9. Szene: Rosengarten/ Fuchs

Erzähler: Nachdem der kleine Prinz lange über Sand und Felsen gewandert war, kam er endlich zu einem blühenden Rosengarten.

Prinz: Guten Tag.
Rosen: Guten Tag.


Prinz: Wer seid ihr?
Rosen: Wir sind Rosen.

Prinz: Ach!
(abgewandt und unglücklich):
Meine Rose hat mir erzählt, dass sie auf der ganzen Welt einzigartig sei. Und da sind 5.000 davon, alle gleich, in einem einzigen Garten.
(Prinz kniet nieder und weint)

Auftritt Fuchs
Fuchs: Guten Tag.

Prinz: (immer noch abgewandt)
Guten Tag, wer bist du? Du bist sehr hübsch.
(dreht sich um)

Fuchs: Ich bin ein Fuchs.

Prinz: Komm und spiel mit mir, ich bin so traurig.
Fuchs: Ich kann nicht mit dir spielen, ich bin noch nicht gezähmt.

Prinz: Was bedeutet das: zähmen?

Fuchs: Das ist eine in Vergessenheit geratene Sache. Es bedeutet: sich vertraut machen.
Prinz: Vertraut machen?

Fuchs: Gewiss, du bist für mich noch nichts weiter als ein kleiner Knabe, der 100.000 kleinen Knaben völlig gleicht.

Ich brauche dich nicht, und du brauchst mich ebenso wenig.
Ich bin für dich nur ein Fuchs, der 100.000 anderen Füchsen gleicht.

Aber wenn du mich zähmst, werden wir einander brauchen. Du wirst für mich einzig sein in der Welt und ich werde für dich einzig sein in der Welt.

Prinz: Ich beginne zu verstehen.
Es gibt eine Blume, ich glaube, sie hat mich gezähmt.

Fuchs: Das ist möglich.
Man trifft auf der Erde alle möglichen Dinge.
Prinz: Oh, das ist nicht auf der Erde.

Fuchs: Auf einem anderen Planeten? Gibt es dort Jäger?

Prinz: Nein.

Fuchs: Das ist interessant! Und Hühner?
Prinz: Nein.

Fuchs: (seufzt): Nichts ist vollkommen.
(weiterer Seufzer, nach Pause)

Mein Leben ist eintönig.
Ich jage Hühner, die Menschen jagen mich.
Aber wenn du mich zähmst, wird mein Leben durchsonnt sein.
Ich werde den Klang deines Schrittes kennen und er wird mich wie Musik aus meinem Bau locken.

Siehst du da drüben das Weizenfeld?
Für mich ist der Weizen zwecklos, denn ich esse kein Brot.
Weizenfelder erinnern mich an nichts. Aber du hast weizenblondes Haar.
Das Gold der Weizenfelder wird mich an

dich erinnern. Oh, es wird wunderbar sein, wenn du mich einmal gezähmt hast. Bitte zähme mich!

Prinz: Ich möchte wohl, aber ich möchte noch viele Dinge kennen lernen und Freunde finden.

Fuchs: Man kennt nur die Dinge, die man zähmt. Die Menschen haben keine Zeit mehr, irgend etwas kennen zu lernen, sie kaufen sich alles fertig in den Geschäften.

Aber da es keine Läden für Freunde gibt, haben die Leute keine Freunde mehr. Wenn du also einen Freund willst, so zähme mich.

Prinz: Was muss ich tun?

Fuchs: Du musst sehr geduldig sein.
Du setzt dich zuerst ein wenig abseits von mir ins Gras.
Du wirst nichts sagen, denn die Sprache ist die Quelle der Missverständnisse.
Aber jeden Tag wirst du dich ein bisschen näher setzen können.
Komme immer zum gleichen Zeitpunkt, damit ich mich rechtzeitig auf dich freuen kann.
Je mehr Zeit vergeht, desto glücklicher werde ich mich fühlen.
Ich werde erfahren, wie teuer das Glück ist.

Erzähler: So machte denn der kleine Prinz den Fuchs mit sich vertraut. Doch dann nahte die Stunde des Abschieds.

Fuchs: Ich werde weinen.

Prinz: Aber du hast doch gewollt, dass ich dich zähme! Was hast du also gewonnen?

Fuchs: Ich habe die Farbe des Weizens gewonnen. Ich werde dir zum Abschied ein Geheimnis schenken: Es ist ganz einfach: Man sieht nur mit dem Herzen gut, das Wesentliche ist für die Augen unsichtbar.

Die Zeit, die du mit deiner Rose verbracht hast, sie macht deine Rose so wichtig. Die Menschen haben diese Wahrheit vergessen, aber du darfst
sie nicht vergessen.

Du bist zeitlebens für das verantwortlich, was du dir vertraut gemacht hast.
Du bist für deine Rose verantwortlich.

Geh die Rosen wieder anschauen,
du wirst begreifen, dass die deine einzig ist in der Welt.
Adieu.

Prinz: Adieu
(zu den Rosen gewandt):
Ihr gleicht meiner Rose gar nicht, ihr seid noch nichts, niemand hat sich euch vertraut gemacht und auch ihr habt euch niemanden vertraut gemacht. Ihr seid schön, aber ihr seid leer.

Man kann für euch nicht sterben.
Gewiss, man könnte glauben, meine Rose ähnle euch. Aber für mich ist sie wichtiger als ihr alle, da es meine Rose ist.

Ich bin für sie verantwortlich.
9. Szene: Rosengarten/ Fuchs

Erzähler: Nachdem der kleine Prinz lange über Sand und Felsen gewandert war, kam er endlich zu einem blühenden Rosengarten.

Prinz: Guten Tag.
Rosen: Guten Tag.


Prinz: Wer seid ihr?
Rosen: Wir sind Rosen.

Prinz: Ach!
(abgewandt und unglücklich):
Meine Rose hat mir erzählt, dass sie auf der ganzen Welt einzigartig sei. Und da sind 5.000 davon, alle gleich, in einem einzigen Garten.
(Prinz kniet nieder und weint)

Auftritt Fuchs
Fuchs: Guten Tag.

Prinz: (immer noch abgewandt)
Guten Tag, wer bist du? Du bist sehr hübsch.
(dreht sich um)

Fuchs: Ich bin ein Fuchs.

Prinz: Komm und spiel mit mir, ich bin so traurig.
Fuchs: Ich kann nicht mit dir spielen, ich bin noch nicht gezähmt.

Prinz: Was bedeutet das: zähmen?

Fuchs: Das ist eine in Vergessenheit geratene Sache. Es bedeutet: sich vertraut machen.
Prinz: Vertraut machen?

Fuchs: Gewiss, du bist für mich noch nichts weiter als ein kleiner Knabe, der 100.000 kleinen Knaben völlig gleicht.

Ich brauche dich nicht, und du brauchst mich ebenso wenig.
Ich bin für dich nur ein Fuchs, der 100.000 anderen Füchsen gleicht.

Aber wenn du mich zähmst, werden wir einander brauchen. Du wirst für mich einzig sein in der Welt und ich werde für dich einzig sein in der Welt.

Prinz: Ich beginne zu verstehen.
Es gibt eine Blume, ich glaube, sie hat mich gezähmt.

Fuchs: Das ist möglich.
Man trifft auf der Erde alle möglichen Dinge.
Prinz: Oh, das ist nicht auf der Erde.

Fuchs: Auf einem anderen Planeten? Gibt es dort Jäger?

Prinz: Nein.

Fuchs: Das ist interessant! Und Hühner?
Prinz: Nein.

Fuchs: (seufzt): Nichts ist vollkommen.
(weiterer Seufzer, nach Pause)

Mein Leben ist eintönig.
Ich jage Hühner, die Menschen jagen mich.
Aber wenn du mich zähmst, wird mein Leben durchsonnt sein.
Ich werde den Klang deines Schrittes kennen und er wird mich wie Musik aus meinem Bau locken.

Siehst du da drüben das Weizenfeld?
Für mich ist der Weizen zwecklos, denn ich esse kein Brot.
Weizenfelder erinnern mich an nichts. Aber du hast weizenblondes Haar.
Das Gold der Weizenfelder wird mich an

dich erinnern. Oh, es wird wunderbar sein, wenn du mich einmal gezähmt hast. Bitte zähme mich!

Prinz: Ich möchte wohl, aber ich möchte noch viele Dinge kennen lernen und Freunde finden.

Fuchs: Man kennt nur die Dinge, die man zähmt. Die Menschen haben keine Zeit mehr, irgend etwas kennen zu lernen, sie kaufen sich alles fertig in den Geschäften.

Aber da es keine Läden für Freunde gibt, haben die Leute keine Freunde mehr. Wenn du also einen Freund willst, so zähme mich.

Prinz: Was muss ich tun?

Fuchs: Du musst sehr geduldig sein.
Du setzt dich zuerst ein wenig abseits von mir ins Gras.
Du wirst nichts sagen, denn die Sprache ist die Quelle der Missverständnisse.
Aber jeden Tag wirst du dich ein bisschen näher setzen können.
Komme immer zum gleichen Zeitpunkt, damit ich mich rechtzeitig auf dich freuen kann.
Je mehr Zeit vergeht, desto glücklicher werde ich mich fühlen.
Ich werde erfahren, wie teuer das Glück ist.

Erzähler: So machte denn der kleine Prinz den Fuchs mit sich vertraut. Doch dann nahte die Stunde des Abschieds.

Fuchs: Ich werde weinen.

Prinz: Aber du hast doch gewollt, dass ich dich zähme! Was hast du also gewonnen?

Fuchs: Ich habe die Farbe des Weizens gewonnen. Ich werde dir zum Abschied ein Geheimnis schenken: Es ist ganz einfach: Man sieht nur mit dem Herzen gut, das Wesentliche ist für die Augen unsichtbar.

Die Zeit, die du mit deiner Rose verbracht hast, sie macht deine Rose so wichtig. Die Menschen haben diese Wahrheit vergessen, aber du darfst
sie nicht vergessen.

Du bist zeitlebens für das verantwortlich, was du dir vertraut gemacht hast.
Du bist für deine Rose verantwortlich.

Geh die Rosen wieder anschauen,
du wirst begreifen, dass die deine einzig ist in der Welt.
Adieu.

Prinz: Adieu
(zu den Rosen gewandt):
Ihr gleicht meiner Rose gar nicht, ihr seid noch nichts, niemand hat sich euch vertraut gemacht und auch ihr habt euch niemanden vertraut gemacht. Ihr seid schön, aber ihr seid leer.

Man kann für euch nicht sterben.
Gewiss, man könnte glauben, meine Rose ähnle euch. Aber für mich ist sie wichtiger als ihr alle, da es meine Rose ist.

Ich bin für sie verantwortlich.
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Textadaption: Mag. Günter Reitinger, Mag. Daniela Rief