Ziel der Aussage werden unkenntlich gemacht oder bewusst verschwiegen

MATERIALDRUCK: Hochdruckverfahren; strukturierte Oberflächen von flachen Gegenständen werden als Druckstock benutzt (z. B. Gewebe, Blätter, Spitzen, Schnüre, Gitter, Gummisohlen, Münzen, Holzstrukturen) (vgl. Drucken)

MARKE: aus dem „Signet“ entwickelt – das Qualitätsmerkmal; ein neu geschaffenes Warenzeichen oder eine Firmenmarke kann erst im Laufe der Verwendung seine Einprägsamkeit erhalten

MASSE (Volumen): ist die raumverdrängende, stofflich-körperhafte Erscheinung, durch die Plastik für den Betrachter erst sinnlich wirkt (z. B. Würfel, Quader, Säule, Kugel)

MATERIALMONTAGE: Materialbild; ein Bildwerk vor allem der Gegenwartskunst, in dem hauptsächlich Abfallstoffe wie Holzstücke, Lumpen, Draht, Scherben u. ä.  Verwendung finden

MEDIUM: (lat. medium  „ das in der Mitte Befindliche“) Träger der Vermittlung; die Wahl eines Mediums beeinflusst die Art der Verbreitung einer Nachricht (z. B. Gemälde, Foto, Fernsehen)

MEDIEN: Mehrzahl von Medium (vgl. Medium); umgangssprachlich gebraucht für alle Informations- und Kommunikationsleistungen, die sich eines technischen Mediums bedienen; meist sind die Massenmedien gemeint (z. B. Zeitung, Plakat, Film, Fernsehen)

MISCHTECHNIK: Verbindung verschiedener Maltechniken: z. B. Aquarell und Deckfarbe, Aquarell und Wachsfarbe, Deckfarbe und Kleisterfarbe, Absprengtechniken usw.

MOBILE: (mobil  „beweglich“); Bewegungsplastiken; in der Luft hängendes Kunstwerk, das sich etwa durch Luftzüge bewegt

MODULATION: (lat. modulatio „Maßstab, Rhythmus“) in der Malerei die stufenweise Veränderung einer bunten oder unbunten Farbe in Richtung auf eine Nachbarfarbe

MONOCHROMES MALEN: Malerei, die ausschließlich in einer einzigen Farbe und deren Tonabstufungen angelegt ist; Aufhellung und Abdunkelung durch Hinzufügen von Deckweiß und Schwarz

MONOGRAMM: das auf einem Kunstwerk angebrachte Namenszeichen eines Künstlers (vgl. Initialen)

MONOTYPIE: grafisches Verfahren; von einer nicht saugenden Platte (Metall, Kunststoff, Stein, Glas, Linol) wird ein einmaliger Abdruck abgenommen; man verwendet eine langsam trocknende Farbe: Öl-, Kleister-, Wasserfarbe (vgl. Drucken)

MONTAGE: Verfahren, das sich auf das Zusammenfügen von Teilen zu einem Kunstwerk bezieht; meist für dreidimensionale Objekte gebräuchlich

MONTAGEPLASTIK: festgelegtes plastisches Formergebnis aus verschiedensten Materialien durch additives Gestalten

MOSAIK: (griech. „Muse, Kunst“) Flächendekoration für Fußböden, Wände und Gewölbe meist aus kleinen, unregelmäßig würfelförmigen Stückchen von verschiedenartigem Material (z. B. Stein, Keramik, Glas)

MOTIV: (lat. movere  „ bewegen“) in der bildenden Kunst ein gegenständliches oder formales Element eines künstlerischen Werkes, das sowohl bildschaffende als auch bedeutungsvermittelnde Eigenschaften besitzt

MULTIMEDIA: eine Art der Vorführung und Inszenierung, die Wirkung und künstlerischen Ausdruck auf der Mischung einer Vielzahl von visuellen, akustischen und audiovisuellen Medien aufbaut, insbesondere unter Einbeziehung moderner technischer Medien

MUSTER: Gemeintes auf nicht gemeintem Grund; der Hintergrund ist nicht gemeint und tritt als unwichtig zurück, die gemeinten Formen treten als wichtig in den Vordergrund

NAIVE KUNST: (Laienkunst) Kunst der "Sonntagsmaler oder -bildhauer", die ohne akademische Ausbildung, meist auch ohne technische Vorkenntnisse aus innerer Notwendigkeit schaffen. Unbeeinflusst von Kunsttraditionen schöpfen sie gleichermaßen aus Traum und erlebter Realität, die sich in ihren Werken zu einer heilen, geordneten Welt verbinden, in der Tier, Mensch und Natur in Eintracht leben (deshalb auch als primitive Kunst bezeichnet). Bedeutendster Vertreter: Henri Rousseau 

NASS-IN-NASS-TECHNIK: in der Wasserfarbenmalerei (Aquarell, Deckfarben) wird auf stark saugfähigem Papier gemalt  

NATIONALSOZIALISTISCHE KUNST: Die offizielle Kunst des Dritten Reiches, deren Funktion in Repräsentation und ideologischer Propaganda gesehen wurde. Das idealistische Menschenbild wurde von edlen Gestalten, Frauen (Akte), Jünglingen und kraftvollen Männern verkörpert. Maßstab der Bewertung wurden Inhalte wie Erdverbundenheit, bäuerliches Leben, Familienbande, Kameradschaftlichkeit und soldatisches Heldentum. Andere künstlerische Bestrebungen, also praktisch die gesamte Kunst der Avantgarde, wurden als entartete Kunst diffamiert und verfolgt. 

NATURALISMUS: eine extreme Form des Realismus, die die Wiedergabe des Gegenstandes in Malerei und Skulptur so weit zu objektivieren versucht, dass das Abbild mit dem Gegenstand identisch zu sein scheint

NEUE WILDE: Um 1980 tritt in Berlin und Köln eine junge Künstlergeneration mit ihren wilden, ungestümen Bildern an die Öffentlichkeit. Es sind Bilder voll Vitalität, spontan gemalt, lebensbejahend, unbekümmert und von großer stilistischer Vielfalt. Sie sind gegenständlich. Die Künstler haben kein Programm, keine Theorien, keine erklärenden Kommentare, sie finden das alles überflüssig. Das Problem der gegenständlichen oder abstrakten Malerei gibt es nicht, die Künstler wechseln die Stile, wie es ihnen gerade passt. die Stillosigkeit wird zur Methode. Diese radikale, rücksichtslose Malerei wird die "Neue Wilde Malerei" genannt, in Anlehnung an die frühen französischen Wilden, die Fauves. Vertreter: Elvira Bach, Rainer Fettig, Bernd Koberling, Hans Peter Adamski, Walter Dahn u. a.

NEUER REALISMUS: Die Kunst des Abstrakten Expressionismus ist auf innerseelische Vorgänge gerichtet. Sie ist unrealistisch und dem Betrachter nur schwer zugänglich. Die Künstler des Neuen Realismus wollen den Kontakt zwischen der Kunst und dem Menschen wiederherstellen. Der Neue Realismus entsteht etwa ab 1955 zur gleichen Zeit in Amerika (New Realism) und Europa mit Schwerpunkt in Frankreich. Er ist also eine Gegenströmung zur abstrakten Kunst. Die Künstler übernehmen die Techniken der Collage und Assemblage. Sie fügen Gegenstände des täglichen Konsums in ihre Bilder ein, kombinieren sie mit den gemalten Bildern.
Vertreter: Robert Rauschenberg, Jasper Johns, Yves Klein, Daniel Spoerri, Fernendes Arman u. a.
NEUE SACHLICHKEIT:  Begriff für die veristische Malerei der 20er Jahre in Deutschland, die im Gegensatz zum Expressionismus Realität detailliert und sachlich wiedergeben wollte. Vertreter: Otto Dix, George Grosz, Karl Hubbuch, Alexander Kanoldt u.a.

OBJEKT: in der bildenden Kunst im engeren Sinn (im Gegensatz zu einer Skulptur oder Plastik) ein dreidimensionales Kunstwerk, das nicht mit den klassischen bildhauerischen Verfahren aus Holz, Stein, Gips oder Bronze hergestellt ist

OFFSETDRUCK: gebräuchlichstes kommerzielles Flachdruckverfahren (Zeitschriften, Bücher, Packungen, Plakate, Gemäldereproduktionen)

ÖLFARBEN: pigmenthaltige, flüssige Farben, die als Bindemittel trocknende Öle (z. B. Leinöl) enthalten; Ölfarben lassen sich mit Terpentinöl verdünnen und lasierend sowie deckend vermalen

ÖLMALEREI: Maltechnik, bei der mit Ölfarben auf gut grundierten Malgründen (z. B. Holz, Leinwand, Karton, Metall) gearbeitet wird

OP-ART: (engl. optical art "optische Kunst") Eine zeitgenössische Kunstform, die in den sechziger Jahren ihre stärkste Ausstrahlungskraft besaß. Sie basiert auf rein linearen Strukturrastern, die durch minimale Veränderung in regelmäßigen Reihungen Raum- oder Körpereffekte ergeben (Flimmereffekte, Nachbilder) und Kompositionen, die mittels Farbperspektive optische Effekte erzielen. Vertreter: Josef Albers, Victor Vasarély u. a. 

ORIGINALGRAFIK: druckgrafische Blätter, die vom Künstler selbst entworfen werden, deren Druckstöcke er persönlich herstellt, deren Abzüge er eigenhändig anfertigt oder deren technische Herstellung er überwacht und die von ihm eigenhändig signiert und meist auch nummeriert werden

ORNAMENT: (lat. ornamentum „Ausrüstung, Zierde“) Einzelmotiv einer Verzierung; Ornamente dienen zur Gliederung und zum Schmuck von Gegenständen sowie Bauwerken und haben oft auch sinnbildliche Bedeutung (vgl. Muster, Dekoration)

ORNAMENTAL: schmückend, mit Ornamenten versehen, dekorativ

ORPHISMUS: (zu Orpheus, Gestalt der griechischen Mythologie) Eine von dem Maler Robert Delaunay begründete Kunstrichtung des frühen 20. Jahrhunderts in Paris. Ausgehend vom Kubismus und seiner Formfacettierung zerlegen die Künstler des Orphismus die Licht- und Farbeindrücke auf der Grundlage des Farbprismas. Die Überlagerung der herauskristallisierten Kontraste bestimmt den Bildeindruck. 

PALETTE: (frz. „kleine Schaufel“) mit Daumenloch versehenes Mischbrett für Farben

PAPIER: (griech. papyros „Papyrusstaude“) ein überwiegend aus Pflanzenfasern durch Verfilzen, Verleimen und Pressen hergestellter Werkstoff; heute wird synthetisches Papier aus Chemiefasern hergestellt

PAPIERFORMAT: Angabe der Größe (Länge und Breite) eines Papierbogens (vgl. DIN)

PAPIERMACHÈ: (frz. maché „mit unscharfem, zerfranstem Rand“); saugendes Papier (Zeitungen) wird klein zerrissen, in Wasser eingeweicht, ausgedrückt, mit Kleister vermengt, durchgeknetet und geformt (z. B. Handpuppenköpfe, Masken)

PASSEPARTOUT: (frz. „passt überall“) eine Umrahmung für Grafiken, Zeichnungen u. ä.; besteht aus einem festen Papier oder Karton

PASTELLKREIDEN: bestehen aus Pigmenten, die mit wasserlöslichen Bindemitteln gebunden sind; Vorzüge des Pastells sind die samtartige Oberfläche, die zarten Tönungen, die malerische Dichte und die guten Kontraste (Licht – Schatten)

PERSPEKTIVE: (lat. perspicere  „mit Blicken durchdringen“) die Darstellung dreidimensionaler (räumlicher) Objekte auf einer      Bildfläche (z. B. Zentralperspektive, Froschperspektive, Vogelperspektive, Farb- und Luftperspektive, Bedeutungsperspektive, kubistische Perspektive)

PHANTASTISCHER REALISMUS: Der phantastische Realismus ist weder an eine Zeit gebunden, noch hat er eine besondere Ausdrucksform. Zu allen Zeitzen suchten Künstler Zugang zu mythischen Themen und Traumwelten. Um 1950 gibt es eine Gruppe junger Künstler, die sich enger zusammenschließen und als "Wiener Schule des Phantastischen Realismus" bekannt werden. Sie befassen sich zunächst mit dem Surrealismus und dem Jugendstil und lassen Merkmale dieser Stile in ihre eigene Kunst einfließen. Ihnen allen ist ein Hang zur Mythologie eigen, zur Fabel, zu kosmischen Träumen, erotischen Phantasien und Weltuntergangsvisionen. Vertreter: Arik Brauer, Ernst Fuchs, Rudolf Hausner, Friedensreich Hundertwasser, Arnulf Rainer u. a.

PIKTOGRAMM: nonverbale zeichenhafte Darstellung, deren Bedeutung klar verständlich ist

PINSEL: ein zum Auftragen von flüssigen, pastosen oder pulvrigen Substanzen verwendetes Handwerkszeug, z. B. Haarpinsel (Pinselhaare bilden eine Spitze; aus Menschen-, Marder-, Ziegen-, Biberhaaren oder Chemiefasern), Borstenpinsel (dienen zum großflächigen Malen; aus Schweineborsten oder Chemiefasern)

PLAKAT: (frz. placard „Öffentlicher Anschlag“) öffentlich angeschlagene Mitteilung, die werben oder informieren will; sie muss deshalb auffällig und schnell erfassbar gestaltet sein; der „Blickfang“ kann durch eine ins Auge springende Farbe oder durch ein großflächig angelegtes Foto oder auch durch ein symbolisches Element erreicht werden; dieses kann im gedanklichen Inhalt sachlich, aber auch humoristisch bis grotesk in Erscheinung treten

PLASTIK: dreidimensionales Kunstwerk; allgemein als Gebilde verstanden, das von allen Seiten plastisch geformt ist; aber auch alle verformbaren Kunststoffe werden heute als Plastik bezeichnet (vgl. Skulptur)

PLURALISMUS: Die Aneinanderreihung von Malstilen und Kunstrichtungen, wie wir sie seit dem Impressionismus kennen, hört nach 1980 auf. Nun folgen vielfältige, unterschiedliche, ja widersprüchliche Auffassungen im Werk der Künstler. Die Generation der achtziger und neunziger Jahre greift in Bereiche ein, die früher nicht zum Bild der freien Kunst gezählt haben. Die Kunst ist dabei, alle bisherigen Grenzen zu überschreiten. Sie bedient sich aller angebotenen Mittel, die dazu geeignet sind, Kunst herzustellen. Neben den traditionellen Disziplinen Malerei Grafik, Bildhauerei wird nun ein Vielfalt neuer Möglichkeiten eingesetzt: Objektkunst, Aktionskunst, Film, Fernsehen, Video, Fotografie, Computer, Design, Licht, Laser, Architektur, Werbung, Musik Sprache, Gesang, Theater. Die Künstler sehen auch keine Kluft mehr zwischen der Kunst der Vergangenheit und Gegenwart. Alle Stilarten stehen in den Werken gültig nebeneinander oder vermischen sich.

POSTER: in großen Auflagen hergestellte plakatähnliche Drucke, die künstlerisch gestaltete, populäre Motive zeigen

POINTILLISMUS: (auch Neo-Impressionismus) Abart des Impressionismus; die Farbwerte werden in mosaikartig aneinandergereihte Punkte zerlegt, wobei methodisch komplementäre Kontrastfarben nebeneinandergesetzt werden; Vertreter: Georges Seurat, Paul Signac

POP ART: von England und Amerika um 1960  ausgegangene und dann in ganz Europa verbreitete Kunstrichtung. Realistische Darstellung ohne feine Nuancen; intensive, manchmal schreiende Farben wie für Plakate. Motive aus unserem Alltag: Autos, Bierdosen, Comics, Eis, Film, Illustrierte, Zeitschriften, Konserven, Kühlschränke, Nahrungsmittel, Schaufensterpuppen, Torte, Verpackungen, Werbung ...  

PROJEKTION: (lat. proicere „vorwerfen, nach vorne werfen“) Abbildung eines Körpers auf eine Projektionsebene (Bild- oder Zeichenebene), ganz allgemein Abbildung des Raums in die Ebene

PROPORTION: die Maßverhältnisse von Bauteilen (Höhe, Breite, Tiefe) zum Ganzen

PROSPEKT: (lat. prospectus „Aussicht“) in der Werbung eine Druckschrift, die eine Information mit Werbeinhalt über das angebotene Produkt enthält

RADIERUNG: Tiefdruckverfahren (vgl. Drucken)

RASTER: regelmäßige Gliederung einer Fläche durch Punkte oder Linien für die Konstruktion von Entwürfen

RAUM: in Architektur und Stadtbaukunst von Wänden und Decke begrenzter innerer Teil eines Bauwerks oder von verschiedenartigen Baukörpern begrenztes städtebauliches Gefüge (z. B. Straßen oder Plätze)

RAUMPERSPEKTIVE: Raumtiefe wird hier mittels räumlicher Wirkung von Farben erreicht, z. B. durch Gliederung von Vorder-, Mittel- und Hintergrund

REALISMUS: (lat. realis "die Sache betreffend) in der Kunstgeschichte allgemein eine künstlerische Einstellung, die sich gegen ungeprüfte ästhetische Kunstauffassung richtet, die vorgefundene alltägliche Realität aber mit durchaus verschiedenen stilistischen Mitteln darstellt. Im weitesten Sinn ist mit jeder Auseinandersetzung des Künstlers mit den sicht- und tastbaren Erscheinungen der Wirklichkeit, mit den "realen" Dingen, Realismus gegeben, und jede Kunst, die abbildenden Charakter hat, steht im Spannungsfeld zwischen "Realitäten" und deren Interpretation durch den Künstler.

REKLAME: umgangssprachlich Anpreisung einer Sache, Werbung für eine Sache (Zeitungs-, Prospekt-, Außen-, Leucht-, Wandreklame, Plakat, Reklamefilme)

RELIEF: räumliche Gestaltung auf ebenen oder gewölbten Flächen

RENAISSANCE: (franz. "Wiedergeburt") von der französischen Kunsttheorie des 19. Jahrhunderts geprägter Begriff für die Epoche von 1400 - 1600. Der Name bezeichnet die "Wiedergeburt" der Künste in Italien, die Überwindung des Mittelalters und der Abhängigkeit vom deutschen Kaisertum. Dabei gehen starke formende Kräfte von der Antike aus. Betonung der selbstherrlichen Persönlichkeit; Bejahung der Welt um ihrer selbst will.

RESTAURIERUNG: Wiederherstellung von Bau- und anderen Kunstwerken

REPRODUKTION: Nachbildung, Wiedergabe; Druck, Vervielfältigung einer Vorlage

REPRODUKTIONSGRAFIK: heute maschinelle Vervielfältigungen einer Originalgrafik (z. B. fotomechanische Bildreproduktion, Offsetdruck, Computer); früher Vervielfältigung durch handwerkliche Verfahren (z. B. Holzschnitt, Kupferstich, Lithografie)

RHYTHMUS: allgemein gleichmäßig gegliederte Bewegung; regelmäßige Wiederkehr gleicher Elemente und Formen in der Ornamentik (Malerei, Skulptur, Schriftkunst)

RUNDPLASTIK: im Gegensatz zum Relief, das zu einer bestimmten Ansicht zwingt, bildet eine vollendete Rundplastik von allen Seiten einen künstlerisch befriedigenden Anblick

SCHABLONE: eine positiv oder negativ ausgeschnittene Vorlage zur Vervielfältigung (z. B. zur Herstellung eines Musters, Textilkunst, Buchstaben)

SCHATTIEREN: in Grafik und Malerei Gegenstände farblich abtönen bzw. durch Strichlagen (Schraffuren) abdunkeln, um Licht und Schatten darzustellen und den Eindruck von Körperhaftigkeit oder Raumhaftigkeit zu erzeugen

SCHERENSCHNITT: Papierschnitt mit Binnenzeichnung

SCHMUCK: allgemein Zierrat, Verzierung; im engeren Sinn kleinere Gegenstände, die vom Menschen als Zier und Auszeichnung getragen werden

SCHRÄGBILD: Grund-, Aufriss- und Raumachsenschrägbild (vgl. Perspektive, Projektion)

SCHREIBSCHRIFT: Schrift, die mit „Federn“ geschrieben wird, wobei die Buchstaben der Wörter verbunden sind

SCHRIFT: eine System grafischer Zeichen, die zum Zweck menschlicher Kommunikation verwendet und durch Zeichnen, Malen, Einkerben, Ritzen oder ähnlichem auf feste und dauerhafte Beschreibstoffe (z. B. Stein, Leder, Holz, Ton, Papier usw.) hervorgebracht werden

SCHRIFTARTEN: verschiedene Möglichkeiten der Schriftformung (z. B. Majuskel, Minuskel, Kursiv, Antiqua, Textura usw.)

SCHRIFTFELD: die mit Schrift bedeckte Fläche

SCHRIFTGRAD: Schriftgröße (1p @ 0,376 mm)

SCHRIFTRHYTHMUS: Anordnung der Buchstaben, verlangt fürs Auge gleichmäßig wirkende Buchstabenabstände

SCHRIFTZEICHEN: unsere Buchstaben und Ziffern

SELBSTBILDNIS: Selbstdarstellung eines bildenden Künstlers

SEMANTIK: Objektbezug; es werden Beziehungen zwischen Objekt (Realität) und dem zu Bezeichnenden untersucht, um Regeln über Bedeutungsart und Bedeutungsumfang eines Zeichens zu erlangen

SEMIOTIK: Theorie der Zeichen, Wissenschaft von den Zeichen überhaupt; Semiotiker sind Wissenschaftler, die Gestalt, Aufbau sowie Bedeutung und Wirkung von Zeichen systematisch untersuchen, um Regelsysteme von Zeichenprozessen aufstellen zu können

SGRAFFITO: (ital. sgraffiare „kratzen“) Kratzspur; Wanddekoration, bei der aus einer oberen, noch feuchten Putzschicht eine Muster oder eine Darstellung herausgekratzt wird, so dass die untere, meist gefärbte Schicht sichtbar wird (z. B. Gipssgraffito, Ton-Ritzbild, Glas-Schabbild, Wachssgraffito usw.)

SIEBDRUCK: Durchdruckverfahren (vgl. Drucken)

SIGNAL: visuelles oder akustisches Zeichen mit einer bestimmten Bedeutung, das eine bestimmte Handlung hervorruft und im Zusammenhang mit der Handlung auftritt (z. B. Verkehrszeichen, vgl. Symbol)

SILHOUETTE: Schattenriss; Darstellung eines Gegenstandes als scharf begrenzter Schatten ohne Binnenzeichnung

SIGNET: Buchdrucker- bzw. Verlegerzeichen; unverwechselbare Unterschrift in Form von Initialen (vgl. Monogramm, Marke)

SKELETTPLASTIK: unterscheidet sich von der Hohlplastik durch noch größere Transparenz und die Reduktion von Zeichen auf ein Minimum (z. B. Würfelgitter aus Draht)

SKIZZE: das erste rasche Festhalten einer Beobachtung oder eines künstlerischen Gedankens

SKULPTUR: (lat. sculpere „schnitzen“) Bezeichnung für ein dreidimensionales Bildwerk, das aus einem festen Material (z.B. Stein, Holz) herausgearbeitet (gehauen, geschnitten, geschnitzt) wird

SLOGAN: Werbespruch, Werbeschlagwort

SOZIALISTISCHER REALISMUS: Im Bereich der bildenden Kunst in den sozialistischen Ländern die vom Staat geförderte und anerkannte Kunstform. Nachdem in den ersten Jahren nach der Revolution der russische Konstruktivismus maßgeblich war, kam es 1932 auf Betreiben Lenins zu einem Beschluss , in dem von den Künstlern verlangt wurde, ihre Kunst stärker in den Dienst des Staates und der Verbreitung der Errungenschaften des Sozialismus zu stellen. Bevorzugte Themen  waren Szenen aus der Welt der Arbeit mit teilweise didaktischem Charakter, Verherrlichung der sozialistischen Leistungen und politischen Führer.

STAFFELUNG: kulissenhaft (in verschiedenen Ebenen) der Tiefe nach geordnete Gegenstände

STATUE: Standbild, vollplastisches Bildwerk eines Menschen oder eines Tieres

STILISIERUNG: allgemein die Bezeichnung für eine abstrahierte, auf wesentliche Grundzüge reduzierte Darstellung

STILLEBEN: in der Malerei die Darstellung von dekorativ angeordneten Dingen; Bilder toter Natur; Gruppierung von Pflanzen, Blumen, Früchten, toten Tieren, Gefäßen usw.

STRUKTUR: (lat. structura „ordentliche Zusammenfügung, Ordnung“) in der bildenden Kunst und der Kunstwissenschaft einerseits Bezeichnung für die mit einem Werkzeug hergestellte Werkspur an einem Material oder für die Oberfläche eines Naturmaterials (z. B. Holzmaserung) oder die Wiedergabe einer Stofflichkeit in Malerei und Grafik

STUDIE: meist zeichnerische Übung für ein Kunstwerk, z. B. die Zeichnung von Details wie Kopf, Faltenwurf oder bestimmter Bewegungen

SURREALISMUS: wichtige Bewegung der zeitgenössischen Kunst, die in der Nachfolge von Dada um 1920 in Paris entstand und die bedeutendsten Künstler der zeit in ihren Bann zog. Geistiger Wortführer des Surrealismus war André Breton, dessen die Psychoanalyse einbeziehende Manifeste die bildenden Künstler stark beeinflussten. Absicht der surrealistischen Kunst ist die Auflösung der widersprüchlichen Bedingungen der Welt der realen Erscheinungen und der Welt des Traumes in einer Überwirklichkeit, die neue Bewusstseinsebenen aufdeckt und visionär deutet. Vertreter: Max Ernst, René Magritte, Salvador Dali, Joan Miró, Marc Chagall, Yves Tanguy u. a.

SYMBOL: (griech. „Kennzeichen, Zeichen“) ein Zeichen, das für abstrakte Begriffe steht, in seiner Lesbarkeit von gesellschaftlichen Übereinkünften abhängig ist, ein Abstraktum in einer sinnlichen Form repräsentiert;  die Verbindung eines Gegenstandes oder Zeichens mit einem höheren, meist religiösen Sinn (z. B. Kreuz)

SYMMETRIE: (griech. „Zusammenklang der Maße, Ebenmaß“) in der Antike als harmonisches Verhältnis der Maße und Teile im und zum Ganzen aufgefasst

TACHISMUS: (franz. la tache "Fleck") Stilrichtung innerhalb des Abstrakten Expressionismus. Der Name ergibt sich aus der Beschreibung der Maltechnik. Farbflächen und Linien werden spontan und ohne vorher festgelegte Komposition oder Vorzeichnung auf die Leinwand gemalt. Der impulsive Malvorgang gibt dem Künstler die Möglichkeit, eine ganz persönliche, im Augenblick empfundene Aussage aufzuzeichnen. Das Bild wird beim Malen zu einer Aktionsfläche, auf der der Künstler seine Gefühle, Stimmungen, Gedanken niederschreibt. Einzig seine persönliche Sichtweise ist der gültige Maßstab. Es bleibt ihm allein überlassen, auf herkömmliche ästhetische Bräuche Rücksicht zu nehmen. Vertreter: Wols (Alfred Wolfgang Schulze), Jean Fautrier, Willi Baumeister, Georges Mathieu, Emil Schumacher u. a.  

TECHNISCHE GESTALTUNGSMITTEL: sind alle Werkstoffe und Materialien, Arbeitsmittel und Verfahren  

TEMPERAMALEREI: (lat. temperare „mischen“) Malerei mit Künstlerfarben, die aus anorganischen Pigmenten in Emulsionen aus nicht wässrigen Bindestoffen (Leinöl, Harz, Wachs) und wässrigen Bindemitteln (Lösungen von Eigelb oder Kasein) bestehen und matt und deckend auftrocknen  

TERPENTIN: Bezeichnung für die beim Anritzen der Rinde harzreicher Kiefernarten austretenden Harze, die sich durch Destillation in feste und flüchtige Bestandteile trennen lassen (Terpentinöl)

TIEFDRUCK: Kaltnadel auf Zellon, Aluminium oder Plexiglas (vgl. Drucken)

THEMA: Bildthema; die inhaltlich gestellte Aufgabe, die es künstlerisch zu bearbeiten gilt

TINTE: (lat. tincta „gefärbte Flüssigkeit, Tinktur“) eine Schreibflüssigkeit, die meist aus wässrigen Lösungen mit stark färbenden, lichtbeständigen Farbstoffen besteht

TONPAPIER: ein kräftiges, samtmattes Papier in zahlreichen leuchtenden Farbtönen

TONWERT: Bezeichnung für die Leuchtkraft, die Lichtqualität einer Farbe

TUSCHE: feine, zum Zeichnen oder für Kunstschrift verwendete Pigmentaufschwemmung oder Farbstofflösung; wasserlösliche Tusche in Glas oder Patrone (Scribtol); Bister (bräunlich-roter Ton); Sepia (graubraun, kühl, eignet sich zur Tuscharbeit mit dem Pinsel)

TYPOGRAPHIE: (griech. „Kunstwort“) Gestaltung eines Druckwerks nach ästhetischen Gesichtspunkten mit gesetzter Schrift, gegebenenfalls auch mit Schmuckformen, z. B. Initialen oder Bildmaterial

TYPOGRAFIK: freie, figurative Gestaltung mit Setzmaterial, auch Schriftcollage

ÜBERDECKUNG: einfaches Mittel der räumlichen Darstellung; vorne befindliche Gegenstände überdecken teilweise dahinterliegende

UMRISS: Kontur; die durch einen dargestellten Gegenstand oder Figur begrenzte Linie

VERFREMDUNG: in der bildenden Kunst jede mit bildnerischen Mitteln durchgeführte Veränderung in einem Werk

VERNISSAGE: Eröffnung einer Kunstausstellung in einer Galerie

VERWERFUNG: Gestaltungstechnik, bei der sich überschneidende Flächen ihre Farben austauschen

VERPACKUNG: die Bedeutung von Objekten mit markanten Formen oder ganzen Objektzusammenhängen wird durch Verhüllen verunklart und erweitert; die Art der Verpackung interpretiert das Unsichtbare

VIDEO: Fixierung gestalteter zeitlicher Abläufe und Bewegungen mittels elektronisch-optischer Medien; eingesetzt bei Projekten der Land-Art, der Body-Art, darstellerisch-gestischen Aktionen (Performance)

VIDEOKUNST: Kunst, die über den Fernseh- und Computerbildschirm vermittelt wird. Sie wird um 1960 zunächst innerhalb der Fluxus- und Performance-Bewegung, der Aktionskunst gezeigt. Die Video-Künstler interessieren sich dafür alles, was ihre Zeit charakterisiert und finden, immer auf der Suche nach dem Neuen, Unbekannten, zunächst das Fernsehen als künstlerisches Ausdrucksmittel. Später wird auch der Computer mit einbezogen. Um 1980 beginnen die Künstler ihre Videoinstallationen mit anderen Materialien zu verbinden und schaffen so raumgreifende Gesamtkunstwerke, die zu plastisch-elektronischen Erlebnis-Installationen werden. Vertreter: Nam June Paik u. a.

VIGNETTE: (frz. „kleine Weinrebe“) ursprünglich Ornament in Form einer Weinranke; heute kleine Schmuckzeichnung auf Titelblättern oder an Kapitalenden (ornamentales Zierstück)

VISUELL: (lat. visualis „zum Sehen gehörend“) den Gesichtssinn, das Sehen betreffend, mittels der Augen wahrnehmbar

VISUELLE KOMMUNIKATION: Bestandteil der allgemeinen Kommunikation, bei dem die Information nur über das Sehen vermittelt wird

VISUELLE MEDIEN: sichtbare Mittel zur Mitteilung, z. B. Fotografie, Fernsehen, Film, Video, Werbung, Plakat, Illustrierte, Zeitung, Comics, Multimedia

VISUELLE ZEICHEN: alle durch das Auge wahrnehmbare Zeichen; man unterscheidet zwischen natürlichen Zeichen (Symptome oder Merkmale, die vom Menschen erst nachträglich als Zeichen interpretiert werden) und künstlerischen Zeichen (Wortzeichen, Signale, substitutive Zeichen, Symbolzeichen); Semantik (ein Zeichen muss etwas bedeuten), Syntaktik (ein Zeichen muss sich auf andere Zeichen beziehen), Pragmatik (ein Zeichen muss wirken)

VOLLPLASTIK: eine vollrund gearbeitete Skulptur (vgl. Rundplastik)

WACHSKREIDEN: Wachsmalstifte, die sich mit Terpentin oder anderen Lösungsmitteln vermalen lassen; prächtige Wirkungen durch ihre leuchtende Farben; eignen sich besonders für großformatige Darstellungen und Mischtechniken

WERBUNG: allgemein das Wecken von Interesse (für ein Sache, eine Idee, eine Person, ein Produkt); in der Wirtschaft alle Maßnahmen zur Beeinflussung, um den Absatz zu fördern

WERKSTATT: der Arbeitsraum in Handwerksbetrieben

WERKBETRACHTUNG: die im Lehrplan angeführten Kunst- und Stilrichtungen sollen anhand geeigneter Bildreihen und Vergleiche kurz erläutert werden, um die Grundinformationen über wesentliche Entwicklungen der bildenden Kunst zu geben; kennen lernen von Ausdrucksformen, Aufgaben und Zweckbestimmungen der bildenden Kunst in Vergangenheit und Gegenwart und ihrer gesellschaftlichen Bedingtheit

WIENER AKTIONISMUS: In Wien entsteht aus der Happeningszene eine neue Aktionsform. Es ist eine Art Theater, teils inszeniert, teils improvisiert. Diese künstlerischen Aktionen sind allerdings so extrem von der herkömmlichen Kunstauffassung abgewandt, dass die Besucher geschickt, angeekelt, angewidert und fassungslos sind. Die Wiener Aktionisten verstehen sich als Moralisten, die aufrütteln wollen gegen Anpassung und Heuchelei. Sie lehnen die Autorität von Staat und Kirche ab. Anfangs geht es ihnen darum, die Malerei zu überwinden und ein Gesamtkunstwerk zu schaffen, bei dem der Körper mit einbezogen wird. Später wollen sie sich durch ihre hemmungslosen Aktionsspiele von ihren Aggressionen befreien. Vertreter: Hermann, Nitsch, Rudolf Schwarzkogler, Günter Brus u. a.

WIRKUNG: das Auslösen von emotionalen und kognitiven Prozessen bzw. Handlungen beim einzelnen und bei der Gemeinschaft

WÖLBUNG: Gegensatz zur Höhlung; Wölbungen hinterlassen den Eindruck geschlossener Körperlichkeit (vgl. Höhlung)

XYLOGRAFIE: (griech. xýlon "Holz" und gráphein "schreiben") eine Sonderform des Holzschnittes

YTONG: ein künstlich hergestellter poröser, leichter Stein (Gasbeton), der feuerbeständig, unverrottbar und einfach zu bearbeiten ist

ZEICHEN: Informationsträger für eine Nachricht oder den Teil einer Nachricht; Sender und Empfänger müssen den Bedeutungsumfang der Zeichen kennen; ein Zeichen ist nicht nur ein gestaltetes Bild, es kann auch eine Geste sein (Körpersprache), ein Symptom, ein akustisches Signal usw.; es gibt hauptsächlich visuelle, auditive und taktile Zeichen

ZEICHENFLÄCHEN: meistens Papier, aber auch andere Materialien (Karton, Holz, Leinwand, Leder, Stein u. a.)

ZEICHENMITTEL: Bleistift, Filzstift, Kugelschreiber, Kohle, Kreide, Rötel, Wachskreide, Feder, Pinsel, Pastellkreide

ZEICHNUNG: Formgestaltung in der Fläche, die (im Gegensatz zur Malerei) vor allem an die Linie gebunden ist; die Zeichnung kann nicht nur künstlerische Aussage sein (z. B. Illustration, abstrakte Liniengefüge usw.), sondern auch sachlichen Mitteilungswert haben (z. B. Werkzeichnung, Bauplan und dgl.)