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Die lange Nacht in der unheimlichen Burg (Petra St., D1/I)
Ein Rascheln. Erschrocken schaute ich nach links und rechts, doch nichts war zu sehen. Aus der Ferne hörte ich die Kirchenglocken läuten. Jetzt war es Mitternacht, genau die Zeit, in der Gespenster spuken. Langsam machte ich einen Schritt nach dem anderen auf die Burg zu. Eine große, schwere Eisentür versperrte mir den Weg. Egal wie fest ich daran zerrte und drückte, sie ging nicht auf. Ich schaute mich um, um etwas zu finden, was ich als Hebel benützen konnte.
Als ich die Tür losließ, öffnete sie sich von Geisterhand. Mit weichen Knien trat ich ein. Eine Stimme ertönte, doch ich konnte nicht verstehen, was sie sagte. Es war dunkel und überall hingen Spinnweben. Der Schweiß lief mir über das Gesicht. In der Mitte des Raumes stand eine Truhe. Auf Zehenspitzen ging ich darauf zu. Meine Hände waren so nass vor Schweiß, dass ich immer wieder abrutschte. Doch nach ein paar Minuten gelang es mir endlich, die Truhe zu öffnen. Es wurde eiskalt im Raum. Ich bekam eine Gänsehaut. Irgendetwas berührte mich im Gesicht. Es fühlte sich an wie ein Seidentuch. Ich wollte aus der Burg rennen und nie mehr wieder kommen. Doch dann erinnerte ich mich, dass ich nicht zum Spaß hier war, sondern um den Stein zu finden, der, wenn er in die falschen Hände geriet, die ganze Menschheit auslöschen konnte.
Da der Stein nicht in der Truhe war, suchte ich weiter. In der Ecke des Raumes sah ich einen alten Kasten. Er funkelte. Sofort war all meine Furcht vergessen und ich rannte, so schnell ich konnte, auf den Kasten zu. Doch ein Vampir versperrte mir den Weg. Ich erkannte ihn sofort an seinem Umhang und den Eckzähnen. Ich machte das, was ich immer mache, wenn ich nervös bin. Ich kaute auf meiner Kette herum. Plötzlich bemerkte ich, dass ein Kreuz an der Kette hing und soviel ich weiß, tötet ein Kreuz einen Vampir. Mit voller Wucht riss ich es mir vom Hals und warf es auf den Vampir. Es traf ihn genau ins Herz und er zerfiel zu Staub. So schnell ich konnte, hob ich das Kreuz vom Boden auf, lief zum Kasten, nahm den Stein und rannte nach Hause. Dort angekommen, bewunderte ich den Stein. Er funkelte. Ich werde ihn meinen Kindern geben und so immer weiter vererben. Doch mein Kreuz werde ich mit ins Grab nehmen, denn es hat mir das Leben gerettet. Das war die längste Nacht aller Zeiten.
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