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zu Das tief verschneite Höttinger Bild.

Das Höttinger Bild zählt zu den meistbesuchten Gnadenbildern im Umkreis von Innsbruck. Neben Schüler- und Studentenwallfahrten findet auch die jährliche Bäckerwallfahrt der Innung an diesen Wallfahrtsort statt. Auch die alljährliche Friedenswallfahrt der Militär Pfarre Tirol führt zum Höttinger Bild. Bei der Bevölkerung sehr beliebt ist vor allem die Christmette zu Weihnachten.

Die Legende

Um das Jahr 1690 sei im Haus des Höttingers Rudolf Peirer ein Kupferstich der Waldraster Muttergottes auf einem Kasten aufgestellt gewesen. Weil das Bild mehrmals auf unerklärliche Weise herunterfiel, nahm man an, dass die Muttergottes einen anderen Aufenthaltsort für ihr Bild wünsche. Der Bruder Rudolfs, der Student Franz Peirer, brachte gemeinsam mit zwei Freunden das Bild an ein "stilles Ruheplätzchen im Höttinger Wald", und sie hängten es dort an einem Lärchenbaum [1] auf. Durch mehrmalige Besuche soll der Student viel bessere Fortschritte in seinem Studium gemacht und das Examen bestanden haben.

Die Kirchentür mit Bäcker Symbolen.

Im Winter soll eine Lawine den Lärchenbaum umgerissen haben, das Bild blieb aber unbeschädigt.

Die Geschichte

Um 1705 bauten die Höttinger Bauern eine hölzerne Kapelle, die um 1774 durch ein gemauertes Kirchlein ersetzt wurde. 1786 befahl Kaiser Josef II. die Schließung der Wallfahrtskirche. Sie sollte abgetragen werden. Das Gnadenbild wurde in die Pfarrkirche gebracht. Die Kapelle am Höttinger Bild konnte aber erhalten werden. Sie wurde 1794 restauriert. Der Bildhauer Michael Egger schuf den neuen Altar, Franz Altmutter [2] malte das Deckenfresko. Es zeigt das Gnadenbild mit Pilgern und die Gründungslegende. Mittelpunkt des Hochaltars ist eine Kopie des Gnadenbildes, das Original blieb bis 1866 in der Pfarrkirche Hötting. Auch heute befindet sich wieder eine Kopie in der Kapelle, da das Original durch die Feuchtigkeit in der Waldkapelle zerstört worden ist. Die Kapelle muss immer wieder restauriert werden. In den Jahren 1971 - 1973 wurde sie durch Höttinger Vereine in Stand gesetzt. Eine neuerliche Renovierung erfolgte dann schon wieder 1986.

Der Brunnen mit Eiszapfen. . Vorderansicht der verschneiten Kapelle. . Die Brunnenfigur Sankt Wendelin. .

Die Brunnenfigur Sankt Wendelin

Der Königssohn und Hirte Wendelin ist ein beliebter Kapellen- und Wallfahrtsheiliger. Er ist Patron der Landleute und Patron für Flur und Vieh. Der Legende nach stieß Wendelin in tiefem Gottvertrauen seinen Hirtenstab in die Erde. Es tat sich daraufhin eine Quelle auf, an der er seine Schafe tränken konnte. Wendelin soll um 617 in der Nähe von Trier gestorben sein.

Der Stadtteil Hötting

Hötting war früher ein eigenes Dorf, wurde aber 1938 zu einem Innsbrucker Stadtteil gemacht. Es ist mit 44 Quadratkilometern Grundfläche der mit Abstand größte Stadtteil von Innsbruck. Hötting ist ein nach Süden gerichteter Stadtteil am linken Innufer, direkt am Fuße der Nördlichen Kalkalpen auf ca. 600m Seehöhe. In den Urkunden wird es zum ersten Mal um 1150 erwähnt. Zahlreiche Funde gibt es aber schon aus der Jungsteinzeit und vor allem aus der Bronzezeit (1200-900 v. Chr.) (Urnengräberfunde in der Gegend der Höttinger Gasse) sowie Siedlungsreste aus der La-Tène-Zeit. Die La-Tène-Zeit ist die beginnende jüngeren Eisenzeit. Sie ist benannt nach dem Hauptfundort La Tène am Neuenburger See in der Schweiz. Sie dauerte ca. von 450 v.Chr. bis 15 v. Chr.

Die alte Landstraße führte bis in das 16. Jh. von der Innbrücke über die Höttinger Gasse und die Schneeburggasse durch das Dorf Hötting weiter in Richtung Tiroler Oberland. Erst unter Erzherzog Ferdinand II.[3] kam es zum Bau der Durchzugsstraße unten im Tal durch die Höttinger Au. Kirchlich gehörte Hötting ursprünglich zur Pfarre Wilten, erst 1853 wurde es zur selbständigen Pfarre erklärt.


[1] In Tirol gibt es eine enge Beziehung zwischen Maria und den Lärchen, vielleicht ist das ein Hinweis auf vorchristliche Baumkultstätten. Die Gnadenbilder bei Steineck in Südtirol, zu Maria Waldrast im Wipptal und zu Maria Larch in Gnadenwald sind an oder auf einem Lärchenbaum gewachsen oder erschienen.

[2] Franz Altmutter war ein Kunstmaler aus Wien, der in der Gunst des Statthalters von Tirol, des Grafen von Heister, stand. Geboren am 4.9. 1745 in Wien, gestorben am 21.1. 1817 in Innsbruck. Er malte unter anderem auch 1771 in Neustift im Stubaital die vier Kirchenväter.

[3] Ferdinand II. von Tirol, geb. am 14. 6. 1529 in Linz (Oberösterreich), gestorben am 24. 1. 1595 in Innsbruck war Erzherzog von Österreich. Ferdinand II. war der Sohn von Kaiser Ferdinand I. Von 1547-66 war er Statthalter in Böhmen. Er erhielt bei der Erbteilung 1564 Tirol und die Vorlande, wo er ab 1567 regierte. Er führte in Tirol die Gegenreformation durch und ging hart gegen die Wiedertäufer vor. Er verbesserte das Straßennetz, die Landesordnung und die Behördenorganisation und baute Schloss Ambras aus. Seine Kinder aus der Ehe mit Philippine Welser (1557) waren nicht erbberechtigt, dehalb kam Tirol nach seinem Tod an die beiden anderen habsburgischen Linien. Ganz bedeutend für Innsbruck war die Verleihung der "Quelle am Weinstock" im Höttinger Graben, unweit dem Höttinger Bild, an die Stadt. Neben der Kesselbrunnenleitung, ebenfalls eine Quelle oberhalb Höttings, war sie für 300 Jahre der wichtigste Trinkwasserspender für Innsbruck.

Verwendete Literatur

1) 850 Jahre Prämonstratenser Chorherrenstift Wilten. 1138 - 1988. 2. Auflage 1989. Hrg. Stift Wilten. Buchverlag Tiroler Tageszeitung. ISBN 3-85301-001-6.

2) Das große Buch der Heiligen. Geschichten und Legenden im Jahreslauf. Erna und Hans Melchers. Bearbeitung Carlo Melchers. Cormoran Verlag München 1996. ISBN: 3-932100-01-8.

3) Ingrid Huemer-Plattner: "Die Stadt wird immer durstiger". In: Stadt im Gebirge. Leben und Umwelt in Innsbruck im 19. Jh.. Hg. Elisabeth Dietrich. Seite 111 - 124. Studien Verlag 1996. ISBN: 3-7065-1166-5.

4) Josef Gelmi: Geschichte der Kirche in Tirol. Nord-, Ost- und Südtirol. 2001 Verlagsanstalt Tyrolia. ISBN: 3-7022-2350-9 (Tyrolia), ISBN: 88-8266-095-8 (Athesia).

Lesetipp

Im Rahmen des länderübergreifenden Projekts "Wipptal - Leben an der Brennerstraße" hat die Volksschule Matrei a. Br. einen Beitrag zur Entstehung von Maria Waldrast erstellt: >> Die Entstehung der Waldrast >>

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