Bereits die Römer legten zwei wichtige Verkehrswege durch Tirol an.
Die Strecke über den Reschenpass und das Inntal bis ins nördliche Alpenvorland
wurde unter Kaiser Claudius (41 - 54 n. Chr.) fertiggestellt,
und er erhob sie zur Staatsstraße. Eingeweiht wurde diese Via Claudia Augusta am Ende des Jahres 46.
Die etwa 517 km lange Straße wurde ursprünglich als militärischer Weg genutzt, entwickelte sich aber bald zur wichtigen Handelsroute.
Sie verband die Obere Adria mit der Donau.
Diese Via Claudia Augusta verlief von Venedig durch das Valsugana nach Trient, dann der Etsch entlang nach Bozen.
In Bozen teilte sie sich in den ursprünglich weniger wichtigen Strang über den Ritten nach Innsbruck. Von dort führte sie weiter über Zirl und Partenkirchen nach Augsburg. Ein weiterer Strang führte von Innsbruck das Inntal entlang Richtung Rosenheim nach Regensburg und Passau.
Der Hauptstrang der Via Claudia Augusta verlief aber über Meran und den Vinschgau weiter über den Reschenpass, den Fernpass und Füssen ebenfalls nach Augsburg.
Die Augsburger Militärsiedlung wurde auf Grund ihrer Lage am Ende der Überlandstraße im Jahr 122 durch Kaiser Hadrian in den Rang einer Stadt erhoben und Sitz der Residenz des Provinzstatthalters von Rätien. Auch das heutige Tirol gehörte zur Provinz Rätien.
Nach der Verbesserung des Weges über den Brennerpass im 2. Jahrhundert verlor der Weg über den Reschenpass an Bedeutung für den alpenquerenden Verkehr.
Für den regionalen Verkehr
blieb diese Strecke aber viele Jahrhunderte ein wichtiger Verkehrsweg.
Der Brenner ist mit 1.372 m über dem Meeresspiegel einer der niedrigsten Alpenübergänge
und eine der wichtigsten Verbindungen zwischen Nord- und Südeuropa.
Schon in der Steinzeit gab es Wege, die über den Brenner führten.
Die Römer bauten sie aus und errichteten gefestigte Straßen.
Auf Grund des festen Unterbaus und der guten Bauweise hielten sich die relativ schmalen und teilweise steilen Straßen als Handelsroute bis ins Mittelalter.
Dieser Weg war gefährdet durch Hochwasser im Sommer und Lawinen im Winter. Das war vermutlich ein entscheidender Grund für die Herausbildung des
Rodfuhrwesens im späten Mittelalter.
Diese beiden Handeslrouten bildeten die Basis für den im 13. Jh. entstehenden Handel zwischen Oberitalien und Süddeutschland. Im Mittelalter teilte sich die Straße ebenfalls in Bozen. Die Reschenstrecke führte als der "Obere Weg" nach Kempten, Lindau, Memmingen und Ulm.
Der "Untere Weg" über den Brenner teilte sich in Innsbruck wieder Richtung Rosenheim nach Osten und über Zirl, Garmisch und Schongau nach Augsburg im Westen.
Der "Mittlere Weg" diente über Zirl, Telfs, das Mieminger Plateau und Nassereith als Verbindung zwischen Oberem und Unterem Weg.
Über einige Streckenabschnitte entspricht dieser Mittlere Weg der im 3. Jahrhundert von den Römern unter Kaiser Decius im Jahr 250 erbauten Via Decia, einer Verbindugsstrecke zwischen Veldidena und dem Bodensee.
Als sich im 15. Jahrhundert das Haller Salz zum bedeutendsten Transportgut auf Tirols Straßen entwickelte, folgte der Verkehr diesem Verlauf.
Vergleichen Sie dazu das hervorragende Buch:
- Strolz, Bernhard: "Die Salzstraße nach Westen. Ein Kulturführer von Hall in Tirol übers Außerfern durchs Allgäu zum Bodensee."
- Tyrolia Verlag, Innsbruck - Wien 2004. ISBN 3-7022-2559-5. 142 Seiten, Seite 10 ff.